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Landkreis möchte die gesamte Burg Hohnstein zurück

Nach zehnjährigem Insolvenzverfahren Landkreis möchte die gesamte Burg Hohnstein zurück

Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge strebt die vollständige Hoheitsgewalt über die Burg Hohnstein an. Denn nur mit der Familienferienstätte im Haus 1 ist ein Betrieb der Gesamtanlage möglich. Die Stadt bietet sich als Interimspächter an, um eine Schließung Ende dieses Jahres zu verhindern.

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Die Burg Hohnstein wurde vermutlich um 1200 errichtet. Der jetzige Betreiber, der insolvente Naturfreundeverein, hat den Pachtvertrag gekündigt.

Quelle: Foto: Archiv

Hohnstein. Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge strebt die vollständige Hoheitsgewalt über die Burg Hohnstein an. Dafür soll die Verwaltung mit dem Insolvenzverwalter über die Auflösung des Erbbaurechts für Haus 1 verhandeln. Das Gebäude ist das Filetstück der Anlage. „Solange wir die Verfügungsgewalt über Haus 1 nicht wiederbekommen, ist eine Vermarktung sowie der Betrieb nicht möglich“, sagte Vize-Landrat Heiko Weigel (CDU) auf der jüngsten Kreistagssitzung.

Die Burganlage besteht aus zehn Gebäuden. Sie gehört seit Anfang Dezember 1996 dem Landkreis. Noch im selben Monat verpachtete er das Ensemble an den Verein Familienferien- und Häuserwerk der Deutschen Naturfreunde. Später folgte ein Erbbaurechtsvertrag für Haus 1. Der Naturfreundeverein ging im Jahr 2007 pleite. Seither steht sein Vermögen unter Insolvenzverwaltung. Das einzige Objekt in der Insolvenzmasse ist noch die Burg.

Den Pachtvertrag für die Häuser 2 bis 10 hat der Insolvenzverwalter zum 30. November dieses Jahres gekündigt. Am Ende der Saison wird der Verein den Betrieb einstellen. Der Burg mit Familienferienstätte, Museum, Gastronomie und Eventlokation droht am Ende der diesjährigen Saison die Schließung. Durch den Erbbaupachtvertrag kann der Insolvenzverwalter für Haus 1 einen neuen Besitzer suchen.

Das möchten Kreistag und Kreisverwaltung verhindern. „Denn das Haus 1 ist im besten Zustand von allen Gebäuden und nur mit ihm ist die Burg zu betreiben“, so Weigel. Von den Kreisräten erhielt er einstimmig den Auftrag, über eine Rückabwicklung des Erbbaupachtvertrages zu verhandeln.

Gleichzeitig macht sich das Landratsamt auf die Suche nach einem neuen Nutzer. So möchte Weigel alle großen Betreiber von Jugendherbergen in Deutschland ansprechen. Die Kreisverwaltung möchte auch den Freistaat mit ins Boot holen. Denn an der Anlage ist in den zurückliegenden Jahren ein Investitionsstau aufgelaufen. Rund zwei Millionen Euro müssten investiert werden, um einen weiteren Betrieb aufrechterhalten zu können. Der Kreis hat das Geld nicht.

Landrat Michael Geisler (CDU) hat sich daher mit einem Brief an den sächsischen Finanzminister Georg Unland (CDU) gewandt. Darin bittet der Kreischef, die Möglichkeit zu prüfen, „die Burg Hohnstein in das Portfolio der Burgen, Schlösser und Gärten in Trägerschaft des Freistaats Sachsen aufzunehmen und damit ihre Zukunft zu sichern.“ Per E-Mail erhielt Geisler von einem Ministeriumsmitarbeiter eine Absage, was vom Kreistag kritisiert wurde. „Die Burg ist ein wichtiges Kulturgut unserer Region. Es ist unverständlich, wie sich der Freistaat hier verhält“, rügte CDU-Kreistagsfraktionschef Mike Ruckh.

Damit die Burganlage nicht geschlossen wird, liegt der Kreisverwaltung ein Angebot der Stadt Hohnstein vor, dass sie mittels ihrer Tourismusgesellschaft ab kommenden Dezember als Betreiber einspringt, bis ein neuer Nutzer gefunden ist. Eine Schließung der Burg würde den Tourismus in Hohnstein empfindlich schaden und weiter schwächen, so Bürgermeister Daniel Brade (SPD).

Von Silvio Kuhnert

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