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Umland Lösung im Friedensburg-Streit
Region Umland Lösung im Friedensburg-Streit
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16:51 04.12.2018
Mit der Kompromisslösung wird aus der ehemaligen Ausflugsgaststätte Friedensburg endgültig eine Luxuswohnimmobilie. Quelle: Foto: Jürgen-Michael Schulter/Archiv
Radebeul

Die Friedensburg wird im wahrsten Sinne des Wortes wieder ihrem Namen gerecht. Nach jahrelangem Streit zwischen Stadt und Eigentümer über die Nutzung der einstigen Ausflugsgaststätte auf einer Hangkante über Niederlößnitz bahnt sich eine Einigung an. Der Stadtrat hat auf seiner jüngsten Sitzung im nichtöffentlichen Teil einer Vergleichslösung zugestimmt.

In der 1870/71 im Stil der Tudorgotik errichteten Ausflugsgaststätte wird kein Kellner mehr einen Gast bedienen. Die Lößnitzstadt verabschiedet sich von dem Ziel, in dem vor rund 25 Jahren geschlossenen Restaurant wieder einen Gaststättenbetrieb unterzubringen. Der Eigentümer Oliver Kreider bekommt Wohnrecht.

Im Gegenzug gibt er im Osten einen Streifen seines Grundstückes an die Lößnitzstadt ab. Sie kann damit den Weinwanderweg komplettieren. Zurzeit endet die Treppe am Hang des gleichnamigen Steillagen-Weinbergs Friedensburg, der zur Weinlage Radebeuler Steinrücken gehört, vor den Grundstücksmauern der Immobilie, die nun endgültig zu einem Luxuswohnhaus wird. Kreider zahlt zudem an die Stadt 100000 Euro. Das Geld soll unter anderem den Ausbau des Wanderweges dienen.

Die beschlossene Einigung wollte OB Bert Wendsche (parteilos) nicht kommentieren. Er verwies darauf, dass die Entscheidung zur Kompromisslösung im nicht öffentlichen Teil der jüngsten Stadtratssitzung gefällt wurde. Der Beschluss wird erst auf der nächsten öffentlichen Ratssitzung bekannt gegeben.

Vor zwölf Jahren begann der Streit um die Friedensburg. Im Sommer 2006 beschloss der Stadtrat einen Bebauungsplan für das Gebäude. Es war der Startschuss für dessen Sanierung durch den damaligen Besitzer Carsten Weinberg. Ein Jahr später bekam die Stadtverwaltung Wind davon, dass dieser es beim Umbau nicht so genau mit den Vorgaben nahm, woraufhin die Stadträte 2008 nach langem Hin und Her eine so genannte Nachtragsgenehmigung erließen. Wichtiger Bestandteil: An der Wiedereinrichtung einer Gastronomie im Erdgeschoss der Friedensburg wurde nicht gerüttelt. Dagegen klagte der Druckereibesitzer Weinberg vor dem Sächsischen Oberverwaltungsgericht Bautzen (OVG) und darum wird seither gestritten. Die juristische Auseinandersetzung setzte sich mit Oliver Kreider fort, der die Friedensburg 2014 bei einer Zwangsversteigerung für zwei Millionen Euro erwarb und in dem inzwischen längst zur Luxusimmobilie umgebauten Haus wohnen wollte.

Im Sommer vorigen Jahres musste die Lößnitzstadt eine Schlappe vor dem OVG hinnehmen. Die Richter erklärten den Bebauungsplan, mit dem Radebeul die Einrichtung einer Gastronomie durchsetzen wollte, aus formalen Gründen für nichtig und versagten den weiteren Rechtsweg bis vors Bundesverwaltungsgericht (BVG). Gegen die Nichtzulassung einer Revision legte die Stadt Beschwerde vor dem BVG in Leipzig, jedoch ohne Erfolg. In den Rechtsstreit sollen bereits um die 200000 Euro aus der Stadtkasse geflossen sein.

Gleichzeitig zum Beschwerdeverfahren gegen das OLG-Urteil suchte OB Wendsche das Gespräch mit Kreider. Vor rund einem Jahr kam es zu einem ersten persönlichen Treffen beider. Im Juni dieses Jahres nahmen sie offiziell „Friedensgespräche“ auf, um den Streit außergerichtlich beizulegen. Das Ergebnis liegt nun mit dem Stadtratsbeschluss vor.

Auf das Ziel einer gastronomischen Nutzung auf der Hangkante der Weinlage Steinrücken hat die Stadt noch nicht ganz verzichtet. Zwar ist das Ansinnen für die Friedensburg passé, dafür hat die Stadt ihre Augen auf einen benachbarten Weinberg für den betrieb einer Besenwirtschaft geworfen. Der OB soll mit dem Eigentümer in Kaufverhandlungen treten. Dieser bietet zwar über das Radebeuler Immobilienbüro Beck & Holz eine 6177 Quadratmeter große Rebfläche für 95000 Euro zum Kauf an. Bei dieser Fläche soll es sich aber nicht um das Grundstück handeln, das die Stadt begehrt.

Von Silvio Kuhnert

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