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Kein Damm für Brockwitzer in Sicht

Hochwasserschutz Kein Damm für Brockwitzer in Sicht

Seit mehreren Jahren ist die sogenannte Haushebung in Brockwitz im Gespräch. Im vergangenen Stadtrat wurde der Bebauungsplan für die Brockwitzer Niederseite beschlossen. Allerdings nicht ohne Diskussionen. Bauamtsleiter Wolfgang Weimann spricht bei diesem Beschluss von einem „kleinsten gemeinsamen Nenner“.

Kein Damm für Brockwitzer in Sicht (Symbolfoto)

Quelle: Anja Schneider

Coswig. Seit mehreren Jahren ist die sogenannte Haushebung in Brockwitz im Gespräch. Im vergangenen Stadtrat wurde der Bebauungsplan für die Brockwitzer Niederseite beschlossen. Allerdings nicht ohne Diskussionen. Bauamtsleiter Wolfgang Weimann spricht bei diesem Beschluss von einem „kleinsten gemeinsamen Nenner“. Denn der Bebauungsplan schafft lediglich eine Vereinfachung für die Bauherren, wenn diese ihre Häuser vor Hochwasser schützen möchten. Dennoch müssen andere Genehmigungen wie Bauordnungsrecht, Wasserrecht, Denkmalschutz und Brandschutz nach wie vor berücksichtigt werden. Doch auch ein Damm sei nicht in Sicht. „Er wäre die einfachste Lösung, sie ist derzeit aber nicht absehbar“, so Oberbürgermeister Frank Neupold (parteilos). „Die Anfragen nach privatem Hochwasserschutz werden mehr“, begründet er die Notwendigkeit des Bebauungsplanes.

Haushebung oder Aufstockung

Künftig haben Bewohner der Brockwitzer Niederseite also die Möglichkeit, ihre Häuser anzuheben, aufzustocken oder neuzubauen. Letzteres ist allerdings nur möglich, wenn die anderen beiden Optionen an dem Haus nicht mehr möglich sind. Bei der Anhebung eines Hauses wird die Grundplatte von Stützen durchbohrt und anschließend das gesamte Objekt gehoben. Zum Schluss wird das entstandene Loch zwischen Haus und Erdboden verfüllt. Diese Maßnahme kostet pro Haus bis zu 150 000 Euro. Natürlich können die Anwohner ihre Häuser künftig nicht beliebig aufstocken. „Die Festsetzung der maximalen Höhe wurde mit dem Denkmalschutz abgesprochen, damit das Ortsbild harmonisch bleibt“, erklärt Weimann während der Präsentation des Bebauungsplanes. Im Falle eines Hochwassers sind etwa 40 Häuser akut betroffen. Ein Damm wurde von der Landestalsperrenverwaltung (LTV) mit einer sehr geringen Priorität eingestuft. Dadurch ist die Stadt seit einiger Zeit auf der Suche nach eigenen Lösungen.

„Todesurteil für den Damm“

„Bisher gibt es noch keine konkreten Anträge, aber die Bürger wünschen sich, dass sich die Stadt Gedanken um den Hochwasserschutz macht“, so Neupold. Stadtrat Bernhard Kroemer (CBL) bezeichnete den Beschluss als „Todesurteil für den Damm“ und warb für ein „freiwilliges unterstütztes Absiedeln“. Das Dorf sei zwar schon 1000 Jahre alt, aber die Häuser seien jünger und man solle das Gebiet Oberseite fördern. Neupold betonte, dass keiner wisse, ob nach diesen Maßnahmen noch ein Hochwasserschutz notwendig ist. Da aber diese Maßnahmen von den zuständigen Behörden auf lange Sicht noch nicht zugesichert werden können, helfe den Bewohnern der Bebauungsplan in naher Zukunft mehr. Das Forschungsprojekt zur Haushebung in Überschwemmungsgebieten am Beispiel des Elb-Dorfes Brockwitz (DNN berichteten) läuft parallel zu diesem Bebauungsplan weiter. Die Inhalte des Planes sehen die Sicherung der Baufelder vor, damit die Bebauung nicht weiter in Richtung des Überflutungsraumes wächst. Außerdem dürfen Hauptgebäude zur Niederseite mit einer Gebäudefläche unmittelbar an der seitlichen Grundstücksgrenze errichtet werden. Allerdings weist die Stadt hier ausdrücklich darauf hin, dass die Brandschutzvorschriften dennoch berücksichtigt werden müssen. Die gestalterischen Maßnahmen am Sockel des Gebäudes im Falle einer Haushebung werden ebenfalls in die Planung einbezogen. Der Bebauungsplan wird öffentlich ausgelegt und kann von den Bürgern eingesehen werden.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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