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Umland Kinderarche saniert und erweitert marodes Kita-Gebäude noch bis Ende des Jahres
Region Umland Kinderarche saniert und erweitert marodes Kita-Gebäude noch bis Ende des Jahres
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20:00 29.07.2016
Tirsa (l.) und ihre fünfjährige Altersgenossin können zwar die Spielgeräte im Hof nutzen, ihre Kita aber ist wegen Bauarbeiten gesperrt. Quelle: Uwe Hofmann
Radebeul

„Das Dach war dicht“, sagt Bauplaner Dieter Thomas über den Ausgangszustand der Kindertagesstätte Riesenzwerge. Immerhin. Die übrige Mängelliste, die Kinderarche-Vorstandschef Matthias Lang vor der Übernahme der Kita an der Riesestraße im Januar 2015 anfertigen ließ, umfasst so ziemlich alle Gebäudeteile: „Fenster, Türen, Böden, Medien, Wasser, Abwasser, Sanitärbereiche, Heizung...“, zählt er auf, was in dem 1897 als Kinderbewahranstalt gebauten Gebäude so alles marode war. Hinzu kam die Raumknappheit. „Man hat im Vorfeld schon gesehen, dass hier etwas getan werden muss“, fasst Lang das sehr dezent zusammen.

Nachdem im vergangenen Jahr bereits die Fenster erneuert, die Heizung ersetzt und einige Räume bei vollem Betrieb gemalert wurden, haben Bauarbeiter das Gebäude seit März diesen Jahres vollends in Beschlag genommen. Die Kinder sind derweil im wenige Gehminuten entfernten Wasapark eine Etage über dem DDR-Museum in ehemaligen Büroräumen untergebracht.

Rund 180 000 Euro hat der erste Bauabschnitt im vergangenen Jahr gekostet, mit den nun anstehenden Vorhaben werden die Ausgaben auf „weit über 700 000 Euro“ geschraubt, wie Lang sagt. Das war auch der wesentliche Grund, weshalb der bisherige Träger der christlichen Kita, die Stadtmission Dresden, das Handtuch warf. Sie sah sich außerstande, die in Radebeul üblichen Eigenmittel für die anstehende Sanierung in dem abgelebten Haus aufzubringen. Die Kinderarche sprang ein, nachdem die Stadt ihre Unterstützung zugesichert und der Landkreis Meißen Fördermittel in Aussicht gestellt hatte. Dennoch muss der Träger, der in Radebeul vier Wohngruppen für Kinder und Jugendliche und drei weitere Kitas betreibt, rund 15 Prozent der Kosten aufbringen. Mehrkosten, die inzwischen wenigstens 50 000 Euro betragen, schmerzen da umso mehr.

Vermeiden lassen sie sich gleichwohl nicht. Das hat insbesondere mit den Anforderungen von Denkmalschutz, Hygiene und Brandschutz zu tun, die teilweise genau gegensätzliches verlangten und den Träger ratlos in der Mitte stehend zurückließen, wie der Kinderarche-Chef sagt. Beispiel dafür sind die kassettierten Holztüren im Treppenhaus, die noch Originalbestand darstellen. Der Denkmalschutz habe sich deren Erhalt gewünscht, der Tischler nur abgewunken, als er danach gefragt wurde, wie sich die Türen brandschutzsicher aufarbeiten ließen, berichtet Planer Thomas. Jetzt werden neue Türen nach altem Vorbild gebaut. Das kostet Zeit und Geld.

Eine weitere Schwierigkeit hat sich aufgrund statischer Bemessungen ergeben. So wird das Kitagebäude im hinteren Bereich, wo es bisher kein Obergeschoss gab, aufgestockt, um mehr Räume, darunter einen Mehrzweckraum mit 150 Quadratmeter, zu schaffen. Damit das Fundament die Belastungen aushält, muss im niedrigen „Kriechkeller“ eine 30 Zentimeter dicke Betonschicht ausgegossen werden. „Finden sie mal jemanden, der das kann“, sagt Planer Thomas.

Trotz aller Schwierigkeiten, die aus der alten Bausubstanz resultieren, geht es voran. Kinderarche-Chef Lang hofft darauf, dass „wir Weihnachten hier wieder mit den Kindern feiern können“. Denen steht dann ein zusätzliches Gruppenzimmer und ein Therapieraum zur Verfügung, die 14 Erzieher erhalten einen Personalraum und ein Personal-WC. Dazu entsteht eine neue Fluchttreppe und ein Lastenaufzug für die Speiseausgabe. Im Krippenbereich werden nach der Einrichtung eines Schlafraumes die Kapazitäten um elf Plätze erhöht, so dass insgesamt 84 Kinder die Kita besuchen können.

Von Uwe Hofmann

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