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Kamenz wird Sachsens IT-Bildungszentrum

Weitere Landesbehörden siedeln sich in der Lessingstadt an Kamenz wird Sachsens IT-Bildungszentrum

Die Stadt Kamenz festigt ihre Position als Standort von Behörden und Institutionen des Freistaates Sachsen. Nach dem Statistischen Landesamt siedeln sich bis 2022 auch der Staatsbetrieb Informatikdienste und das Sächsische Bildungsinstitut hier an.

Die Stadt Kamenz festigt ihre Position als Standort von Behörden und Institutionen des Freistaates Sachsen. Nach dem Statistischen Landesamt siedeln sich bis 2022 auch der Staatsbetrieb Informatikdienste und das Sächsische Bildungsinstitut hier an.

Quelle: Uwe Menschner

Kamenz. Die Stadt Kamenz festigt ihre Position als Standort von Behörden und Institutionen des Freistaates Sachsen. Nach dem Statistischen Landesamt siedeln sich bis 2022 auch der Staatsbetrieb Informatikdienste und das Sächsische Bildungsinstitut hier an.

Ende gut, alles gut. So könnte man die Situation hinsichtlich der Neuordnung der Kamenzer Schullandschaft und der Nachnutzung des riesigen Schulgebäudes am Flugplatz aus heutiger Sicht beschreiben. Denn: Was jahrelang wie ein kaum zu zerschlagender gordischer Knoten aussah, findet jetzt zu einer umfassenden und für alle Seiten befriedigenden Lösung. Möglich wurde dies, indem Stadt, Landkreis und Freistaat an einem Strang zogen und sich gemeinsam um diese Lösung bemühten.

Die Nachnutzung des 1994 als Albert-Schweitzer-Gymnasium in Betrieb genommenen Baus an der Macherstraße 146 – später Bestandteil, heute alleiniger Sitz des Lessing-Gymnasiums – bildete nämlich den neuralgischen Punkt bei der Lösung der Kamenzer Schulproblematik. Wenn man, wie von der Stadt Kamenz gewünscht, die gymnasiale Bildung wieder im historischen Lessing-Gymnasium an der Henselstraße ansiedelt, braucht man neue Nutzer für das Objekt an der Macherstraße. Ohne diese – so die klare Ansage des Landkreises – gibt es keinen Umzug.

Dass dieser gordische Knoten zerschlagen werden konnte, ist zu einem nicht geringen Teil dem Kamenzer Landtagsabgeordneten Aloysius Mikwauschk (CDU) zu verdanken, der Finanzminister Georg Unland (ebenfalls CDU), salopp gesprochen, so lange „auf die Nerven ging“, bis dieser sein Okay zum Kauf der Macherstraße 146 durch den Freistaat und die Nachnutzung durch Einrichtungen des Landes gab.

Seit Mittwoch hat der Landkreis Bautzen als bisheriger Eigentümer dies auch schriftlich. Da nämlich übergab Finanzminister Georg Unland dem 1. Beigeordneten des Landrates, Udo Witschas (CDU), die entsprechende Zusage. „Der Freistaat Sachsen wird in diesem Zuge in den kommenden Jahren circa 20 Millionen Euro in Kamenz investieren und damit einen wichtigen Beitrag zur Stadtentwicklung leisten“, so der Minister. Dies umfasst neben dem Kauf und dem Umbau des Objektes Macherstraße 146 auch die Förderung, die das Land für die Ertüchtigung des historischen Lessing-Gymnasiums gewährt. Freilich, betont Georg Unland, habe man dies nicht „einfach so“ entschieden: „Auch wir müssen bei allen Investitionen auf Wirtschaftlichkeit und Effizienz achten. Diese sind hier gegeben.“ Und so ist nunmehr der Weg frei für die Ansiedlung des Staatsbetriebes Sächsische Informatikdienste und des Sächsischen Bildungsinstitutes in Kamenz. Ersterer fungiert als zentraler IT-Dienstleister für alle Behörden und Institutionen des Freistaates. Das Sächsische Bildungsinstitut hat seinen Schwerpunkt in der Weiterbildung der sächsischen Lehrerschaft. Da die Kurse oftmals über mehrere Tage gehen, schafft der Freistaat im Zuge des Umbaus auch Übernachtungskapazitäten für die Teilnehmer. Aufgrund seines Umfanges muss das Vorhaben europaweit ausgeschrieben werden, sodass Georg Unland mit einem Baubeginn Ende 2020 und dem Abschluss Ende 2022 rechnet.Zuvor freilich muss die Stadt Kamenz das Schulgebäude Henselstraße so weit hergerichtet und erweitert haben, dass es den Gymnasialbetrieb aufnehmen kann. Ein straffer Zeitplan und eine große Herausforderung, der sich die Beteiligten jedoch gern stellen.

Von Uwe Menschner

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