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Landkreis möchte Investitionsstau bei seinen Immobilien abbauen

Kreistag Landkreis möchte Investitionsstau bei seinen Immobilien abbauen

Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hat nicht nur mit einem Investitionsstau bei den Kreisstraßen zu kämpfen, sondern er müsste auch mehr Finanzmittel für den Erhalt seiner Immobilien aufbringen. Rund drei Millionen Euro wären für den Unterhalt der kreiseigenen Schulen, Turnhallen und Bürogebäude im Jahr notwendig.

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Vize-Landrat Heiko Weigel

Quelle: Daniel Förster

Pirna/Freital. Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hat nicht nur mit einem Investitionsstau bei den Kreisstraßen zu kämpfen (DNN berichteten), sondern er müsste auch mehr Finanzmittel für den Erhalt seiner Immobilien aufbringen. Rund drei Millionen Euro wären für den Unterhalt der kreiseigenen Schulen, Turnhallen und Bürogebäude im Jahr notwendig. Mindestens zwei Millionen Euro sollten pro Haushaltsjahr für die Instandhaltung bereitstehen, damit sich der „Zustand der Immobilien nicht erheblich verschlechtert“, informierte Vize-Landrat Heiko Weigel (CDU) den Kreistag. Und der Beigeordnete für Bau und Umwelt muss feststellen: „Diese Zielgröße wurde in den vergangenen Jahren nicht erreicht.“

Das Landratsamt Pirna bewirtschaftet derzeit 53 Liegenschaften. Darunter befinden sich elf Schulen wie die Gymnasien im ehemaligen Weißeritzkreis, Förderschulen und Berufschulzentren, sechs Verwaltungsgebäude wie Schloss Sonnenstein und die Außenstellen in Dippoldiswalde und Freital, Sportanlagen wie die Bobbahn in Altenberg sowie sonstige Immobilien, wozu beispielsweise Schloss Hohnstein zählt. Anders als bei den Kreisstraßen, wo sich fast die Hälfte in einem bedenklichen bis ganz schlechten Zustand befindet, ist der Bauzustand der Kreisimmobilien in einem überwiegend guten Zustand. Das liegt nicht zuletzt an den Investitionen von jährlich zwischen 2,2 und 5,3 Millionen Euro, die der Kreis von 2012 bis 2015 tätigte. Jedoch das Investitionsniveau brach durch die Haushaltssperre im Frühjahr 2015 und der haushaltslosen Zeit von fast einem Jahr in 2016 komplett ein. Die Planung und der Beginn neuer Vorhaben war in den vergangenen zwei Jahren nicht möglich. Um den Investitionsstau abzubauen, müsste der Kreis jährlich acht Millionen Euro aufbringen.

Um die Kreisfinanzen ist es bekanntlich nicht gut bestellt. Deshalb gilt die Faustformel: „Ohne Förderung kein Bau“, so Weigel. Mit Hilfe des Investitionspakets „Brücken in die Zukunft“, möchte die Kreisverwaltung drei große Vorhaben, die bislang immer wieder verschoben wurden, bis 2020 nun endlich anpacken: die Instandsetzung des Dachs am Beruflichen Schulzentrum (BSZ) in Freital, die Sanierung des Standortes Krönertstraße des Weißeritzgymnasiums sowie die baulichen Vorhaben von Abriss über Sanierung und Neubau an der Schule zur Lernförderung in Freital. Für die beiden erstgenannten Projekte gab der Kreistag auf seiner Sitzung am Montagabend einstimmig grünes Licht.

Am BSZ in Freital tropft es quasi durch die Decke. Der Gebäudekomplex wurde Mitte der 1990er Jahre errichtet, mit einem begrünten Dach. Kaum fünf Jahre nach Inbetriebnahme wurden ab 2002 gutachterliche Untersuchungen notwendig, da Regenwasser in das Gebäude eindrang. Es folgte ein jahrelanger Streit mit Planern und Baufirma. Knapp 3,2 Millionen Euro, davon über eine Million Euro an Eigenmitteln, nimmt der Landkreis in diesem und im nächsten Jahr in die Hand, um das begrünte Flachdach durch eine neue Dachkonstruktion zu ersetzen. Es werde kein Gründach mehr, wie Weigel betonte. Ob das Budget überhaupt ausreicht, wird sich erst mit Baubeginn zeigen. „Denn wir sehen erst, wie groß die Schäden sind, wenn wir das erste Dach öffnen“, so Weigel.

Nach Abschluss der Dachsanierung am BSZ ziehen die Bauarbeiter zum Weißeritzgymnasium in Freital weiter. Von den drei Schulhäusern harrt noch der Standort Krönertstraße einer Sanierung. „Dort findet fast alles statt, was man sich sanierungsmäßig vorstellen kann“, so Weigel. So bekommt das Schulgebäude einen Aufzug, modernen Brandschutz, einen besseren Schallschutz, neue Sanitäranlagen und so weiter. Die Kreisverwaltung geht von Baukosten von rund 5,7 Millionen Euro aus, die Bauarbeiten sollen im Schuljahr 2018/19 erfolgen.

Für die Freitaler Schule zur Lernförderung hat der Kreis im Investitionspaket einen Bedarf von 3,5 Millionen Euro angemeldet. Wann eine Lösung für die derzeit in Containern untergebrachte Schule erfolgen soll, ist noch nicht geklärt.

Von Silvio Kuhnert

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