Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 2 ° Schneeregen

Navigation:
Google+
Johannesschule Meißen wird für rund 1,1 Millionen Euro erweitert

Klassenzimmer im Bauernhaus Johannesschule Meißen wird für rund 1,1 Millionen Euro erweitert

Planer Jürgen Voigt blickt sich um: „Hier waren eine Fahrzeughalle, ein Stall, viele kleine Zimmerchen“, sagt er. Nach seinen Plänen hat Meißen den Flügel eines alten Dreiseithofs völlig entkernen und sanieren lassen. Jetzt haben dort drei Klassenzimmer Form angenommen, die zum neuen Schuljahr von den Erstklässlern der Johannesschule belegt werden sollen.

Voriger Artikel
Stolpen feiert am Wochenende Burghoffest
Nächster Artikel
Beim Stadtfest sollen sich künftig mehr Gassen präsentieren

Ein Seitenflügel eines früheren Dreiseithofes wird derzeit zum Erweiterungsbau der Johannesschule Meißen ausgebaut. Bis zum Schuljahresbeginn sollen drei Klassenzimmer entstehen, die Gestaltung der Außenanlagen wird etwas länger dauern.

Quelle: Uwe Hofmann

Meißen. Planer Jürgen Voigt blickt sich um: „Hier waren eine Fahrzeughalle, ein Stall, viele kleine Zimmerchen“, sagt er. Nach seinen Plänen hat Meißen den Flügel eines alten Dreiseithofs völlig entkernen und sanieren lassen. Jetzt haben dort drei Klassenzimmer in Erd- und Obergeschoss Form angenommen, die zum neuen Schuljahr von den Erstklässlern der Johannesschule belegt werden sollen. Knapp 1,1 Millionen Euro kostet der Ausbau, zu dem auch eine Umgestaltung der Außenanlagen gehört. Nötig gemacht hat ihn ein starkes Anwachsen der Schülerzahlen durch Zuzug und die Einrichtung von Klassen, in denen Flüchtlingskinder Deutschunterricht bekommen.

Für Meißen materialisieren sich damit Schulerweiterungspläne, die eigentlich lange in die Zukunft gedacht waren. Als sich die Gelegenheit bot, hatte man den völlig maroden Dreiseithof direkt neben dem Schulgebäude an der Dresdner Straße gekauft. Schneller als gedacht hat man dann von der Erweiterungsoption Gebrauch machen müssen. 2014 wurde das erste Seitengebäude für den Hort ausgebaut, der seither 240 Kinder aufnehmen kann. Immer noch zu wenig, wie sich in diesem Schuljahr herausstellte, als man Kindern von Asylbewerbern keine Betreuungsmöglichkeit anbieten konnte. Nach der Sanierung des zweiten Seitengebäudes sollen diese Probleme ebenfalls behoben sein, weil in den Klassenräumen Hortkapazitäten für bis zu 40 weitere Kinder geschaffen werden, wie Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos) sagt. Finanziert wird das Vorhaben über das Stadtumbau-Programm zu zwei Dritteln mit Geld von Bund und Land.

Es war ein schwieriger Kampf mit dem Denkmalschutz, ehe es mit dem Bau losgehen konnte, sagt Planer Voigt. Weil neben der schicken Fassade auch im Inneren trotz der Entkernung wenigstens Reste des Meißner Bauernhauses erhalten bleiben sollten, gibt es dort jetzt eine alte Treppe ins Nichts. Sie beginnt im Erdgeschoss und stößt an die neue Stahlbetondecke, die aus Brandschutzgründen eingezogen werden musste. „Das hat auch seinen Charme, wir können hier eine Rückzugsmöglichkeit anbieten“, sagt Voigt. In eine Nische neben der Treppe soll ein Bücherregal eingelassen werden, die Stufen selbst künftig als Lesetreppe firmieren. Außerdem haben die Bauarbeiter im neuen Treppenhaus einen Teil der Bruchsteinwand unverputzt gelassen, um auf die alte Bauweise zu verweisen. Die Deckenhöhe der Klassenzimmer fällt mit 2,60 Metern eigentlich 40 Zentimeter zu niedrig für einen Schulhausbau aus, was mit einer Belüftungsanlage ausgeglichen wird. „Die gewinnt keinen Schönheitspreis, aber sich sorgt für ein ordentliches Raumklima“, sagt Voigt zum Kompromiss.

Sehen lassen kann sich die Umnutzung des Bauernhauses dennoch. Dort gibt es im Erdgeschoss Räume für Gardarobe und WC, dazu ein Klassenzimmer. Das ist genauso wie die zwei in der oberen Etage mit Fußbodenheizung und Innenraumdämmung ausgestattet, was für tiefe Fensterbretter sorgt. Weil im Obergeschoss die alte Holzdecke erhalten wurde, hat man im Dachstuhl einen neuen Stahlbalken einziehen müssen, der die Konstruktion hält. Es fehlen ja durch die Entkernung die vielen Wände, auf denen die Decke früher aufgelegen hat. Das Dachgeschoss selbst ist außer einem Abstellraum nicht nutzbar, weil sich sein Ausbau wirtschaftlich nicht gelohnt habe, wie Voigt sagt.

Eine Nutzungseinschränkung gibt es: Es gibt keine barrierefreie Erschließung im umgebauten Bauernhaus. Sollte also einmal ein Schüler im Rollstuhl eingeschult werden, müsste seine Klasse ins Hauptgebäude verlegt werden. Dort gibt es einen Aufzug und Behinderten-WCs. „Logistisch ist das kein Problem“, sagt Voigt. Er ist überzeugt, dass die Johannesschule gerade durch ihre zwei umgebauten Bauernhäuser und den gewonnenen Freiraum durch die Erweiterungsfläche die schmuckste Schule Meißens ist.

Von Uwe Hofmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Umland

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr