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Kirschessigfliege: Umweltamt gibt keine Entwarnung

Ein Exemplar entdeckt Kirschessigfliege: Umweltamt gibt keine Entwarnung

Die gefürchtete Kirschessigfliege ist in diesem Jahr noch kein ernsthaftes Problem für die Obstbauern. Das teilte das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie auf Anfrage mit. Mit speziellen Fallen wird die Verbreitung des aus Asien eingewanderten Schädlings ganzjährig und landesweit überwacht.

Die gefürchtete Kirschessigfliege ist in diesem Jahr noch kein ernsthaftes Problem für die Obstbauern.

Quelle: picture alliance / dpa

Meissen. Die gefürchtete Kirschessigfliege ist in diesem Jahr noch kein ernsthaftes Problem für die Obstbauern. Das teilte das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) auf Anfrage mit. Mit speziellen Fallen wird die Verbreitung des aus Asien eingewanderten Schädlings ganzjährig und landesweit überwacht. Anfang Mai wurde die Zahl der Fallen im Umfeld von Obstanlagen erhöht. Bisher haben die Experten des Landeslandwirtschaftsamtes nur eine einzige Fliege in einer Süßkirschplantage nachgewiesen. Im Jahr zuvor gab es im Mai bereits an vier Standorten entsprechende Fänge. Entwarnung geben die Fachleute trotzdem noch nicht.

Die zu den Taufliegen gehörende Drosophila suzukii kann ganze Obst- und Weinernten innerhalb weniger Tage und zudem meist direkt vor der Ernte vernichten. Besonders dunkle Früchte ziehen die Insekten an, sie schlitzen die Häute auf und legen ihre Eier in die reifen Beeren oder Kirschen. Wilde Brombeeren gelten als Herde, in denen sich die Fliege vermehrt. Später im Jahr sind rote Weinsorten, wie etwa Cabernet Dorsa oder Regent, betroffen. Winzer haben im vergangenen Jahr beobachtet, dass die Kirschessigfliege nach der Ernte roter Sorten auch auf weiße Keltertrauben ausweicht und diese befällt.

Es gibt nur wenige zugelassene Pflanzenschutzmittel, die praktikabel einsetzbar sind und eine Ausbreitung des Schädlings kurz vor der Ernte verhindern können. Im aktuellen Pflanzenschutzwarndienst für Obstbauern verweist das LfULG darauf, dass bisher auch bei unbehandelten Früchten kein Kirschessigfliegenbefall nachgewiesen wurde. Eine spezielle Behandlung wird in Obstkulturen deshalb auch noch nicht empfohlen, zumal Mittel gegen die nicht mit der Kirschessigfliege verwandte Kirschfruchtfliege ebenfalls gegen die Kirschessigfliege wirkten, hieß es. Erdbeerbauern rät das Landesamt, diejenigen Flächen zu mulchen, in denen die Ernte beendet ist, wo aber noch restliche reife Früchte hängen. Insbesondere in der Nähe von Beerenkulturen und Weinbergen sei dies wichtig. In den übrig gebliebenen Erdbeeren könnten sich die Schadinsekten vermehren und folgende Generationen dann auf andere Kulturen in der Nachbarschaft übergreifen.

Auch aus anderen Bundesländern wird bisher nur ein geringer Befall mit der Kirschessigfliege gemeldet. Die Fänge in Sachsen gingen bereits seit dem Spätherbst merklich zurück, zudem war der Winter vergleichsweise frostig, so die Experten. Ab August sollen dann trotzdem zusätzliche Fallen in als gefährdet bekannten Weinbergen aufgehängt werden. So können die Fachleute die Ausbreitung der Kirschessigfliege frühzeitig einschätzen und den Winzern geeignete Maßnahmen vorschlagen. Vor der chemischen Keule hat sich beispielsweise Entblättern der Rebstöcke im Bereich der Trauben bewährt, da die Insekten Schatten bevorzugen. Bei direkter Sonneneinstrahlung und großer Hitze vermehren sie sich nicht. Der Winzer muss dann allerdings abwägen, ob direkte Sonneneinstrahlung zu Sonnenbrand auf den Beeren führen könnte.

Von Lars Müller

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