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Umland Kreissportbund will Bewegungsmangel bei Kindern bekämpfen
Region Umland Kreissportbund will Bewegungsmangel bei Kindern bekämpfen
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17:21 27.07.2016
Cindy Philipp ist Regionalkoordinatorin beim Kreissportbund. Quelle: Foto: Kreissportbund
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Pirna

Der Kreissportbund Sächsische Schweiz-Osterzgebirge e.V. möchte Kindergärten für Sport begeistern. Denn die motorischen Fähigkeiten von Vorschulkindern weisen Defizite auf. Warum Bewegung wichtig ist und wie sie gefördert werden kann, sagt Regionalkoordinatorin Cindy Philipp im DNN-Interview.

Frage: Frau Philipp, der Kreissportbund legt ein neues Projekt auf, wo Bewegung in Kindergärten im Fokus steht. Bewegen sich Kinder heutzutage zu wenig?

Cindy Philipp: Von Jahr zu Jahr nimmt der Bewegungsmangel zu, die Leistungsfähigkeit dagegen immer mehr ab.

Woran machen Sie dies fest?

Dies fällt bei den Schuleingangsuntersuchungen auf. Für Vorschulkinder im Alter von fünf und sechs Jahren ist diese Untersuchung obligatorisch. An den Ergebnissen müssen wir leider feststellen, dass die motorischen Fähigkeiten immer mehr nachlassen. So fällt es den Kindern beispielsweise schwer, auf einem Bein zu stehen, einen Hampelmann oder eine Rolle vorwärts zu machen. Daran lassen sich Bewegungsdefizite festmachen.

Wie wollen Sie diesen Defiziten entgegenwirken?

Im September starten wir gemeinsam mit der IKK-classic Krankenkasse das Projekt „Die Kleinen stark machen“. Hierfür können sich Kindergärten bei uns bewerben. Aus den Bewerbungen suchen wir drei Kitas aus. Diese bekommen dann Besuch von einem qualifizierten Bewegungstrainer, der zehn Bewegungsstunden mit den Kindern absolviert. An diesen Stunden nehmen auch die Erzieher teil, die dann eigene Sportstunden pro Woche gestalten, um Übungen mit den Kindern auszuprobieren. Ziel ist es, dass sich die Sportstunden in den Kita-Einrichtungen verstetigen und, auch wenn das Projekt nach rund einem halben Jahr abgelaufen ist, die Übungen dennoch fester Bestandteil des Kita-Alltags bleiben, um die Bewegung und Gesundheit der Kinder zu fördern..

Wie läuft so eine Bewegungsstunde ab?

In jeder Bewegungsstunde werden motorische Grundfähigkeiten wie Springen, Krabbeln, Roben oder Rolle vorwärts trainiert. Die Übungen werden spielerisch verpackt – mit einer Geschichte zu einem bestimmten Thema, wie zum Beispiel eine Baustelle. So imitieren die Kinder eine Straßenwalze, in dem sie sich auf dem Boden hin- und herrollen.

Wie können Erzieher unabhängig von diesem Projekt sonst noch Bewegung in ihren Kindergarten bringen?

Der Kreissportbund bietet Fortbildungen für Erzieher sowohl in Krippen als auch Kindergärten an. Im Fokus dieser Ausbildung steht der praktische Teil, um ihnen viele Übungen zu vermitteln und die Angst vor den Bewegungsübungen zu nehmen.

Und was können Eltern zu Hause unternehmen, um die motorischen Fähigkeiten ihrer Sprösslinge zu fördern?

Wenn man Kinder vor dem Fernseher oder den PC parkt, tut man ihnen keinen Gefallen. Immer wenn es die Zeit erlaubt, sollten Eltern mit ihnen hinausgehen. Auf Spielplätzen können Kinder hangeln, klettern, rutschen und vieles mehr. Wichtig ist, dass sie Spaß an der Bewegung haben. Und dies kann man in den Alltag einbauen, wenn man einfach einmal nicht den Fahrstuhl, sondern die Treppe nimmt.

Mehr Infos unter Tel.: 03501/49190-27 oder per E-Mail an c.philipp@kreissportbund.net

Von Silvio Kuhnert

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