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Umland Kirnitzschtalbahn soll erweitert werden
Region Umland Kirnitzschtalbahn soll erweitert werden
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13:59 19.06.2018
Am Lichtenhainer Wasserfall ist bislang Schluss für die Gelbe Dame. Doch das soll sich künftig ändern. Quelle: Marko Förster
Bad Schandau/Sebnitz

Seit nunmehr 120 Jahren schlängelt sich die Kirnitzschtalbahn durch die Sächsische Schweiz. Auf etwa acht Kilometern begleitet die Gelbe Dame das Flüsschen Kirnitzsch auf seinem Lauf durch den Nationalpark, vom Kurpark Bad Schandau zum Lichtenhainer Wasserfall. Nun soll die Strecke in beide Richtungen erweitert werden. Am Mittwochabend entscheidet der Stadtrat Bad Schandau über die Durchführung einer Machbarkeitsstudie, um das Projekt in die Wege zu leiten. Auch der Gemeinderat Rathmannsdorf und der Stadtrat Sebnitz widmet sich dem Beschluss.

Verlängerung soll Verkehrsbelastung senken

Die Oberelbische Verkehrsgesellschaft Pirna-Sebnitz (OVPS) will Wanderern, Touristen und Kurgästen künftig schon am Bahnhof Bad Schandau den Zustieg in die elektrische Straßenbahn ermöglichen. Auf der anderen Seite der bestehenden Strecke ist eine Weiterführung der Schienen bis zur Neumannmühle angedacht.

„Durch die Streckenverlängerung soll das Verkehrsaufgebot im Kirnitzschtal minimiert werden“, sagt OVPS-Geschäftsführer Uwe Thiele. „Besonders der Autoverkehr und die Abgase belasten das Tal. Elektromobilität ist in aller Munde, auch vor diesem Hintergrund ist die Verlängerung der Strecke ein interessantes Projekt.“ Rückendeckung kommt von der Stadtverwaltung Bad Schandau: „Die Parksituation im Kirnitzschtal wird nicht besser. Gerade am Wochenende wird vermehrt wild geparkt. Wir müssen klären, welche Alternativen es gibt, um der Verkehrsbelastung im Nationalpark etwas entgegenzusetzen. Die Erweiterung der Kirnitzschtalbahn ist da eine gute Option“, findet Bad Schandaus Bürgermeister, Thomas Kunack (Wählervereinigung Tourismus).

Vom Kurpark Bad Schandau sollen Schienen entlang der Elbe durch die Stadt bis zur Carolabrücke gelegt werden, über die bislang der Zugverkehr Richtung Sebnitz rollt. Die geplante Neubaustrecke der Kirnitzschtalbahn führt über die Brücke zum linkselbischen Ufer und weiter zum Nationalparkbahnhof Bad Schandau. „Somit besteht die Möglichkeit, die öffentlichen Verkehrsmittel durchgehend zu nutzen. Mit der Deutschen Bahn können die Fahrgäste anreisen, am Bahnhof umsteigen und direkt ins Kirnitzschtal gelangen. Wer mit dem Auto anreist, kann die Parkflächen am Bahnhof nutzen und muss nicht mehr in den Nationalpark fahren“, sagt Kunack. Dasselbe gilt für Besucher, die ihre Wander- oder Radroute an der Neumannmühle beginnen wollen. In der neuen Streckenführung ist die Berghütte nämlich als Endhaltestelle vorgesehen.

Dass die meterspurige Straßenbahn auf den breiten Gleisanlagen der Schandauer Eisenbahnbrücke fahren kann, ist mit den technischen Mitteln möglich, weiß Kunack. „Bei der Machbarkeitsstudie sollen nun auch die Kurvenradien, die Steigungen und die Streckenführung betrachtet werden“, so das Bad Schandauer Stadtoberhaupt. Kunack ist zuversichtlich, das die Stadt- und Gemeinderäte die Studie absegnen: „Wir können davon ausgehen, dass die Kommunen zustimmen werden – zumal die OVPS die Kosten für die Machbarkeitsuntersuchung übernimmt.“

Womöglich klappt es im dritten Anlauf

Im Fall eines positiven Studienresultats lässt die OVPS anschließend das Kosten-Nutzen-Verhältnis prüfen. Erst dann kann eine detaillierte Bauplanung und eine Kostenschätzung für die neue Strecke erfolgen.

Neu sind die Pläne von OVPS und den Kommunen jedoch bei weitem nicht: Die Verlängerung der Kirnitzschtalbahn war in der Vergangenheit schon mehrfach ein Thema. Bereits 1912 scheiterte das Vorhaben am Veto der Stadträte. Und noch früher, in den 1890er Jahren, sah das Planungskomitee der Kirnitzschtalbahn einen erweiterten Schienenverlauf in Richtung Tschechien vor. Die Bahn sollte zur Kirnitzschtalschenke in Hinterdittersbach verkehren. Geplant war auch eine Ringlinie, die über die böhmische Ansiedlung Mezní Louka und die Gemeinde Hrensko zurück nach Bad Schandau führen sollte. Gebaut wurde letztlich aber nur die Strecke zum Lichtenhainer Wasserfall – aus Kostengründen.

Die Arbeitsgruppe Kirnitzschtal, bestehend aus den betroffenen Kommunen und der OVPS, hat die historische Idee nun also wieder auf die Tagesordnung der Stadt- und Gemeinderäte gebracht. Und vielleicht klappt es ja diesmal, beim dritten Anlauf, mit den neuen Schienensträngen für die Gelbe Dame.

Von Junes Semmoudi

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