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Umland Kleingärten sollen Wohnungen weichen
Region Umland Kleingärten sollen Wohnungen weichen
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16:53 04.10.2018
Der Plan, auf dem alten Betonwerk an der Schillerstraße Wohnungen zu bauen, findet dagegen breite Zustimmung. Quelle: Uwe Hofmann
Coswig

Kleingartenparzellen zu Bauland – an diesem Vorhaben scheiden sich derzeit die Geister. „1000 Coswiger werden gezwungen, ihre Kleingärten aufzugeben“, wirft Monika Rasser, Vorsitzende der Stadtratsfraktion von Linke, SPD und Grünen, der Verwaltung vor. Die weist im Vorentwurf des überarbeiteten Flächennutzungsplans 33 Hektar neues Bauland aus – teils auf Kleingartenflächen.

Man handele damit auf Antrag des Grundstückseigentümers, sagt Bauamtsleiter Wolfgang Weimann. Die meisten der betroffenen Parzellen liegen auf Kirchenland, das laut Weimann zumeist befristet verpachtet ist. Betroffen sind Kleingärten an der Straße des Friedens, am Kaufland an der Salzstraße und zwischen Weinböhlaer Straße und Lockwitzbach. Dort gebe es unterschiedliche Grundstückseigentümer, teils sei es die Stadt, sagt Bauamtsleiter Weimann.

„Dort, wo wir Wohnbaufläche auf Kleingartenland ausweisen, müssen wir eine Lösung schaffen“, sagt Oberbürgermeister Frank Neupold (parteilos). Den Vorschlag der Verwaltung, am unteren Steinbacher Weg (2,5 Hektar) und am Gleisdreieck (9,5 Hektar) neue Parzellen im Flächennutzungsplan auszuweisen, lehnt Kritikerin Rasser ab. „Es gehen Kleingärten in der Nähe des Zentrums verloren, das Gleisdreieck ist doch viel zu abgelegen“, sagt sie. Der von ihr eingebrachte Antrag, die betroffenen Kleingartenflächen aus den Baulandplänen herauszunehmen, fand im Stadtrat jedoch keine Zustimmung.

Wohl auch, weil einige Stadträte ihn für verfrüht halten. Dazu gehören Fraktionschef Bernhard Kroemer und Christian Buck (beide CBL/DSU/FDP). „Es ist wichtig, dass das jetzt an die Öffentlichkeit kommt“, sagt etwa Stadtrat Buck. Er wolle abwarten, was die Kleingärtner zu den Plänen sagen. Vielleicht haben sie ja ohnehin Probleme, ihre Parzellen zu erhalten? „Ich bin sicher, dass das noch heiße Diskussionen geben wird und dass sich noch etwas ändern wird“, orakelt Buck.

Im nächsten Amtsblatt soll nun die Auslegung des Vorentwurfs angekündigt werden. Zugleich werden 34 Behörden sich den Plan ansehen – und dabei sicher auch etwas zu kritisieren finden. Schließlich ist auch manchen Stadträten nicht ganz geheuer, was in einjähriger Arbeit – auch mit ihrer Beteiligung – auf die Beine gestellt wurde.

So hat eine Arbeitsgruppe zum Flächennutzungsplan eigentlich einen Bedarf von 21 Hektar neuem Bauland bis 2030 prognostiziert. „Wir haben das Plansoll um die Hälfte übererfüllt“, sagt Bauamtsleiter Weimann zu den 33 Hektar, die es im Vorentwurf geworden sind. Dazu gehören einige Areale, die ganz klar den selbst gesetzten Prinzipien entsprechen. Demnach sollen die Siedlungskerne verdichtet und der Flächenverbrauch in freier Landschaft so gering wie möglich gehalten werden. Zudem sollen vor allem Brachen wiederbelebt und die Erschließungskosten – also der Aufwand für Straßenbau und Leitungslegung – so gering wie möglich ausfallen. In all diesen Kategorien schließt beispielsweise das Areal des ehemaligen Betonwerks an der Schillerstraße mustergültig ab. Ähnliches gilt für die Bauabsichten der Wohnungsgenossenschaft Coswig im Spitzgrund und den Plan, an der Sandleite eine Lücke zwischen zwei Wohngebieten zu schließen. Baugebiete in Sörnewitz und Brockwitz dürften da eher in die Kritik kommen. „Die streichen ihnen doch die übergeordneten Behörden sofort wieder raus“, sagt Stadtrat Thomas Werner-Neubauer (Linke/SPD/Grüne).

Doch nicht nur um Baugebiete geht es im Flächennutzungsplan. Er weist auch aus, wo sich Coswig Gewerbe, Parks oder Schulen wünscht. Entsprechend sind dort auch Erweiterungsmöglichkeiten etwa für das Gymnasium Coswig und Standorte für neue Kitas abzulesen. Bevor der eigentliche Entwurf verabschiedet wird, gibt es eine erneute Diskussion.

Von Uwe Hofmann

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