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Umland Investor bringt Leben in alte Gemäuer
Region Umland Investor bringt Leben in alte Gemäuer
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19:19 06.06.2018
In der Hengstfabrik in Pirna sollen wie im Radebeuler AWD-Klubhaus Wohnungen entstehen. Quelle: Foto: Silvio Kuhnert
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Radebeul/Pirna

Die Steinsäge kreischt, der Elektromeißel hämmert im früheren AWD-Klubhaus, auch als Gasthof „Zur Goldenen Krone“ bekannt, in Radebeul. Die Geräusche, die auf die Gartenstraße dröhnen, geben dem Passanten einen Eindruck, was auf der Baustelle passiert. Denn dort gehen Abrissarbeiten und Neuaufbau Hand in Hand.

Von der Straße aus gut sichtbar, ziehen Bauarbeiter erste Wände für die künftigen Wohnungen im zweiten Obergeschoss hoch. Insgesamt 33 Wohnungen sollen in Radebeuls einst ersten Gasthof, den das Arzneimittelwerk Dresden (AWD) zu DDR-Zeiten als Betriebskulturhaus nutzte, entstehen. Von den massiven Außenwänden verdeckt, ist im Inneren des Gebäudes der Bau der Tiefgarage für die künftigen Bewohner voll im Gange. „Sie entsteht unter dem Ballsaal“, informiert Bauleiter Uwe Hähnel. Seine Bauarbeiter sind im Moment dabei, die Schalung für die künftig Garagendecke aufzubauen.

Im Herbst vorigen Jahres begann Hähnel mit seiner Mannschaft mit dem Umbau des Gebäudes an der Ecke Gartenstraße/Turnerweg zu einem Wohnhaus. Auf dem Bauprogramm standen zunächst Abrissarbeiten. Zum einen im Klubhaus selbst. Durchs kaputte Dach hat es rund 15 Jahre hineingeregnet, was den Zwischendecken mächtig zugesetzt hat. „An einigen Stellen konnte man vom Dach bis in den Keller schauen“, berichtet Bauleiter Hähnel Alles Morsche und Marode musste raus.

Zum anderen pickerten Bauleute Stein für Stein den rund 40 Meter hohen Schornstein neben dem Gebäude nieder. Seit rund 14 Tagen ist der Gigant aus Ziegeln Geschichte. Wo er einst stand, gießen Bauleute derzeit Fundamente für die Balkone an der Westseite des Hauses.

Im Gegensatz zum Schornstein, der von Anfang an komplett verschwinden sollte, musste im Gebäudeinneren mehr abgebrochen werden als ursprünglich geplant. „Von all unseren Projekten der vergangenen 18 Jahren hat das Klubhaus die schlechteste Bausubstanz“, berichtet Uwe Herrmann, Aufsichtsratsvorsitzender der Ventar Immobilien AG. Der Investor aus dem baden-württembergischen Böblingen baut das ruinöse Gebäude für 11,5 Millionen Euro in das „Palais Bel Etage II“ um. Auf drei bzw. vier Etagen in den beiden Gebäudeteilen entstehen insgesamt 33 Wohnungen. Sie haben zwei bis vier Zimmer und sind zwischen 46 und 109 Quadratmeter groß. Viele Wohnungen sind mit Balkonen, Terrassen und Dachterrassen ausgestattet.

Ende dieses Jahres sollten laut ursprünglichem Plan die ersten Mieter einziehen. Wer die Baustelle derzeit sieht, mag kaum glauben, dass der Termin zu halten ist. Herrmann ist dagegen optimistisch: „In zwei Monaten ist der Rohbau durch.“ Laut Bauleiter Hähnel hängt jetzt viel davon ab, wie es seinem Bautrupp gelingt, die alte mit der neuen Bausubstanz zu verbinden.

Das Wohnprojekt in Radebeul ist noch nicht fertiggestellt, schon steht das nächste Vorhaben in den Startlöchern. In Pirna möchte die Ventar Immobilien AG die einstige Hengstfabrik an der Maxim-Gorki-Straße wachküssen. Vor über zehn Jahren müsste der Tischlereibetrieb in dem um 1900 erbauten Klinkerbau die Produktion einstellen. Für über sieben Millionen Euro plant Herrmann nun 21 Loft- sowie 21 normale Wohnungen in dem Gebäudekomplex aus Verwaltungstrakt, Produktionshalle und Nebengebäude. Wie im AWD-Klubhaus bietet er die 42 Eigentumswohnungen für Eigennutzer und Kapitalanleger an. „Die Hälfte haben wir in zwei Wochen verkauft“, informiert Herrmann. Wenn alle veräußert sind, kann gebaut werden. Dies könnte im kommenden September der Fall sein. Zwölf Monate Bauzeit sind veranschlagt.

Von Silvio Kuhnert

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