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Links-Politiker Lutz Richter: Pirna benötigt ein Kulturhaus

Links-Politiker Lutz Richter: Pirna benötigt ein Kulturhaus

Der Kreisverband der Linken spricht sich für ein Kulturhaus in Pirna aus. Er wünscht sich eine Kulturstätte von kreisweiter Bedeutung wie einst die Tannensäle.

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Linke-Kreischef Lutz Richter

Pirna. Die Linke beklagt, dass es der Stadt in zehn Jahren nicht gelang, ein Kulturhaus zu schaffen. Im DNN-Interview sagte Linke-Kreischef Lutz Richter, welcher Standort für einen Veranstaltungssaal für seine Partei Priorität besitzt - die "Tanne" oder die Hengstfabrik.

In Pirna gibt es das Q24, die Tom-Pauls-Bühne, die Marienkirche und einen Konzertsaal im Jagdschloss Graupa. Benötigt die Elbestadt noch ein Kulturhaus oder hat sie sich nicht schon längst zu einer Kommune der kleinen, aber feinen Kulturstätten entwickelt?

Lutz Richter: Pirna benötigt ein Kulturhaus. Es geht in erster Linie um die Größe des Saales. In der "Tanne" gab es reichlich 500 Plätze. Diese Kapazität bietet in Pirna derzeit keine Lokalität, nicht einmal die Herderhalle. Zum anderen sind Veranstaltungsreihen mit der Schließung der Tannensäle zum Teil gestorben. Die Elblandphilharmonie gab regelmäßig Konzerte; die Landesbühnen führten Theaterstücke auf. Gerade für die Landesbühnen besitzen Pirnaer noch Anrechtskarten. Sie werden nun mit dem Bus nach Radebeul gefahren. Für eine Kreisstadt von der Größe sowie von der Dimension des Landkreises her ist es unabdingbar, dass es ein richtiges Kulturhaus gibt.

Das Projekt mit Hotel, Gastronomie und Veranstaltungssaal von Investor Rolf-Dieter Sauer ist gescheitert, bislang gibt es kein neues Konzept für die "Tanne". Es gibt aber auch Pläne, die ehemalige Hengstfabrik zum Veranstaltungssaal umzubauen...

Die "Tanne" hat eine bestimmte Tradition in Pirna. Viele Menschen in der Stadt und in der Region fühlen sich mit dem Haus verbunden. In seiner Resolution fordert der Kreisverband, dass es ein Kulturhaus geben muss. Priorität hat für uns die "Tanne". Die "abgespeckte" Version von Investor Sauer liegt noch nicht vor, deshalb kann ich sie auch nicht beurteilen. Dasselbe gilt für das Konzept für die Hengstfabrik. Auch dieses wurde noch nicht öffentlich vorgestellt. Ich habe nur gehört, dass in dem Saal bis zu 1500 Menschen Platz finden sollen. Da frage ich mich, ob diese Kapazität für Pirna nicht eine Liga zu groß ist. Kurzum: Die "Tanne" blickt auf eine lange Tradition als Kreiskulturhaus zurück, deshalb hat sie eine kreisweite Bedeutung und muss den Vorzug als Veranstaltungsstätte haben.

Beide Initiativen gehen von privaten Investoren aus. Sollte sich die Stadt mehr engagieren?

Im Endeffekt wird es in Pirna nur ein Kulturhaus geben, wenn Privatleute investieren. Natürlich wünschen wir uns als Linke, dass solche Einrichtungen kommunal betrieben werden. Denn bei einem privaten Betreiber hat die Kommune keinen Einfluss auf die Gestaltung der Eintrittspreise. Mit Blick auf den städtischen Haushalt können wir aber an den Realitäten nicht vorbeischauen. Wichtig ist einfach nur, dass es künftig wieder eine Lokalität für Theater, Konzerte, Musik und Tanz gibt.

Der Kreisverband hat den Verdacht geäußert, die "Tanne" sei als Kulturhaus politisch nicht gewollt. Was ist damit gemeint?

Das Kulturhaus hat wie bereits erwähnt eine kreisweite Bedeutung. Ob aus Stolpen, Lohmen oder Königstein - Menschen aus der Region würden nach Pirna kommen, um das Kulturhaus zu besuchen. Deswegen gibt es meiner Meinung nach eine politische Verantwortung der Stadt, sich um eine Kulturstätte zu kümmern, und nicht Dinge auszusitzen, hinzuhalten oder zu blockieren. Ich denke da nur an die ursprüngliche Zusage der Eigentümer des Grundstücks Tischerplatz 11. Als sie diese wieder zurückgezogen hatten, lag die Information der Verwaltung vor, wurde aber den Stadträten vorenthalten. Ich meine, es besteht eine politische Verantwortung der Stadt zu sagen: Ja, wir wollen so ein Haus und suchen nach einem Weg der Finanzierung.

Die "Tanne" war bis Ende der 1990er Jahre Kreiskulturhaus. Ihr Niedergang wurde eingeläutet, als sich der Landkreis als Betreiber zurückzog. Liegt es nicht auch in seiner Verantwortung, sich für eine Kulturstätte von kreisweiter Bedeutung zu engagieren?

Natürlich hat auch der Kreis eine Verantwortung. Allerdings ist die "Tanne" Eigentum der Stadt. Wenn das neue Konzept von Herrn Sauer nicht realisierbar ist, fällt der Besitz an Pirna zurück und der Haushalt wird mit rund 100 000 Euro für die Notsicherung belastet, die bisher der Investor bezahlt hat. In der Kulturentwicklungskonzeption der Stadt ist eindeutig beschrieben, dass ein Haus mit dieser Anzahl von Plätzen notwendig sei. Mit der Resolution möchte der Kreisverband zum Ausdruck bringen, dass man der "Tanne" als Kulturhaus eine Chance geben sollte.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.11.2012

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