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Umland Kretschmer beeindruckt von Bürgerinitiative für Basistunnel nach Prag
Region Umland Kretschmer beeindruckt von Bürgerinitiative für Basistunnel nach Prag
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10:56 14.03.2019
Steffen Spittler (Mi.) und Hendrik Oltersdorf (re.) erklären Ministerpräsident Michael Kretschmer die Vorzüge der Alternativtrasse der Bürgerinitiative für die Eisenbahntrasse Dresden-Prag. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Die BürgerinitiativeBasistunnel nach Prag“ ist mit einem eigenen Vorschlag für die geplante Schnellbahntrasse zwischen Dresden und Prag bei Sachsens Regierungschef auf positives Echo gestoßen. „Das war eine unglaublich exzellente Darstellung“, erklärte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Mittwoch nach einer Präsentation der Initiative in Dresden.

Dulig: Noch keine Festlegung auf detaillierte Strecke

Die geplante Eisenbahn-Neubaustrecke (NBS) zwischen Dresden und Prag ist 2018 in den „Vordringlichen Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplanes (BVWP) aufgerückt. Damit wurde der Betreiber des Schienennetzes, die DB Netz AG, für die weitere Planung und Ausführung des Projektes verantwortlich. Im Rahmen der bisherigen Studien hat das sächsische Wirtschaftsministerium einen vier Kilometer breiten Trassenkorridor ermittelt und ieine Vorzugsvariante herausgearbeitet, die Grundlage der Anmeldung für den Bundesverkehrswegeplan war. Nur Projekte, die in diesem Plan stehen, haben eine Chance auf Realisierung. Bislang gebe es jedoch keine Festlegung auf eine detaillierte Strecke, betont das Wirtschaftsressort von Minister Martin Dulig (SPD).

Die Bürgerinitiative schlägt einen durchgehenden Tunnel von Heidenau bis zur Übergabe an der tschechischen Grenze vor. Das Wirtschaftsministerium favorisiert bislang ein Trasse, die teilweise über der Erde verläuft. Quelle: Bürgerinitiative/Steffen Spittler

Und da setzt die Bürgerinitiative an: „Wir sind für das Projekt, aber nicht bedingungslos“, erklärte Steffen Spittler von der Gemeinschaft mit derzeit 12 Mitgliedern. Es gebe jetzt schon Verkehrslärm in der Region. „Da sollte kein weiterer Eisenbahnlärm noch dazu kommen“, sagte Spittler bei der Präsentation für den Regierungschef, die im Beisein von Journalisten stattfand.

Bürgerinitiative für Tunnel von Heidenau bis zur Grenze

Diskutiert wird über die Stecke zwischen Heidenau südlich von Dresden und den Bereich um Breitenau an der tschechischen Grenze. Die bisherige Variante des Wirtschaftsministeriums (22,1 Kilometer lang) verläuft in mehreren Bögen östlich der Autobahn 17 und besteht neben dem Tunnel auch aus offenen Passagen wie einer ausgedehnten Brückenanlage.

Die Bürgerinitiative schlägt dagegen einen Linienführung in einem Bogen westlich der Autobahn vor. Dies habe verschiedene Vorteile. Hinsichtlich Geologie, Besiedlung, Umwelt, Hydrologie und anderer Aspekte schaffe der Vorschlag weniger Konflikte als die Variante des Ministeriums.

Kretschmer: „Schlagende Argumente“

Vor allem soll die Trasse ausschließlich durch einen Tunnel verlaufen und dadurch keinen Lärm in der Region verursachen. Zudem ist sie mit 21,5 Kilometer etwas kürzer. Beide Varianten werden auf tschechischer Seite noch einige Kilometer fortgesetzt.

Die Variante des Ministerium wird derzeit mit rund 1,3 Milliarden veranschlagt, die Bürgerinitiative rechnet derzeit mit weniger als zehn Prozent mehr. Eine Reduzierung sei noch möglich. Die Initiative hat bereits Gespräche mit der Bahn, der Regionalpolitik und beispielsweise auch Experten der Bergakademie Freiberg geführt.

Er werde sich bei der Bahn für eine aktive Einbeziehung und echte Auseinandersetzung mit dem Vorschlag einsetzen, versprach Regierungschef Kretschmer nach der Präsentation. Die Initiative habe beim Lärm und bei der Länge der Strecke „schlagende Argumente“. Auch mit Sachsens Wirtschaftsminister will Kretschmer reden.

www.basistunnel-nach-prag.de

Von Ingolf Pleil

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