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Jehmlich-Orgel in Coswig erklingt bald wieder

Jehmlich-Orgel in Coswig erklingt bald wieder

"Die Orgel ist doch in meinen Augen und Ohren die Königin aller Instrumente", schrieb Mozart 1777 in einem Brief an seinen Vater. Dem kann Christoph Gutsche, Pfarrer der Peter-Pauls-Kirche, nur beipflichten.

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Die Orgel der Peter-Pauls-Kirche stammt wie die Kirche selbst aus dem Jahr 1903 und wurde jetzt saniert.

Quelle: Gabriele Hanke

Coswig. Er wird sich den 6. November sehnlichst herbeiwünschen, denn an diesem Tag ist es soweit: Bei einer Dankesfeier wird die prächtige spätromantische Orgel der Coswiger Kirche zum ersten Mal nach langer Zeit wieder erklingen. Seit 2012 ist das Instrument restauriert worden. Die Kosten betragen 230000 Euro.

Die Jehmlich-Orgel ist genauso alt wie das Gotteshaus selbst, das 1903 geweiht wurde. Sie verfügte damals über zwei Spielwerke und 29 klingende Stimmen, die ein romantisches Klangbild aufwiesen. Kunstvolle Schnitzereien aus Lindenholz zierten den Prospekt. "Während der beiden Weltkriege sind allerdings zahlreiche Zinnpfeifen gegen minderwertigere Zinkpfeifen ausgetauscht worden", berichtet Pfarrer Gutsche. Sie seien für die Rüstungsindustrie verwendet worden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Orgel mehrfach umgebaut und immer wieder repariert. "Zwischenzeitlich hat man auch versucht, sie einem anderen Klangideal anzupassen", erklärt der Pfarrer. Das seien aber Verschlimmbesserungen gewesen. "Die Kantoren haben aber immer alles dafür getan, dass die Orgel spielbar blieb", betont Pfarrer Gutsche. Das sei mit der Zeit jedoch immer schwieriger geworden.

2010 dann sendete der Freundeskreis Coswiger Orgel einen Hilferuf, der nicht nur in Coswig selbst, sondern auch in Radebeul und Dresden erhört wurde. Mit 55000 Euro Eigenmitteln, die vor allem aus Spenden herrührten, und Fördermitteln begann 2012 die Sanierung der Jehmlich-Orgel. Zunächst wurden bis Mai 2013 in einem ersten Bauabschnitt die rund 1000 Pfeifen des Schwellwerkes gereinigt und neu intoniert. Der Schwellwerkraum bekam eine Wandheizung, um die Klangdifferenzen ausgleichen zu können, die von den Temperaturunterschieden herrühren.

Im zweiten Bauabschnitt wurden das erste und das dritte Manual saniert und u.a. die 1700 Pfeifen des Kronenwerkes erneuert. "Im Moment arbeiten die Orgelbauer noch an der Intonation, geben dem Instrument also den klanglichen Feinschliff, und auch der elektrische Spieltisch wird gerade ersetzt", erläutert Gutsche. Seinen Informationen zufolge fehlen derzeit noch ungefähr 25000 Euro. Die Sanierung sei teurer geworden als geplant, etwa weil Schäden im Holz nachgebessert werden mussten.

Interessenten können gegen eine Geldspende eine Patenschaft über eine Orgelpfeife übernehmen. Wie hoch sie ist, hängt von der Größe der Pfeife ab und beträgt zwischen 20 und 500 Euro. Die größte Pfeife der Orgel misst 4,80 Meter, die kleinste, für eine Patenschaft angebotene etwa zehn Zentimeter.

Katrin Richter

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