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Umland Meisop eröffnet Kurzzeitpflege in Coswig nach Modernisierung
Region Umland Meisop eröffnet Kurzzeitpflege in Coswig nach Modernisierung
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13:36 25.10.2018
In der Kurzzeitpflege spielen Pflegerin Anne Müller und die beiden Bewohnerinnen Inge Hellmuth (l.) und Margarethe Hauber eine Partie Rommé. Quelle: Uwe Hofmann
Coswig

„Wir wollen weiter wachsen“, sagt Sebastian Lange. Der 40-Jährige ist seit September Geschäftsführer der Landkreistochter Meisop (Meißner Sozialprojekt gGmbH), die ihren Hauptsitz im Coswiger Spitzgrund hat. Dort betreibt die Meisop ein Altenpflegeheim mit 100 Plätzen, ein Wohnheim für Menschen mit Behinderung mit 47 Plätzen, einen Hort für Kinder des benachbarten Förderzentrums Peter Rosegger mit 75 Plätzen und eine Großküche, die täglich bis zu 500 Mahlzeiten kocht, davon 100 bis 150 für Essen auf Rädern.

Gewachsen ist die Gesellschaft zuletzt am Hirtenweg in Coswig, wo das Angebot im dortigen Altenpflegeheim durch einen 2,4 Millionen Euro teuren Neubau auf 60 Plätze in der Pflege erweitert wird. Bei der rund 50 000 Euro teuren Modernisierung der Kurzzeitpflege im Spitzgrund, bei der das Angebot etwa ein Vierteljahr pausieren musste, hat man sich aber gegen eine Erweiterung der zehn Plätze entschieden. Obwohl der „Bedarf über die Maßen“ da wäre, wie Heimleiter Hagen Pollmer sagt. Warum ist das so?

Wie die gesamte Branche in Deutschland habe auch die Meisop „eine Lücke im Stellenplan“, wie Chef Lange sagt. Also offene Stellen, die nicht besetzt werden können. So wird derzeit etwa eine Pflegedienstleiterin gesucht und mehrere Pflegefachkräfte. Vier Azubis hat man im Haus und hofft, sie über „weiche Standortfaktoren“, wozu Lange etwa einen familiären Umgang und einen verlässlichen Dienstplan zählt, halten zu können. Versuche mit spanischen Auszubildenden hatten keinen Erfolg und werden nicht fortgesetzt. Außer einer haben sich alle wieder verabschiedet. „Weil sie Heimweh hatten“, wie Heimleiter Pollmer sagt.

Deswegen will man sich im Heim künftig anstrengen, ausländischen Arbeitskräften die Integration zu erleichtern. So sei daran gedacht, einen Sprachkurs unter eigenem Dach zu organisieren, sagt Geschäftsführer Lange. „Das spart für die Mitarbeiter Wege und Kosten und außerdem stärkt es das Gefühl der Gemeinschaft“, begründe er. Ebenso überlege man, vietnamesische Arbeitskräfte auszubilden und anzustellen. In Dresden gibt es damit durchaus positive Erfahrungen. Derzeit arbeiten etwa 15 Ausländer im Unternehmen. Sie kommen unter anderem aus Polen, Russland, Rumänien und dem Irak. Insgesamt beschäftigt die Meisop 330 Menschen, davon etwa 255 in ihren Betreuungs- und Pflegeeinrichtungen.

75 Menschen sind in einer Art Dienstleistungszweig der gGmbH beschäftigt. Sie übernehmen die Gebäudereinigung oder Hausmeisterdienste in landkreiseigenen Turnhallen. Etwa die Hälfte dieser Beschäftigten sind Behinderte. „Da übernehmen wir eine wichtige Arbeit im Landkreis“, sagt Lange. Zumal darauf geachtet wird, dass die Behinderten an ihren Wohnorten beschäftigt werden, also etwa in der Turnhalle der Rosegger-Schule arbeiten, wenn sie in Coswig leben. Deshalb ist die Meisop mit diesem Firmenstandbein überall in der Fläche des Landkreises vertreten. Es ist auch der Zweig, in dem das Unternehmen zuletzt gehörig zulegen konnte.

Im Pflegebereich bleibt die Situation wegen Fachkräftemangels angespannt. Eine Reform, nach der Pfleger eine Generalausbildung, die zum Einsatz im Krankenhaus, in der Kinder- und Altenpflege befähigt, „sehen wir kritisch“, sagt Lange. „Wenn sie die Wahl haben, gehen junge Menschen wegen der besseren Bezüge meist ins Krankenhaus“, sagt er. Wenn sich das ändert, kann die Meisop wieder wachsen. Bedarf ist da.

Von Uwe Hofmann

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