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Umland Literaturfest Meißen greift Flüchtlingsdebatte auf
Region Umland Literaturfest Meißen greift Flüchtlingsdebatte auf
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20:07 01.04.2016
Schirmherr Thomas de Maizière ist einer von mehr als 200 Mitwirkenden. Er will zum Literaturfest aus Daniel Kehlmanns „Die Vermessung der Welt“ vorlesen. Quelle: Uwe Hofmann

„Zwischen den Welten – Geschichten aus Nah und Fern“ ist das Motto des diesjährigen Lesefests, zu dem der Meißner Kulturverein vom 9. bis zum 12. Juni in die Porzellanstadt lädt. Eine bewusste Wahl „in diesen politisch bewegten Zeiten“, wie Kulturvereins-Vorsitzender Walter Hannot mit Verweis auf die Flüchtlingsdebatte sagt. Zwar sei das Literaturfest, das mit der selbstgewählten Bezeichnung als „größtes eintrittsfreies Open-Ai-Lesefest“ den Schwerpunkt eher auf das entspannte Miteinander legt, in Grunde keine politische Veranstaltung, „aber eben auch nicht frei vom Zeitgeschehen“, wie Hannot sagt.

Diesen Gedanken greift einer der Schwerpunkte im Programm auf, für den die Evangelische Akademie, die Kirchgemeinde St. Afra, der Verein Buntes Meißen und der Kunstverein sorgen. Unter dem Titel „Menschen unterwegs“ werden arabische Autoren, die in Deutschland leben, arabische Literatur in ihrer deutschen Übersetzung vortragen, wie Kerstin Schimmel, Akademie-Studienleiterin, erläutert. Unter anderem wird der irakische Kurde Bachtyar Ali sein „fast noch druckfrisches“ Buch „Der letzte Granatapfel“ vorstellen, wie Schimmel sagt. Weiterhin werden der Palästinenser Salim Alafenisch, der Syrer Adel Karasholi und dessen Gattin Regina Karasholi mit Lesungen beitragen. Der Künstler WEHerbstSilesius trägt aus Farid du-Din Attars „Die Konferenz der Vögel vor“, „einer 800 Jahre alten Dichtung, die uns die Kultur der Menschen näherbringt, die da zu uns kommen“, wie Schimmel sagt.

„Geschichten aus Nah und Fern“ werden auch bei einem Schreibwettbewerb gesucht, den wie in den Jahren zuvor die Sparkasse Meißen unter Jugendlichen Autoren auslobt. Eine Jury wählt die besten Einsendungen aus, die dann während der Literaturfests vorgetragen werden können. Die genauen Wettbewerbsbedingungen können unter www.literaturfest-meissen.de abgerufen werden.

Im übrigen Programm tut sich einiges Neues, bleiben aber die gewohnten Schwerpunkte Renaissance, Mittelalter und Fantasy, mit denen man in den Anfangstagen der Veranstaltung den Bogen zur Architektur Meißens schlagen wollte, wie Programmmacherin Maike Beier sagt. Sie sucht eine intensivere Zusammenarbeit mit namhaften Verlagen, damit deren bekannte Autoren dann Teil des Literaturfestes werden. Gespräche gebe es zum Beispiel mit Guntram Vesper, dem kürzlich mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichneten Autoren von „Frohburg“. Für sein Mitwirken sei noch ein wenig Daumendrücken nötig, sagt Beier.

Ein anderer bekannter Vorleser ist mit Schirmherr Thomas de Maizière mit ziemlicher Sicherheit dabei. Nur im vergangenen Jahr, als trotz regnerischen Wetters rund 12 500 Besucher kamen, musste er aus persönlichen Gründen seine Teilnahme absagen. In diesem Jahr will er auf dem Markt, wo es nach einer Pause wieder eine Bühne geben wird, weil die Stadt sich zu einer Sperrung des Platzes für den Verkehr bereit erklärt hat, aus Daniel Kehlmanns „Die Vermessung der Welt“ lesen.

Von Uwe Hofmann

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