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Umland Legendäre Faschingshochburg wird Kultur- und Bürgerhaus
Region Umland Legendäre Faschingshochburg wird Kultur- und Bürgerhaus
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16:34 21.12.2018
Innenminister Roland Wöller (l.) und OB Uwe Rumberg unterzeichnen die städtebauliche Vereinbarung. Quelle: Foto: K. Ardelt-Klügel
Freital

Die weit über Freitals Stadtgrenzen für ihre legendären Faschings- und Tanzveranstaltungen bekannten Ballsäle Coßmannsdorf (BC) sollen bereits 2020 im neuen Glanze erstrahlen. Dafür unterzeichneten jetzt Sachsens Innenminister Roland Wöller und Freitals Oberbürgermeister Uwe Rumberg (beide CDU) eine entsprechende Vereinbarung. Möglich wird die längst überfällige Sanierung des vor allem durch das August-Hochwasser 2002 schwer geschädigten Gebäudes durch Bundes- und Landesmittel aus dem Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“. Die Baukosten belaufen sich nach ersten groben Schätzungen auf rund 4,5 Millionen Euro. Die Stadt Freital will sich das künftig als Kultur- und Bürgerhaus genutzte Gebäude im Freitaler Stadtteil Hainsberg 1,8 Millionen Euro kosten lassen.

Die Ballsäle Coßmannsdorf warten auf die dringend erforderliche Sanierung. Quelle: Kerstin Ardelt-Klügel

Die beiden 490 und 105 Quadratmeter großen Säle sollen in ihren Maßen im Obergeschoss erhalten bleiben. Gedacht sei zudem an Lager- und Künstlergarderoben im hinteren Bühnenbereich sowie an einen Gastronomieraum und Gästetoiletten, vermittelt Thomas Klingauf vom gleichnamigen Freitaler Ingenieurbüro einen ersten Einblick in den Planungsstand. Das Erdgeschoss böte den zwei im Haus aktiven Vereinen – dem Faschingsverein und Verein für den Erhalt der Ballsäle Coßmannsdorf – sowie dem Hainsberger Jugendclub Räumlichkeiten. Darüber hinaus entstünden zwei individuell gestaltbare und separat zugängige Mehrzweckbereiche, die für Feierlichkeiten gebucht werden können.

Für diese Nutzungsangebote müssten das Dachtragwerk einschließlich Decken verstärkt, Dämmung und Schallschutz angebracht und einzelne Wände entfernt werden. Außerdem würde neben der Überarbeitung der Rettungstreppe ein Aufzug eingebaut, um das Haus barrierefrei zu machen. Anfang 2019 erwartet Klingauf die Baugenehmigung, mit dem Baubeginn rechnet der Planer nicht vor Mitte bis Ende des kommenden Jahres. In dieser Zeit laufe auch die Brandschutzrechtliche Genehmigung für das Betreiben des großen Saales ab. Damit müsse wohl eine Faschingsveranstaltung im Zelt stattfinden, scherzt der Freitaler.

Das 1911 als Großgaststätte errichtete Gebäude erlebte eine wechselvolle Geschichte, zwischen Tanz in den 1920er und 30er Jahren, Kriegsgefangenenlager und Büro der Gussstahlhütte Döhlen in den 40ern und als Umsiedlerheim nach Kriegsende. Ab 1955 agierte dann die DDR-Einzelhandelskette HO als Pächter; das Gebäude blieb in Familienbesitz. Nach der Wende, spätestens aber nach den zwei Hochwassern 2002 und 2005 kam die Gastronomie bis auf die jährlichen Faschingsveranstaltungen zum Erliegen. Um den Erhalt des Hauses kämpft seitdem der Verein zum Erhalt der Ballsäle Coßmannsdorf. Vereinschef Marco Thiele spricht von etwa 60 Mitgliedern und jährlichen Veranstaltungen wie das nun schon traditionelle Kinder- und Hoffest im Juni, die „Hainsberger Wiesn“ im September und der „Hainsberger Hüttenzauber“ mit Weihnachtsmarkt und Lampionumzug immer am 3. Adventswochenende.

Um die umfangreichen Sanierungsarbeiten über Fördermittel finanzieren zu können, kaufte die Stadt Freital die Faschingshochburg in diesem Jahr von ihrer Städtischen Tochter – der Wohnungsgesellschaft Freital (WGF) – ab. Betreiber sind nach Fertigstellung des BC die Technischen Werke Freital (TWF), die als Veranstalter und Caterer Erfahrungen haben. „Wir werden einen zentralen Ansprechpartner stellen, der sich um Vermietung und Koordination kümmert. Das Leben aber sollen die zwei schon jetzt aktiven Vereine ins Haus bringen“, betont TWF-Geschäftsführer Jörg Schneider.

Von Kerstin Ardelt-Klügel

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