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Umland Mandy Schneider vom VfL Pirna-Copitz ist für den Deutschen Engagementpreis nominiert
Region Umland Mandy Schneider vom VfL Pirna-Copitz ist für den Deutschen Engagementpreis nominiert
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10:20 24.10.2017
Mandy Schneider mit einem Medizinball im Willi-Tröger-Stadion. Wurftraining mit den Medizinbällen soll die Muskulatur ihrer Athletinnen kräftigen.   Quelle: Junes Semmoudi
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Pirna

Fokussiert schaut Mandy Schneider ihren Schützlingen hinterher, die auf dem Kunstrasenplatz des Copitzer Willy-Tröger-Stadions ihre Runden laufen. „Die Arbeit mit den Jugendlichen gibt mit sehr viel“, sagt die Übungsleiterin. „Es sind sowohl die großen, als auch die kleinen Entwicklungen, die mich stolz machen. Man leidet und freut sich mit den Athleten und erlebt die Gruppendynamik. Diese emotionale Komponente macht die Arbeit so interessant.“

Seit 2005 engagiert sich Mandy Schneider ehrenamtlich als Trainerin. Im Herbst 2010 hat sie die Abteilung Leichtathletik beim Sportverein VfL Pirna-Copitz aufgebaut. Die Pirnaerin war für den Deutschen Engagementpreis 2017 nominiert.

 Inzwischen zählt Schneiders Leichtathletik-Abteilung 60 Mitglieder. Die Trainerin betreut die älteste Altersgruppe: Die 16 Athletinnen sind zwischen zwölf und 45 Jahre alt. Das Training findet dreimal wöchentlich statt. Hinzu kommen die Wettkämpfe an vielen Wochenenden im Jahr. Außerdem gibt Schneider auch spezielles Sprungtraining für Sportler aus regionalen Vereinen.

Über Ostern organisiert die Leiterin der Leichtathletikabteilung ein Trainingslager an der spanischen Costa Blanca. Dort können sich die Jugendlichen intensiv auf die bevorstehende Freiluftsaison vorbereiten. Zweimal im Jahr wird zudem ein VfL-Sportfest ausgetragen, welches sie koordiniert.

„Natürlich fällt auch zwischen den Trainingseinheiten Arbeit an. Trainings- und Wettkampfpläne werden geschrieben, Förderanträge zur Finanzierung des Trainingslagers werden gestellt.“ Außerdem ist Mandy Schneider die Ansprechpartnerin für alle Mitglieder und Interessierten der VfL-Abteilung Leichtathletik. Anstrengend findet Schneider ihre Tätigkeit beim Verein nicht: „Man muss mit Herzblut an die Aufgaben herangehen, um sie zu meistern.“

Der Geschäftsführer des VfL Pirna-Copitz, Oliver Herber, lobt die Arbeit der Trainerin in höchsten Tönen: „Mit großer Leidenschaft, kreativen Ideen und einem tollen Team hat sie nicht nur die Abteilung weiterentwickelt, sondern gibt ihr Wissen auch als Trainerin an den VfL-Nachwuchs weiter.“

Die ehrenamtliche Tätigkeit bietet für die Abteilungsleiterin Schneider eine Möglichkeit, nach der Arbeit abzuschalten. „Da ich als Trainerin kein Geld bekomme, ist die Arbeit mit den Sportlern vielmehr mit künstlerischen Freiheit verbunden. Ich habe eine ganz andere, eine freundschaftliche Basis zu den Mädchen in meiner Gruppe. Das ist wichtig als Coach“, erklärt Mandy Schneider.

In ihrer Trainingsgruppe sind sowohl Hobby- als auch Leistungssportlerinnen vertreten. Das ist aber kein Problem, findet Schneider. Die Athletinnen gehen gemeinsam auf die Tartanbahn oder in den Kraftraum, nur der Trainingsumfang ist teilweise unterschiedlich. „Alle führen die selben Übungen aus. So wird kein Sportler ausgegrenzt“, sagt die Trainerin, die auch selbst mit ihrer Gruppe trainiert. „Ich brauche diese körperliche Anstrengung. Dieser Endorphinstoß ist wie eine Sucht für mich.“

Hauptberuflich arbeitet Mandy Schneider beim Zoll. Dabei hätte die ursprünglich aus der Region Meißen stammende Leichtathletik-Trainerin auch problemlos eine professionelle Karriere als Sportlerin einschlagen können: Mit acht Jahren besuchte sie die Sportschule Dresden. In der Disziplin Dreisprung wurde sie Vierte bei den Deutschen Junioren-Meisterschaften, 2014 erreichte Mandy Schneider bei den Senioren-Europameisterschaften dreimal Silber – beim Hürdenlauf, beim Weitsprung und auch beim Dreisprung. Tatsächlich war die 38-Jährige zwei Jahre als Hochleistungs-Sportlerin aktiv.

 Allerdings ist der Zollbeamtin eine berufliche und finanzielle Absicherung wichtig. Diese sei als Trainerin nunmal nicht gegeben, zumal in der Branche oft befristete Verträge unterschrieben werden. „Trotzdem bleibt der Sport meine Leidenschaft.“

„Mit dem Ehrenamt ist das so eine Sache“, erklärt Mandy Schneider. „Für mich ist die Tätigkeit im Verein ein Ausgleich zur Arbeit. Allerdings ist es schwierig, Personen für ehrenamtliche Tätigkeiten im Verein zu begeistern. Immerhin gibt es kein entsprechendes Entgelt. Dabei brauchen wir dringend neue Übungsleiter für die jüngeren Gruppen“.

Der Deutsche Engagementpreis ist der Dachpreis für bürgerschaftliches Handeln in Deutschland. Die Auszeichnung ist eine Initiative des Bündnisses für Gemeinnützigkeit und wurde erstmals im Jahr 2009 verliehen. In diesem Jahr hatten rund 680 Projekte und Personen die Chance, den mit 10 000 Euro dotierten Publikumspreis zu erhalten. Am 5. Dezember wird zwar der Sieger bekanntgegeben, die Nominierung ist für Mandy Schneider jedoch Ehre genug: Der Engagementpreis ist nämlich auch eine Auszeichnung, mit der stellvertretend die Arbeit der 31 Millionen bürgerschaftlich oder ehrenamtlich engagierten Menschen in ganz Deutschland gewürdigt wird.

Was Mandy Schneider mit dem Preisgeld machen würde? „Das würde natürlich unserer Sportanlage zugute gekommen. Die Tartanbahn und die Weitsprunganlage wurden zweimal überflutet. Das Hochwasser hat erhebliche Schäden hinterlassen, die wir gerne beheben würden.“

Von Junes Semmoudi

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