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Junge Medinger erwandern und studieren Dresdens jüngstes Flächenaturdenkmal

Junge Medinger erwandern und studieren Dresdens jüngstes Flächenaturdenkmal

Eigentlich müsste die Märchenprinzessin nicht Dornröschen-, sondern Stachelröschen heißen. Denn Rosen haben keine Dornen, sondern Stacheln. Das und noch viel mehr haben Paula, Tino, Christoph, Romina und die anderen Kinder ihrer Klasse noch kurz vor den Sommerferien bei einer Wanderung durch das Flächenaturdenkmal (FND) "Feldweg Marsdorf-Medingen" gelernt, das fast vor der Haustür ihrer Grundschule beginnt.

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Romina Schwarz mustert während der Wanderung die schwarze Raupe eines Tagpfauenauges.

Quelle: Bernd Lichtenberger

Vielleicht haben sich die Drittklässler aus Medingen nicht alle Namen der vielen Pflanzen und Tiere gemerkt, die ihnen Matthias Schrack vom Naturschutzdienst Dresden und der FND-Betreuer Jürgen Schröder an diesem warmen Sommervormittag zeigten. Trotzdem können sie ihren Eltern sicher viel erzählen, wenn sie mit ihnen die Wanderung über den anderthalb Kilometer langen Feldweg wiederholen.

Was die Grundschüler erlebten, war Sachkunde-Unterricht in der Natur. Mit Begeisterung verglichen sie die gefundenen Kräuter mit den Abbildungen in ihren Bestimmungsheften, machten sich Notizen, sahen gebannt mit ihren Ferngläsern nach dem Schwarzspecht und dem Neuntöter, lauschten dem Ruf der Feldlerchen, betrachteten Marienkäfer unter der Lupe und folgten den Erläuterungen der beiden Naturschutzhelfer. Selbst ihre Lehrerin Ingrid Großmann war überrascht, was der im November 2013 unter Schutz gestellte alte Feldweg und das dazugehörige Birkhübel, ein kleines Hainbuchenwäldchen, alles zu bieten haben.

Trotzdem hatte es rund zehn Jahre gedauert, bis der Schutzstatus des früheren Wirtschaftsweges amtlich war. Den Anstoß dazu hatte der "Verein für Heimatgeschichte und Dorfentwicklung Medingen" schon 2001 gegeben. Der Verein wollte den Weg in seiner jetzigen Gestalt der Nachwelt erhalten, weil solche unbefestigten Feldwege als historische Elemente unserer Kulturlandschaft heute rar geworden sind. Mit den artenreichen Wegrainen, Mittelstreifen und Böschungen gelten sie in Sachsen sogar als stark gefährdet. Die moderne Landwirtschaft braucht heute für ihre Technik andere Wegeverbindungen. Außerdem war da die biologische Vielfalt, die erhalten bleiben sollte. Immerhin verbindet der Feldweg die Flora-Fauna-Habitatsgebiete im Medinger Rödertal mit dem EU-Vogelschutzgebiet und gleichnamigen Landschaftsschutzgebiet "Moritzburger Kleinkuppenlandschaft". Neuntöter, Schafstelze, Dorngrasmücke, Feldlerche, Braunkehlchen und Bluthänfling sind hier im Sommerhalbjahr zu Hause.

Trotzdem überwog in der Dresdner Ortschaft Weixdorf, zu der Marsdorf gehört, erst einmal die Skepsis. So bedurfte es noch vieler Gespräche und Beratungen bis schließlich auch Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) die Verordnung für das FND unterschrieb. Damit ist der alte Marsdorfer Weg mit dem Birkhübel bei Medingen seit 20 Jahren das erste von der Landeshauptstadt ausgewiesene FND. Nutznießer ist nicht nur die Natur. Nutznießer sind auch alle, die den sich durch die Felder schlängelnden, von Büschen, alten Obstbäumen und Baumgruppen gesäumten Feldweg als Wanderroute wählen. Er verspricht nicht nur die pure Erholung, sondern bei klarem Wetter auch einen schönen Blick auf den Keulenberg, die mit 413 Metern höchste Erhebung zwischen Dresden und Schweden.

Doch mit der Unterschutzstellung des Feldweges ist es nicht getan. Keiner weiß das so gut wie Jürgen Schröder. Deshalb kontrolliert der im Naturschutz ehrenamtlich tätige Medinger das FND regelmäßig, hat ein Auge auf illegale Müllentsorgung und organisiert gemeinsam mit dem Medinger Heimatverein die Gehölzpflege.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.07.2014

Bernd Lichtenberger

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