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Umland Landkreis Meißen und DVB wollen neuen Vertrag zur Straßenbahnlinie 4
Region Umland Landkreis Meißen und DVB wollen neuen Vertrag zur Straßenbahnlinie 4
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16:47 10.10.2017
Gerade in Radebeul-Ost ist der Zustand der Straßenbahngleise sehr schlecht, fährt die Straßenbahn deswegen teils nicht schneller als zehn Stundenkilometer. Quelle: Uwe Hofmann
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Radebeul/Coswig/Weinböhla

Landkreis Meißen und Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) wollen den Verkehrsvertrag zum Betrieb der Straßenbahnlinie 4 vorzeitig verlängern. Das teilt das Landratsamt mit. Die Bestimmungen des bestehenden Vertrags, Ende 2010 nach heftigen Debatten im Kreisrat mit einer Laufzeit bis Ende 2021 geschlossen, sollen auf diese Weise überholt und an die gegenwärtige Lage angepasst werden. Dabei muss vor allem über die Finanzen gesprochen werden.

Denn ohne Zuschüsse aus öffentlicher Hand fahren kein Bus und keine Bahn. Sobald die Straßenbahn der Linie 4 die Stadtgrenze von Dresden verlässt und durch Radebeul, Coswig und Weinböhla fährt, ist dafür der Landkreis als „Besteller von Verkehrsleistungen“ zuständig. Er zahlt für den halbstündigen Grundtakt der „Kulturlinie 4“ nach Weinböhla 680 000 Euro, weitere 340 000 Euro zahlt Radebeul für die Taktverdichtung auf zehn Minuten bis zur Gleisschleife Radebeul-West, der Zweckverband Verkehrsverbund Oberes Elbtal gibt 70 000 Euro für den Nachtverkehr. Macht jährliche Zuschüsse über knapp 1,1 Millionen Euro an die DVB, die trotz Kartenverkäufen an 2,645 Millionen Fahrgäste im Jahr 2016 nicht auskömmlich sind.

Denn die Betriebskosten der Linie 4 sind im Landkreis höher als kalkuliert. Rund 115 000 Euro mehr haben die DVB allein 2016 gezahlt, insgesamt betrage die Unterdeckung der Betriebskosten seit 2011 reichlich 490 000 Euro, informiert Landkreis-Beigeordnete Janet Putz (CDU). Bis Vertragslaufende könnte sich das Minus auf mehr als eine Million Euro aufsummieren – für neue Verhandlungen wäre das nicht die beste Basis.

Der Grund für die zu hohen Betriebskosten liegt im Streckennetz, das vor allem in Radebeul stark sanierungsbedürftig ist. Gerade im östlichen Teil der Stadt reiht sich Langsamfahrstrecke an Langsamfahrstrecke, kommt die Straßenbahn mitunter mit Maximalgeschwindigkeiten von zehn Stundenkilometern angeschlichen, weil die zerschlissenen Gleise mehr nicht erlauben. Bei Abschluss des derzeitigen Verkehrsvertrags waren sich alle Seiten einig, dass dem so schnell es geht Abhilfe geschaffen wird. Ein Investitionspaket von rund 5,4 Millionen Euro wurde geschnürt, zu dem der Landkreis 2,63 Millionen, Radebeul 1,61 Millionen sowie Coswig und Weinböhla je 300 000 Euro beigetragen haben. Bis etwa 2015 sollte das Geld, um Fördermittel vermehrt, für Sanierungen im Radebeuler Gleisnetz ausgegeben werden. Die frühzeitigen Investitionen sollten anschließend die Betriebskosten niedrig halten.

Doch zu größeren Sanierungen ist es mit der Ausnahme eines Abschnittes in Radebeul-Mitte nicht gekommen. Mal, weil Stadtratsdiskussionen länger dauerten, mal, weil sich das nötige Planfeststellungsverfahren in die Länge zog. Das hat Folgen: Statt einer geplanten Umlaufzeit von 60,5 Minuten hatten die Straßenbahnen der Linie 4 im vergangenen Jahr 67 Minuten gebraucht. Um dennoch den Fahrplantakt einzuhalten, macht das mehr Fahrzeuge (5,6 statt 4,3) und mehr Personal (35 100 statt 32 000 Dienstplanstunden) nötig. Das kostet.

Das Landratsamt Meißen hat nun die DVB aufgefordert, eine realistische Kalkulation für die Vertragsrestzeit bis 2021 aufzustellen. Sie soll offenbar vor allem als Verhandlungsgrundlage dienen, denn gleichzeitig werden alle Hebel für eine vorzeitige Vertragsverlängerung umgelegt. Allerdings geht es damit nicht so schnell: 2020 vielleicht könnte der neue Vertrag beginnen, meint die Beigeordnete Putz. Ob dann vielleicht auch mit längerer Laufzeit, wie in Dresden, ist offen.

Bei den DVB zeigt man sich erfreut über das Gesprächsangebot des Landkreises. Für die anstehenden Investitionen ins Gleisnetz sei es sinnvoll, über einen längeren Zeitraum Planungssicherheit zu haben, teilt DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach mit.

Von Uwe Hofmann

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