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Umland Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge möchte Burg Hohnstein übernehmen
Region Umland Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge möchte Burg Hohnstein übernehmen
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10:33 29.03.2017
Ende November dieses Jahres endet der Pachtvertrag mit dem bisherigen Betreiber der Burg Hohnstein. Quelle: Archiv
Hohnstein

Für die Zukunft der Burg Hohnstein muss der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge neue Pläne schmieden. Der bisherige Betreiber scheidet Ende November dieses Jahres aus. Um eine Zerstückelung der Anlage zu verhindern, möchte das Landratsamt Pirna wieder die vollständige Entscheidungsgewalt zurückbekommen. „Der Kreistag favorisiert eine Gesamtlösung für die Burg Hohnstein“, lautet der Vorschlag der Verwaltung an die Kreisräte, die auf ihrer nächsten Sitzung am kommenden Montag über das weitere Schicksal der Burg entscheiden.

Eigentlich ist der Landkreis bereits der Eigentümer der Burganlage, die vermutlich um 1200 errichtet wurde. Er hat sie im Wege einer Vermögenszuordnung Anfang Dezember 1996 erhalten. Noch im selben Monat verpachtete er das Gebäudeensemble an den Verein Familienferien- und Häuserwerk der Deutschen Naturfreunde. Um in den Genuss von Fördermitteln und eines Darlehens zu kommen, schloss der Verein mit dem Kreis im Jahr 2000 einen Erbbaurechtsvertrag für Haus 1, der Familienferienstätte, ab. Dieser Vertrag hat eine Laufzeit von 30 Jahren, der Kreis erließ den Erbbauzins, dafür wurde er von Investitionen und Unterhaltspflichten für Haus 1 befreit.

2007 ging der Naturfreundeverein pleite. Insolvenzverwalter ist seither die Voigt Salus Rechtsanwälte und Steuerberater Partnergesellschaft mit Sitz in Berlin. Die Burg Hohnstein befindet sich als einziges Objekt in der Insolvenzmasse. Wie die Verwaltung die Kreisräte in der Beschlussvorlage informiert, habe der Insolvenzverwalter bereits Mitte November vergangenen Jahres dem Landratsamt mitgeteilt, dass über das Ende der Saison 2017 hinaus keine Perspektiven bestünden, den Geschäftsbetrieb fortzuführen. Im vergangenen Dezember traf dann die Kündigung des Pachtvertrages bei der Kreisbehörde ein. Lediglich für Haus 1 sieht die Rechtsanwaltskanzlei die Option einer Fortführung als Beherbergungsbetrieb. Eine Variante wäre der Verkauf des Erbbaurechts an einen neuen Betreiber. Damit würde es zwei Besitzer geben, einmal den Landkreis mit dem Pachtteil und den potenziellen Käufer mit der Familienferienstätte. Das möchte die Kreisverwaltung aber verhindern, denn sie wittert Konfliktpotenzial. Deshalb empfiehlt sie dem Kreistag auch Haus 1 wieder zu übernehmen, „um die Zukunft der Burg Hohnstein maßgeblich gestalten und sie einer neuen, nachhaltigen Nutzung zuführen zu können“, wie es in der Begründung der Beschlussvorlage heißt.

Bei der ganzen Angelegenheit gibt es allerdings Probleme. So ist der Erbbaupachtteil mit Schulden von über 400 000 Euro belastet. Die Hauptgläubiger sind der Bund und der Freistaat Sachsen. Der Landrat soll mit ihnen eine Lösung verhandeln, wie ihre Forderungen erfüllt werden können.

Die weit größere Problematik stellt allerdings der Investitionsstau dar. Für dringend notwendige Verkehrssicherungsmaßnahmen sind in diesem Jahr Bauarbeiten in Höhe von über 140 000 Euro über das Investitionspaket „Brücken in die Zukunft“. Das ist aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn man den Gesamtzustand der Anlage betrachtet. Um die Burg zu erhalten, sind unter anderem Dach- und Fassadenreparaturen, Arbeiten am Mauersturz sowie die Ertüchtigung des Brandschutzes erforderlich. Rund zwei Millionen Euro müsste der Landkreis für die Rettung der Bausubstanz aufbringen. Ausgaben für den Brandschutz kämen noch oben drauf. Mit diesen Investitionen wäre die Burg so instandgesetzt, dass sie nutzbar ist. Allerdings übersteigt dieser Investitionsbedarf die finanzielle Leistungsfähigkeit des Landkreises. Er hat kein Geld dafür.

Sobald die Anlage wieder komplett in Kreishand ist, soll der Landrat sich auf die Suche nach einem neuen Nutzer machen. So favorisiert die Kreisverwaltung entweder die öffentliche Nutzung durch den Freistaat oder einen privaten Betrieb als Beherbergungsstätte.

Von Silvio Kuhnert

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