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Umland Inklusionspreis für Direktor des Sächsischen Epilepsiezentrums Kleinwachau
Region Umland Inklusionspreis für Direktor des Sächsischen Epilepsiezentrums Kleinwachau
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16:11 05.12.2018
Martin Wallmann Quelle: Bernd Lichtenberger
Radeberg

Martin Wallmann erhielt am vergangenen Montag von der sächsischen Staatsregierung den Inklusionspreis 2018. Als Sonderpreis wurde er dem Direktor des Sächsischen Epilepsiezentrums Kleinwachau von Stephan Pöhler, Behindertenbeauftragter der Staatsregierung, für sein langjähriges Engagement um die Integration behinderte Menschen übergeben.

Als Wallmann vor zehn Jahren in den Radeberger Ortsteil Liegau-Augustusbad kam „war Kleinwachau eine Enklave im Dorf. Anstalt und Gemeinde waren nicht die dicksten Freunde“, erinnert er sich noch allzu gut. Kleinwachau wurde 1889 als Heil- und Pflegeanstalt der Inneren Mission gegründet. Zwar konnte die Einrichtung nach 1945 unter dem Dach der Kirche weiterarbeiten. Aber das war mit ideologischen Vorbehalten verbunden und selbst als in den 1970er Jahren der Zaun um das idyllisch am Hang gelegene Gelände fiel, blieb sie doch in den Augen der Radeberger und Liegauer „die Anstalt“. Dass hier Epilepsie-Kranke betreut wurden, trug damals auch nicht dazu bei, die gegenseitige Skepsis abzubauen.

Inzwischen ist vieles ganz anders. Nicht zuletzt durch Wallmanns Wirken. So hatte es geradezu symbolische Bedeutung, dass der erste Fußweg, der in dem Radeberger Ortsteil gebaut wurde, nach Kleinwachau führt. Aber so richtig eng sei die Beziehung erst geworden, seit Gabor Kühnapfel (SPD) in Liegau-Augustusbad Ortsvorsteher ist. „Mit ihm haben wir richtig losgemacht“, sagt Wallmann, nicht ohne hinzufügen, dass im Liegauer Ortschaftsrat „engagierte Leute sitzen, die zu dem guten Kontakt maßgeblich beigetragen haben“.

Auch hinsichtlich des Wohnens hat sich die Situation für Kleinwachaus Klienten längst grundsätzlich geändert. Von den 217 derzeit durch das Epilepsiezentrum Betreuten wohnen inzwischen 71, also ein Drittel außerhalb von Kleinwachau und seiner Außenstelle in der Tobiasmühle. Viele davon in Zentrum von Radeberg. Und sie genießen das, weiß Wallmann.

Aber Inklusion beginnt im Kindesalter, ist er überzeugt und deshalb großer Befürworter des gemeinsam mit der Stadt Radeberg geplanten Schul-Campus auf dem Gelände von Kleinwachau. Entstehen soll ein gemeinsamer Schulstandort für zwei Schulen, für die Förderschule und die Liegauer Grundschule. „Mit dem Schulprojekt wird die Verbindung zu den Liegauern auf einen ganz anderen Level gestellt“, ist Wallmann zuversichtlich.

Mit dem Inklusionspreis ausgezeichnet wurden am Montag auch die „Elterninitiative Unmöglich. Aber machbar“, die Unterricht für blinde Kinder organisiert, der Dresdner Verein „Jetzt entscheide ich“, der ein Fahrrad gekauft hatte, auf dem Rollstühle mitgenommen werden können, und das „Traumkonzert“, bei dem Menschen mit und ohne Behinderungen musizieren. bl

Von Bernd Lichtenberger

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