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In der Metall- und Chemiebranche Ost startet heiße Phase der Tarifrunde

In der Metall- und Chemiebranche Ost startet heiße Phase der Tarifrunde

Heute um null Uhr war es so weit. Die Beschäftigten der Nachtschicht des Daimler-Werks in Berlin legten die Arbeit nieder. Die Friedenspflicht in der Metall- und Elektroindustrie in Berlin, Brandenburg und Sachsen ist vorbei - und schon setzte es den ersten Warnstreik.

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Nervennahrung: Schokotäfelchen sollen die Metall-Mitarbeiter bei Laune halten.

Quelle: Sebastian Kahnert, dpa

Radebeul/Berlin/leipzig. Mit dem Ausstand unterstützten die Metaller die Gewerkschaftsforderung nach einem Lohnplus von 5,5 Prozent, flexible Altersübergänge und Anspruch auf Bildungsteilzeit. Mit dem Paket sieht sich auch der Verband der Sächsischen Metall- und Elektroindustrie (VSME) konfrontiert, der heute um elf Uhr in Radebeul die Tarifverhandlungen für seine 160 000 Mitarbeiter mit der IG Metall aufnehmen wird. Weitere Warnstreiks gibt es heute Mittag unter anderem bei Volkswagen in Sachsen, wahrscheinlich Anfang nächster Woche bei BMW in Leipzig.

Regional haben die Arbeitgeber noch kein Angebot vorgelegt. "Wir brauchen eine maßvolle Tarifpolitik und müssen den Ball flach halten", sagte gestern VSME-Verhandlungsführer Bodo Finger. "Unsere Wirtschaft entwickelt sich nur verhalten."

Bei den ersten Verhandlungen in Baden-Württemberg haben die Unternehmen zunächst eine Gehaltssteigerung um 2,2 Prozent angeboten. Die Firmen gingen damit "gleich an die Grenzen des Möglichen", so Gesamtmetall-Chef Rainer Dulger. Gibt es dort eine Einigung, könnte sie Pilotcharakter haben.

Ebenfalls um elf Uhr, aber in Berlin, startet die Tarifrunde für die 44 000 Beschäftigten der ostdeutschen Chemieindustrie. "Der Verteilungsspielraum ist eng", wies Arbeitgebervertreter Paul Kriegelsteiner die Forderung nach 4,8 Prozent mehr Entgelt zurück. Aktuell sei die Produktivität rückläufig. "Wir können nur verteilen, was unsere Unternehmen zusätzlich erwirtschaften."

Ralf Sikorski, Vorstandsmitglied der Industriegewerkschaft Bergbau-Chemie, Energie (IG BCE), widersprach. Auf dem Neujahrsempfang seiner Organisation in Leipzig sprach er von einer "moderaten Forderung". Die Betriebe stünden gut da, die Gewinnerwartungen zeigten nach oben. Da bestünden die Beschäftigten zu Recht auf einer kräftigen Schippe drauf beim Entgelt. Angesichts des drohenden Fachkräftemangels müssten die Firmen bereit sein, die Mitarbeiter "so zu bezahlen, wie sie es verdienen". Die IG BCE will zudem den Tarifvertrag "Demografie und Lebensarbeitszeit" fortschreiben. "Wir müssen kreative Arbeitszeitmodelle entwickeln und den flexiblen Renteneintritt regeln", sagte Sikorski. Das sei "zwingend notwendig". Die Arbeitszeiten sollten sich stärker an den unterschiedlichen Lebensphasen orientieren. Dabei gehe es vor allem um eine Entlastung der älteren Beschäftigten. Sikorski: "Wir werden aus dieser Tarifrunde nicht herausgehen, ohne hier weitergekommen zu sein."

Ulrich Milde

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