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Umland Komplizierte Wasserbaustelle am Hang
Region Umland Komplizierte Wasserbaustelle am Hang
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09:54 11.08.2017
Die alten Bahnen auf dem GST-Schießplatz sind Geschichte. Die Kottenleite verläuft links davon und wird bis Ende 2018 saniert. Quelle: Uwe Hofmann

Ronald Ramisch ist zufrieden. Regelmäßig sieht sich der Projektkoordinator der Beteiligungsgesellschaft Radebeul (BGR) den Baufortschritt auf der Kottenleite an. Und im oberen Abschnitt zwischen An den Brunnen und der Ringstraße gibt es nichts zu meckern. „Wir liegen vier Wochen vor dem Plan“, sagt er, während Arbeiter das Erdreich über gerade verlegten Abwasserkanälen wieder schließen. Im ebenfalls im Frühjahr begonnenen Abschnitt zwischen der Mittleren Bergstraße und der Hausnummer 11 sieht das anders aus, dort hinken die Arbeiten ein paar Wochen dem geplanten Ablauf hinterher. In dem Abschnitt zeigt die Kottenleite, warum ihre Sanierung auf rund 1230 Metern das teuerste und aufwendigste Vorhaben in Radebeuls Wiederaufbauplan nach dem Junihochwasser 2013 ist.

Rund 2,3 Millionen gibt die Stadt an Flutschadensgeldern aus, um die stark abschüssige Straße hochwassersicher zu machen. Das bedeutet vor allem den Aufbau einer funktionierenden Entwässerung, die es an der Stelle noch nie gegeben hat. „Wir sind hier in einem Kerbtal“, sagt Ramisch. Das gesamte Wasser des Oberlandes sammle sich dort und fließe über die Kottenleite ab. Das zunächst unterirdisch, in Höhe der Hausnummer 3 bei Starkregen dann wieder oberirdisch. Dort liegt der Fels so knapp unter der Straßenoberfläche, dass das Wasser nach oben gedrückt wird. Im Sommer 2013 flossen deswegen noch Sturzbäche die Straße hinunter, als sich das Elbehochwasser schon längst verzogen hatte.

Wasser ist denn auch das bestimmende Thema beim Bau. Derzeit werden neue Trink-, Regen-, und Mischwasserkanäle in der Straße verlegt, wobei die bestehende Entwässerung so weit es geht erhalten werden muss. „Solange die neuen Anlagen noch nicht angebunden sind, können wir den Bestand nicht herausnehmen“, begründet Projektkoordinator Ramisch. Zudem werden neue Leitungen für Telekommunikation und Straßenbeleuchtung verlegt. In der Kottenleite geht es deshalb ziemlich eng zu.

Was die Sache noch komplizierter macht, ist der felsige Untergrund. Die Bauleute müssen eine starke Fräse einsetzen, um vor allem für den Regenwasserkanal Platz zu schaffen. Die Betonröhre hat im oberen Teil einen Durchmesser von 30 Zentimeter, im unteren Teil ist es ein halber Meter mehr. Der störrische Fels ist denn auch der Hauptgrund dafür, warum es im unteren Abschnitt bisher etwas länger gedauert hat.

Ramisch ist dennoch optimistisch, dass die Arbeiten wie geplant in diesem Jahr soweit vorangetrieben werden können, dass in beiden Abschnitten die erste Frostschutzschicht des Straßenaufbaus verlegt werden kann, die die Anwohner über den Winter befahren können. Im nächsten Jahr werden in zwei weiteren Abschnitten Kanäle und Kabel verlegt, ehe dann auch dort mit dem Straßenaufbau begonnen werden kann. Dabei entstehen im unteren Abschnitt schmale Fußwege auf beiden Seiten, im oberen zumindest einer auf der Straßenseite, an der die Häuser liegen. Ende 2018 soll alles asphaltiert und damit fertig werden.

Gleichzeitig laufen die Arbeiten auf dem früheren GST-Schießplatz neben der Kottenleite. Dort sind die alten Schießbahnen im unteren Teil beseitigt. Die Fläche wird für rund 370 000 Euro zu einer Streuobstwiese umgewandelt. Im oberen Teil wird durch Erdwälle ein Regenrückhaltebecken geformt, das nach langem hin und her vom Freistaat als Teil der Hochwasserschadensbeseitigung anerkannt wurde. Nur durch das Becken mit etwa 3800 Kubikmeter Fassungsvolumen funktioniert das Entwässerungssystem, bekräftigt Ramisch. Bei Starkregen wird es gebraucht, was verhindern soll, dass die Bahnunterführung an der Cossebauder Straße und im schlimmsten Fall die Meißner Straße überflutet wird.

Von UWe Hofmann

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