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Jugendliche sind keine Politikmuffel: Interview mit Tom Waurig von der Aktion Zivilcourage in Pirna

Jugendliche sind keine Politikmuffel: Interview mit Tom Waurig von der Aktion Zivilcourage in Pirna

Mit dem Projekt "Ich bin wählerisch" will der Verein Aktion Zivilcourage (AZ) Schüler im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge animieren, in Zukunft aktiv ihr Wahlrecht zu nutzen.

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Tom Waurig vom Verein Aktion Zivilcourage hofft auf viele Teilnehmer bei der U18-Wahl.

Quelle: Silvio Kuhnert

Im Vorfeld der Bundestagswahl findet eine Jugendwahl statt. 1521 Jugendliche gaben vor vier Jahren im Landkreis ihre Stimme ab. AZ-Mitarbeiter Tom Waurig hofft, die Teilnehmerzahl dieses Mal steigern zu können. Wie dies gelingen soll, berichtet er im DNN-Interview.

Frage: Herr Waurig, sind Sie wählerisch?

Tom Waurig: Das bin ich auf jeden Fall. Ich hoffe, dass auch die Jugendlichen im Landkreis bei der diesjährigen U18-Wahl ihre Stimme nutzen und Wahl treffen.

Was ist die U18-Wahl?

"U18" ist das Pendant zur "echten" Bundestagswahl. Schüler im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge im Alter zwischen 14 und 17 Jahren geben - wenige Tage vor der eigentlichen Bundestagswahl - ihre Stimme ab. Mit dem Projekt wollen wir die Jugendlichen animieren, wenn sie die Volljährigkeit erreicht haben, aktiv von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Studien belegen, dass mehr Bildung, politische Information und Aktionsveranstaltungen helfen könnten, die Zahl der Nichtwähler zu senken.

Warum sollte man wählen gehen?

Das Wahlrecht bietet für den Einzelnen - neben eigenem politischem Engagement - eine sehr große Möglichkeit, die Politik im Bund, im Land und in der Kommune mitzugestalten und darauf Einfluss zu nehmen. Die eigene Stimme hat einen Wert. Bei der anstehenden Bundestagswahl entscheidet der Wähler über seine Erststimme mit, welcher Kandidat seine Heimatregion im Deutschen Bundestag vertritt. Außerdem hat man entscheidenden Einfluss auf die Zusammensetzung des Parlamentes und letztendlich auch der Regierung

Die Zahl der Nichtwähler wächst. Besonders groß ist der Anteil unter den Erstwählern. Sind junge Menschen an Politik nicht interessiert?

Eine wissenschaftlich fundierte Antwort kann ich nicht liefern. Von politischem Desinteresse würde ich nicht sprechen. Umfragen unter Nichtwählern zeigen, dass sie nicht zur Wahl gehen, weil sie sich in keiner Partei wiederfinden bzw. sich nicht mit dem Programm einer der antretenden Parteien identifizieren können. Ich bin überzeugt, dass, wenn bereits in der Schule die Bedeutung und Wichtigkeit von Wahlen vermittelt wird, es gelingt, dass wieder mehr Menschen ihre Stimme abgeben.

Wie wollen Sie mit dem Projekt "Ich bin wählerisch" Jugendliche animieren, eines Tages an der echten Bundestagswahl teilzunehmen?

Unser Projekt startet am 26. August mit Beginn des neuen Schuljahres und läuft bis 13. September. 21 Schulen im Landkreis haben ihre Teilnahme zugesagt. Die Vorbereitungen beginnen schon heute. Bis Sonnabend bilden wir 40 Schüler aus und machen sie zum Thema Politik und Bundestagswahl fit. Nach den Sommerferien werden sie eigene Unterrichtsstunden an ihren Schulen abhalten und ihre Klassenkameraden inhaltlich auf die U18-Wahl vorbereiten. Wir wollen die Jugendlichen nicht einfach zur Stimmabgabe vor die Wahlurne stellen, sondern sie sollen sich vorher inhaltlich mit unserem politischen System, mit der Arbeits- und Funktionsweise des Bundestages sowie den Parteien und ihren Programmen auseinandersetzen. Darüber hinaus gibt es Schulstunden mit prominenten Musikern wie Felix Räuber von Polarkreis 18, Maik Weichert, Gitarrist der bekannten Metalcore-Band "Heaven Shall Burn" sowie den beiden Deutschrockern von Haudegen. Mit dabei sind auch Pirnas Revierleiter Thomas Thieme, Landrat Michael Geisler und der Unternehmenssprecher der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, Andreas Rieger. In 45 Minuten werden sie mit den Jugendlichen ganz ungezwungen über Politik und Wahlen sprechen. Es geht um die Erfahrung, dass Politik nicht langweilig ist und Beteiligung und Engagement wichtig sind.

Wann wird es ein Wahlergebnis geben?

Das Ergebnis der U18-Wahl steht am 13. September. Zum Abschluss wird es eine große Wahlparty in Pirna geben. Für Musik sorgt die Dresdner Band "[pi!]". Sie hat bereits auf dem Festival "Rock am Ring" gespielt.

Bereits 2009 fand eine U-18-Wahl statt. Für welche Parteien haben sich die Jugendlichen damals entschieden?

Vor vier Jahren nahmen 1521 Jugendliche in unserem Landkreis am Urnengang teil. Das war die zweitbeste Wahlbeteiligung in Sachsen. Das Ergebnis sah damals wie folgt aus: CDU (39,5 Prozent), FDP (14,1 Prozent), SPD (13,8 Prozent), NPD (12,4 Prozent), Linke (12,3 Prozent) und Grüne (10,8 Prozent). Wir hoffen, dass wir die Teilnehmerzahl dieses Mal steigern können. Auf das Wahlergebnis bin ich bereits sehr gespannt.

@www.ichbinwaehlerisch.de und facebook.com/ichbinwaehlerisch

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.07.2013

Silvio Kuhnert

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