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Lößnitzbad als offene Badestelle akzeptiert

Radebeul Lößnitzbad als offene Badestelle akzeptiert

 Die Wogen haben sich geglättet. Als die städtische Stadtbäder- und Freizeitanlagen-GmbH das Lößnitzbad zum Beginn der Badesaison Mitte Mai vom Freibad zur offenen Badestelle umwandelte, war die Aufregung groß. Nach viel Streit wird das Lößnitzbad aber inzwischen als Naturbadesee und als offene Badestelle von Badenden, FKKlern und Anglern angenommen.

Einer der beiden neuen Grillplätze im Lößnitzbad. Sie werden an lauen Abenden rege genutzt, sagt Bäderchef Reime.

Radebeul.  Die Wogen haben sich geglättet. Als die städtische Stadtbäder- und Freizeitanlagen-GmbH das Lößnitzbad zum Beginn der Badesaison Mitte Mai vom Freibad zur offenen Badestelle umwandelte, war die Aufregung groß. „Da war erst einmal ein Widerstand da“, beschreibt SBF-Chef Titus Reime die wütenden Anrufe und Schreiben, die vor allem von der Befürchtung genährt waren, dass die Aufgabe der Bewirtschaftung des Lößnitzbads nur der erste Schritt zur Badschließung sei. Mitten in der Saison scheinen sich die Dinge geregelt zu haben.

„Wir wollten niemanden etwas wegnehmen“, bekräftigt Reime bei einem Badrundgang. Man habe nur den Schatz heben wollen, den die beiden unterschiedlichen Bäder in Radebeul darstellen. Zum einen das 1905 vom Naturkundler Eduard Bilz gegründete und nach ihm benannte Bilzbad mit seiner großzügigen Anlage im Lößnitzgrund und der historischen Wellenmaschine, zum anderen das Lößnitzbad, das 1951 in einer gefluteten Kiesgrube eröffnet wurde und das bis heute allein von einer Grundwasserader gespeist wird. Das Naturbad sei wie gemacht für eine offene Badestelle, sagt Reime und zählt deren Vorteile auf: „Hier können Badegäste früh am Morgen vor der Arbeit oder am Abend noch einmal ins Wasser springen, zu einer Zeit, zu der wir früher nicht öffnen konnten“, sagt er. Und kommt damit auf einen wichtigen Punkt zu sprechen, der seine Rolle gespielt hat: Die Finanzen.

„An den meisten Tagen haben die Kartenverkäufe im Lößnitzbad nicht genügt, um das Kassenpersonal zu bezahlen“, sagt Reime. Geschweige denn die zwei Bademeister, bei denen es sich inzwischen um gefragten Fachkräfte handelt. Die habe man nun für das Bilzbad und die Schwimmhalle abgezogen. Das entspanne die Personalsituation und helfe Gelder zu sparen. „Zuschussbetrieb ist ein Freibad so oder so, aber wenn man etwas von dem Zuschuss einsparen kann, werden Gelder für Investitionen frei“, argumentiert der Bäderchef.

Zwei Grillplätze wurden etwa im Lößnitzbad angeschafft, denn an der Badestelle ist es gestattet, abends bei Bratwurst und Bier zusammenzusitzen. Außerdem wurde das Toilettenhäuschen aufgehübscht, wurden Handläufe und Hangbefestigungen saniert. Etwa 10 000 Euro habe man ausgegeben, sagt Reime.

Laufende Ausgaben gehen für Ordnung und Sicherheit drauf. Jeden Tag werden die 39 Papierkörbe geleert, die Toiletten zwei Mal am Tag gereinigt. Am einfachen Standard wird sich zwar nichts ändern, betont Reime, aber für Sauberkeit wird gesorgt. Unterm Strich rechne sich der Aufwand.

Anderswo hat es dagegen gehakt. Für Rettungspersonal ist inzwischen ein besonderes Schloss am Tor angebracht, nachdem vor Wochen ein Rettungswagen nicht aufs Badgelände fahren könnte. Für Hunde gilt ein Badverbot, weil einige Hundebesitzer unbedingt mit ihren Vierbeinern ins Wasser steigen mussten. Mit der vorher der Badestelle herrschenden Leinenpflicht hatten es viele ohnehin nicht so gehalten. Insgesamt 16 Schilder, die zum Leinenzwang aufforderten, gingen dem SBF in dieser Saison verloren. Die Einhaltung des Hundeverbots kontrollieren Badmitarbeiter, das Ordnungsamt und in den Abendstunden ein Sicherheitsdienst.

Ein paar Besonderheiten müssen Badegäste auch weiterhin in Kauf nehmen. So bleibt die Planschinsel in der Mitte des Lößnitzbads verschwunden. Eine offene Badestelle muss auf den ersten Blick als unbewirtschaftetes Bad erkennbar sein, sagt Reime. „Das hat juristische Gründe.“ Aus denselben Gründen muss auch das Badgelände verlassen, wer in der ehemaligen Badgaststätte einen Imbiss einnehmen will.

Reime zieht inzwischen eine gute Bilanz. „Jetzt kommen in der Mittagspause viele hierher und genießen die Ruhe“, sagt er. Zu Freibadzeiten wäre das nicht möglich gewesen. Und auch das Bilzbad profitiert. Dort wurde Geld für neue Attraktionen frei, etwa eine Hüpfburg. Sein Profil als Familien- und Spaßbad wurde geschärft. „Und wir konnten den Eintrittspreis stabil halten“, sagt Reime.

Von Uwe Hofmann

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