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Umland Mehr Menschen ziehen nach Meißen
Region Umland Mehr Menschen ziehen nach Meißen
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09:17 13.04.2018
Das Wahrzeichen von Meißen ist der Burgberg mit Albrechtsburg und Dom. Quelle: Archiv
Meissen

 Die Domstadt Meißen bewegt sich wieder auf die Zahl von 30000 Einwohner zu. Schrumpfte die Bevölkerungszahl seit dem Ende der DDR – 35187 Meißner gab es am Tag der Deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 – kontinuierlich, setzte Anfang dieses Jahrzehnts die Trendwende ein. Lebten 2010/11 nur noch rund 27500 Menschen im Stadtgebiet, waren im Februar dieses Jahres wieder 28560 Bewohner im Meldeamt registriert.

90 Prozent der neuen Wohnbauflächen sind verkauft

Die aktuelle Zahl präsentierte OB Olaf Raschke (parteilos) auf dem dritten Meißner Immobiliensymposium, bei dem sich Investoren, Planer und Makler aus der Wohnungswirtschaft am Donnerstag im Rathaus trafen. Unter den Gästen und Rednern war auch Axel Gedaschko, Präsident des GdW-Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen. „Deutschland ist vorwiegend ländlich-kleinstädtisch geprägt“, sagte er. In eine Großstadt ziehe es rund 40 Prozent der 18- bis 29-Jährigen. „Der Rest möchte lieber in kleineren Städten leben, wenn die Rahmenbedingungen stimmen“, führte Gedaschko weiter aus. So sei zu beobachten, dass Großstadtbewohner ins Umland abwandern.

Diesen Trend kann Stadtoberhaupt Raschke bestätigen. Denn die Einwohnerzahl seiner Stadt wächst nicht nur durch mehr Geburten, wie der derzeitige Bau der neuen Kita Kalkberg sowie die Planungen für eine vierte Grundschule zeigen, sondern auch durch Zuzug. Mehr als 1800 Personen haben im vorigen Jahr ihren Lebensmittelpunkt in die Domstadt verlegt. Nach Abzug all derjenigen, die aus Meißen weggezogen sind, bleibt unterm Strich ein Einwohner-Plus von rund 200. „Unter ihnen sind etliche Rückkehrer“, berichtete Raschke, also gebürtige Meißner, die als junge Erwachsene wegen Berufsausbildung oder Studium die Domstadt verlassen haben und nun als Häuslebauer und Familiengründer wieder nach zurückkommen.

Aber auch Dresdner und Radebeuler sowie Leute aus dem Umland im Umkreis von rund 50 Kilometern schauen sich nach Bauland im Meißner Stadtgebiet um. Von den rund 23000 Quadratmetern im vergangenen Jahr neu ausgewiesenen Wohnbauflächen sind 90 Prozent bereits verkauft.

4806 Auspendler stehen 9024 Einpendler gegenüber

Nicht nur Bauflächen sind in Meißen gefragt, sondern auch Mietwohnungen. Über rund 3100 Wohneinheiten verfügt beispielsweise die Stadtentwicklungs- und Erneuerungsgesellschaft (SEEG) Meißen. Dabei handelt es sich zum Großteil um den eigenen Bestand, aber auch Häuser Dritter verwaltet das städtische Wohnungsunternehmen. „Der Leerstand hat sich in den vergangenen fünf Jahren halbiert. Die Leerstandsquote beträgt derzeit sieben Prozent“, informierte SEEG-Geschäftsführerin Birgit Richter.

Damit jemand seinen Lebensmittelpunkt nach Meißen verlegt, ist laut Raschke das Angebot an Arbeitsplätzen sehr entscheidet: „Die Domstadt profitiert sicher von der Nähe zur Landeshauptstadt.“ Wer aber glaubt, dass mehr Meißner täglich nach Dresden zur Arbeit fahren, als Beschäftigte aus dem Umland in die Domstadt kommen, der irrt. 4806 Auspendler stehen 9024 Einpendler gegenüber. „Es arbeiten rund 4200 Personen mehr in Meißen, als die Stadt zum Arbeiten verlassen“, sagte Raschke.

Von Silvio Kuhnert

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