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Landkreis Meißen will fast 1000 Asylplätze abbauen

Wegen sinkender Flüchtlingszahlen Landkreis Meißen will fast 1000 Asylplätze abbauen

Der Landkreis Meißen plant, weitere Unterbringungsplätze für Asylbewerber abzubauen. Während Gemeinschaftsunterkünfte in Meißen, Moritzburg, Weinböhla und Klipphausen bis zum Ende des Jahres schließen sollen, geht die im März 2016 abgebrannte Unterkunft in Radebeul wieder in Betrieb.

Verzeichnete der Landkreis Meißen in der ersten Jahreshälfte 2016 noch 574 neu zugewiesene Asylbewerber, reduzierte sich diese Zahl in der zweiten Jahreshälfte auf 342 Personen.

Quelle: dpa/Archiv

Radebeul/meissen.  Der Landkreis Meißen plant, weitere Unterbringungsplätze für Asylbewerber abzubauen. So sollen Gemeinschaftsunterkünfte in Meißen, Moritzburg, Weinböhla und Klipphausen bis zum Ende des Jahres schließen. Das im März 2016 abgebrannte Asylbewerberheim in Radebeul wird dagegen wieder in Betrieb gehen. So sieht es die Fortschreibung des Unterbringungskonzeptes vor, dass am morgigen Donnerstag Thema auf der Kreistagsitzung ist.

Grund für die Kapazitätsreduzierung ist der weitere Rückgang der Asylbewerberzahlen. Verzeichnete der Landkreis Meißen in der ersten Jahreshälfte 2016 noch 574 neu zugewiesene Asylbewerber, reduzierte sich diese Zahl in der zweiten Jahreshälfte auf 342 Personen. „2017 hat sich die Lage weiter entspannt. So sind im Jahresverlauf bis Ende August 278 Zuweisungen zu verzeichnen“, informiert die Kreisverwaltung. Zum Vergleich: Während des Höhepunkts der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 kamen im Kreis 1991 Asylsuchende an. Anfang Juli 2017 lebten insgesamt 1658 Asylbewerber im Kreisgebiet. Im Vorjahr waren es zum gleichen Zeitpunkt 2247.

Für die Unterbringung stehen momentan 2805 Plätze zur Verfügung. Davon befinden sich 706 in neun zentralen Gemeinschaftsunterkünften. 2032 Plätze stehen in 434 Wohnungen zur dezentralen Unterbringung bereit. Die restlichen Kapazitäten verteilen sich auf 37 private Unterkünfte. Momentan sind 1157 Plätze nicht belegt. Da der Landkreis nur für die tatsächlich im Kreisgebiet untergebrachten Asylsuchenden eine Kostenerstattung durch den Freistaat erhält und er daher auf den Betriebskosten für die freien Plätze sitzen bleibt, möchte die Verwaltung deren Anzahl weiter abbauen. „Aufgrund der weiter singenden Zuweisungszahlen ist vorgesehen, die vorzuhaltenden Unterbringungskapazitäten bis Ende des Jahres auf 1650 Plätze zu reduzieren“, so die Kreisverwaltung. Um auf den Fall wieder steigender Flüchtlingszahlen vorbereitet zu sein, wird eine Sicherheitsreserve vorgehalten, so dass es insgesamt 1815 Plätze künftig geben soll.

Um diese Plangröße zu erreichen, möchte das Landratsamt bis Ende dieses Jahres 128 Wohnungen – 137 wurden bereits im Laufe dieses Jahres abgebaut – sowie 395 Heimplätze vom Netz nehmen. Folgende fünf Heime sollen schließen: Remonteplatz 10 in Großenhain, Wilsdruffer Chaussee 52a in Klipphausen, Leipziger Straße 48 in Meißen, Am Knabenberg 15 in Moritzburg sowie Querweg 13 in Weinböhla.

An der Wiedereröffnung des Asylbewerberheims an der Kötitzer Straße 108a in Radebeul hält die Kreisverwaltung dagegen fest. Laut ihr sprechen für die Wiederinbetriebnahme folgende Faktoren: die vorhandene Infrastruktur, die Nähe zu Dresden und vor allem, dass es in der Lößnitzstadt ein in 14 Jahren gewachsenes Netzwerk zur Unterstützung und Integration gebe, in welchem sich sowohl die Stadtverwaltung als auch viele ehrenamtliche Helfer wie das Bündnis Buntes Radebeul engagieren. Im Herbst soll das Heim wieder öffnen. In ihm werden voraussichtlich die Flüchtlinge aus der Einrichtung in Weinböhla untergebracht.

Von Silvio Kuhnert

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