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Kostenlose Lanparties für Jugendliche

Computerspielen als Kulturgut Kostenlose Lanparties für Jugendliche

Kostenlose Lanparties bietet die medienfux GmbH für Jugendliche in den Landkreisen Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge an. Was es mit dem Angebot auf sich hat, verrät Medienpädagogin Peg Koedel im DNN-Interview.

Medienpädagogin Peg Koedel und ihr Projektmitarbeiter Duc Nguyen von der medienfux GmbH kommen mit Computerspielen zu Jugendgruppen.

Quelle: Silvio Kuhnert

Pirna/Meissen. Kostenlose Lanparties bietet die medienfux GmbH für Jugendliche in den Landkreisen Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge an. Was es mit dem Angebot auf sich hat, verrät Medienpädagogin Peg Koedel im DNN-Interview.

Frage: Frau Koedel, möchten Sie mit Jugendlichen „Counter Strike“ oder andere Ballerspiele spielen?

Peg Koedel: Nein, das wollen wir nicht! Wir arbeiten nach Altersgruppen, und zwar zehn bis 14, 14 bis 18 und 18 bis 21 Jahre, und werden unsere Lanparies entsprechend ausrichten. Und für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene werden wir die passenden Spiele heraussuchen. Dabei handelt es sich um Strategiespiele, bei denen das Miteinander und nicht das Gegeneinander im Fokus stehen.

 Und wie sind Sie auf die Idee gekommen, Lanparties zu organisieren? Immerhin wollen Sie 60 solcher Veranstaltungen ab dem 25. August bis Ende des Jahres im Kulturraum auf die Beine stellen.

Lanparties waren schon früher eine tolle Geschichte, damit Menschen zusammenkommen. Die Anfänge liegen bei den Nerds, den Computerfreaks. Und unsere Idee war, diese gemeinsame Form des Computerspielens wieder aufleben zu lassen. Denn heute spielt eigentlich fast jeder Computerspiele auf irgendeine Art und Weise. Die einen schießen Bubbles auf ihrem Smartphone ab, andere spielen League of Legend am PC und treten dabei  zwar auch mit anderen Usern in Verbindung, allerdings nur virtuell. Im ländlichen Raum ist die Internetanbindung nicht immer optimal. Also dachten wir uns, dass wir eine Lanparty organisieren. Dafür benötigt man kein Internet. Und was viele nicht wissen, seit 2008 sind Computerspiele anerkanntes Kulturgut in Deutschland. Da das Projekt durch das sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert wird, können wir die Parties kostenlos anbieten.

Verbringen Kinder und Jugendliche heutzutage nicht schon viel zu viel Zeit vor dem Computer, um zu spielen?

Das ist die Wahrnehmung von Erwachsenen. Für Jugendliche ist es anders, sie werden sagen, dass sie in der Schulwoche mit den vielen Hausaufgaben, die sie auch immer mehr mit Hilfe eines Rechners erfüllen müssen, gar nicht so richtig zum Spielen kommen. Denn Computerspielen braucht seine Zeit. Man kann nicht erwarten, dass man es nach einer Stunde bereits beendet. Denn bis dahin hat man sich erst hineingedacht und ist erst so richtig ins Spielen gekommen. Wir wollen natürlich nicht, dass unsere Lanparties zeitlich ausufern. Sie sind auf vier Stunden beschränkt. Neben dem miteinander Spielen wollen wir auch darüber sprechen, wie man miteinander spielt. D.h., wir werden soziale Kompetenzen und gemeinschaftliche Regeln ansprechen.

Sie sind Medienpädagogin. Steht bei Ihrem Projekt der Lern- oder Spaßaspekt im Vordergrund?

Man lernt besonders gut, wenn man Spaß hat. Wir wollen bei dem Projekt mit Kindern und Jugendlichen über soziale Kompetenzen ins Gespräch kommen. Dazu zählt, wie man überhaupt miteinander kommuniziert oder ob es gut ist, im gemeinsamen Spiel Fäkalwörter zu verwenden. Bei einem Spiel wie Minecraft werden des Öfteren die unter einiger Mühe erbauten Häuser geplündert. Hier wollen wir über den Unterschied von Spiel und realer Welt sprechen, was es heißt, beklaut zu werden. Und über das gemeinsame Spielen werden Gemeinschaftlichkeit, gegenseitiges Helfen und das Bilden von Kooperationen Themen.

Und welche Spiele wollen Sie mit den Teilnehmern spielen?

Für die Kleinen bieten wir „Minecraft EDU“ an, das ist die Educational-Version.  Mit den jungen Erwachsenen werden wir „Seven Days to Die“ spielen, wo es um sehr viel Kooperation geht. In dem Spiel kommt eine Welle von Zombies, die das Dorf zu überrennen versucht, was die Spieler vorher aufbauen und sichern mussten. Und für die Jugendlichen haben wir ein „Beef“ geplant, sozusagen einen Wettbewerb. Als Belohnung gibt es aber keine großen Steaks, sondern eine Pizza fürs Team. Wir bringen immer den Server mit, auf den alle anderen Rechner zugreifen können.

Wer kann sich für das Projekt anmelden? Kommen Sie auch ins Kinderzimmer?

Nein, ins Kinderzimmer kommen wir nicht. Die Jugendlichen sollten sich schon einen ordentlichen Raum suchen. Das kann ein Jugendclub aber auch ein Klassenzimmer sein. Wir kommen zudem in selbstverwaltete Jugendtreffs, zu Institutionen der Kinder- und Jugendhilfe sowie in eine Schule aber auch zu Theatergruppen, zur Jungen  Gemeinde oder Jugendfeuerwehr – kurzum: unser Projekt ist für alle Einrichtungen gedacht, wo mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet wird.

Kontakt zu Projektleiterin Peg Koedel und Projektmitarbeiter Duc Nguyen: E-Mail: lrv@medienfux.de; Tel.: 0152/52971551; Homepage: lrv.medienfux.de

Von Silvio Kuhnert

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