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Kleinwachauer Werkstatt bekommt Lagerhalle

Investition für Behinderte Kleinwachauer Werkstatt bekommt Lagerhalle

Das Epilepsiezentrum Kleinwachau investiert in Radeberg bei Dresden 405.000 euro in eine neue Lagerhalle für eine benachbarte Behindertenwerkstatt.

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Mit einem „ersten Presslufthammerhub“ starteten Oberbürgermeister Gerhard Lemm (li.) und Geschäftsführer Martin Wallmann den Bau.

Quelle: Foto: Bernd Lichtenberger

Radeberg. Unter knalliger Sonne und den begeisterten Blicken der Behinderten haben Oberbürgermeister Gerhard Lemm (SPD) und Martin Wallmann, Geschäftsführer des Epilepsiezentrums Kleinwachau, nun ein lautstarkes Zeichen gesetzt. Mit einem „ersten Presslufthammerhub“ gaben sie auf dem Asphalt des ehemaligen Supermarkt-Parkplatzes an der Stolpener Straße den Auftakt für ein neues Bauvorhaben des Epilepsiezentrums. Schon am 2. Oktober soll dort eine 16 Meter breite und 40 Meter lange Lagerhalle in Betrieb genommen werden.

An diesem Termin will Wallmann nicht rütteln lassen, denn die in Stahlleichtbauweise errichtete Halle werde dringend gebraucht, betont er. Gebraucht wird sie von der Werkstatt für behinderte Menschen, die momentan noch im einstigen Supermarkt untergebracht ist. Die Halle ist so konzipiert, dass Lkws direkt zwischen Halle und Produktion fahren und unter Wetterschutz be- und entladen werden können. Ohne die sich mit der Halle bietende Lagerfläche von 1000 Quadratmetern käme die Werkstatt in die Gefahr, Aufträge und damit auch Arbeitsplätze zu verlieren, erklärt Wallmann. Deshalb investiere das Epilepsiezentrum in die neue Halle auch 405 000 Euro. Fördermittel gibt es dafür nicht.

Mit der Halle verbessern sich auch die Arbeitsbedingungen für die behinderten Beschäftigten, die hier bereits jetzt im Zweischichtbetrieb arbeiten. „Unsere Werkstatt für behinderte Menschen strebt ja letztlich danach, Menschen mit Behinderungen fit zu machen für den allgemeinen Arbeitsmarkt. Um am umkämpften Markt überhaupt eine Chance zu haben, müssen wir dringend in diese Lagerfläche investieren. Nur so schaffen wir auch zukünftig unseren Auftrag, die Eingliederung behinderter Menschen in die Arbeitswelt zu fördern. Sie brauchen schließlich Arbeitsbedingungen, die denen des allgemeinen Arbeitsmarktes sehr nahe kommen“, sagt der Geschäftsführer des Epilepsiezentrums. Aber auch aus wirtschaftlicher Sicht sei die Investition sinnvoll, weil die Werkstatt vom traditionellen Handwerk nicht leben könne.

OB Lemm erklärte, er freue sich über diese Investition, weil sie ein zusätzlicher Baustein für die Wirtschaftskraft Radebergs darstelle und deutlicher Beweis dafür ist, dass sich Kleinwachau Inklusion und Integration auf die Fahne geschrieben haben. Niemand werde aufs Abstellgleis abgeschoben. „Ja, wir wollen alle, die in der Lage sind anzupacken, mit in den Arbeitsprozess einbeziehen“, bestätigt Wallmann. Und die Erfahrung zeige, dass das man niemanden unterschätzen dürfe. „Unsere Leute haben keine Angst vor der Arbeit“, sagt er voller Stolz.

Bis Ende Juli werden die Tiefbauarbeiten abgeschlossen sein. Bereits Ende August soll die äußere Form der Stahlhalle stehen. Danach werden der Betonfußoden hergestellt, eine Einbruchmeldeanlage installiert und die Schwerlastregale mit vier Ebenen aufgebaut. Wenn die Halle dann Anfang Oktober in Betrieb geht, müsse aber nicht mit einem dramatischen Lieferverkehr gerechnet werden, beruhigt Wallmann Anwohner. „Wir rechnen mit maximal zwei Lkws mehr pro Tag, die unsere Halle anfahren werden.“

Auch äußerlich soll der Neubau in die Landschaft passen. Darin ist er sich mit dem Architekturbüro Dauphin einig. Die Halle soll hellgrau aussehen und mit einigen kupferfarbenen Elementen den Farbton des benachbarten Werkstattgebäudes äußerlich aufnehmen.

Von Bernd Lichtenberger

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