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Lärmentlastung im Elbtal frühstens 2018

Bahnkrach Lärmentlastung im Elbtal frühstens 2018

Das lange Hin und Her um den Bahnlärm in Coswig könnte bald ein Ende haben. In der vergangenen Stadtratsitzung verkündete Oberbürgermeister Frank Neupold (parteilos) stolz, dass Coswig in eine Machbarkeits-Untersuchung aufgenommen wurde

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Das lange Hin und Her um den Bahnlärm in Coswig könnte bald ein Ende haben.

Quelle: Stephan Klingbeil

Coswig. Das lange Hin und Her um den Bahnlärm in Coswig könnte bald ein Ende haben. In der vergangenen Stadtratsitzung verkündete Oberbürgermeister Frank Neupold (parteilos) stolz, dass Coswig in eine Machbarkeits-Untersuchung aufgenommen wurde. Diese Studie soll ermitteln, welcher Lärmschutz mit welchem Aufwand erreichbar ist. Sie wird in drei Regionen deutschlandweit durchgeführt, wo die Lärmbelästigung am größten ist: im Rheinland am Münchener Brenner und Coswig.

Dank dieses „Glücksfalles“, wie es Neupold bezeichnet, kann es schon bald in die konkrete Planung gehen. Zunächst wurde im Stadtrat der Lärmaktionsplan beschlossen. Dieser beinhaltet jedoch nur theoretische Pläne. Unter anderem sieht er eine geschlossene Schallschutzwand links von der Bahntrasse sowie ein Nachtfahrverbot und Geschwindigkeitsreduzierungen für den Güterverkehr vor. Entscheiden muss darüber allerdings letztlich die Bahn. Die Coswiger Pläne sind lediglich Empfehlungen. Außerdem möchte die Stadt an der Lößnitzstraße mehr Bäume und Sträucher pflanzen. Das Sanierungsziel der Stadt Coswig ist ein Lärmpegel von 60 Dezibel am Tag und 50 in der Nacht. Der nächtliche Bahnlärm von über 50 Dezibel betrifft etwa 6 700 Einwohner. Der OB rechnet 2018 mit den ersten Bauarbeiten.

Die Bürgerinitiative „Bahnemission Elbtal“ hat laut Neupold maßgeblich dazu beigetragen, dass Coswig in die Machbarkeitsstudie für Lärmschutz aufgenommen wurde. Dennoch sieht sich die Initiative noch nicht am Ziel. „Die Nachricht stimmt uns erstmal froh, aber zufrieden sind wir erst, wenn alles steht“, erklärt Krebs. Er erinnert an die Farce mit der Minilärmschutzwand am Krankenhaus. „Mit diesem Projekt haben wir böse Erfahrungen gemacht. Alles schien klar zu sein. Doch das Eisenbahnbundesamt genehmigte das Projekt nicht. Deswegen sind wir vorsichtig geworden“, erklärte Krebs.

Eine wichtige Etappe für die Initiative war 2011 eine Petition mit etwa 2500 Unterschriften. Der Verein reichte diese beim Petitionsausschuss im deutschen Bundestag ein. „Dann war lange Ruhe“, erinnert sich Vorstand Michael Krebs. Doch es geschah ein weiterer „Glücksfall“. Der Petitionsausschuss traf sich im April 2013 ein Coswig. Die Mühe lohnte sich. Der Ausschuss akzeptierte die Unterschriften als Einzelpetition und nahm sie einstimmig an. Das schenkte dem lärmbelasteten Elbtal die nötige Aufmerksamkeit.

Die Initiative wirkt seit 2011 im Elbtal. „Wir sind nicht gegen die Bahn, sondern für eine leise Bahn“, betont Vorstand Michael Krebs. „Die Bahn macht im Prinzip alles richtig und hält sich an das Gesetz. Deshalb wendeten wir uns gleich an die Politiker in Berlin, die Gesetze ändern können“, sagte Krebs. Diese Einstellung lobt auch OB Neupold.

Der Verein will sich in den kommenden Wochen intensiv mit dem neuen Plan auseinandersetzen. „Wir werden immer wieder nachfragen: Was passiert wann wo und wie“, sagte Krebs im Namen der 180 ehrenamtlichen Mitglieder. Er hofft, dass 2018 der Lärmschutz realisiert ist. Angst, dass der Verein danach überflüssig wird, hat Michael Krebs nicht. 2020 stehe noch die Umrüstung der Waggons auf Flüsterbremsen an und dann werden weitere Bahnstrecken ausgebaut, welche die Zahlen der Güterzüge weiter erhöhen werden. Inzwischen sind es mehr als 140 pro Tag, die durch das Elbtal rauschen.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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