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Umland In Wilsdruff entsteht neues Gymnasium für 22 Millionen Euro
Region Umland In Wilsdruff entsteht neues Gymnasium für 22 Millionen Euro
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14:31 16.09.2018
Beim symbolischen Nageleinschlagen: Planer Dirk Fellendorf, Beigeordnete Kati Hille vom Landratsamt, Schulleiterin Katja Laetsch, Innenminister Roland Wöller und Wilsdruffs Bürgermeister Ralf Rother. Quelle: Kerstin Ardelt-Klügel
Wildruff

Für Jolien, Helena, Ami, Lilli und ihre Schulleiterin Katja Laetsch war das Richtfest für ihr Gymnasium auf dem Wilsdruffer Campusgelände Freitagnachmittag ein großes Ereignis. Schließlich fiebern die Fünftklässler bereits der für das kommende Schuljahr geplanten Eröffnung entgegen.

Ihre Wünsche sind groß. Dass sie auch wahr werden, versichert der zuständige Architekt vom Planungsbüro iproplan Dirk Fellendorf. So überschneiden sich beispielsweise Amis Vorstellungen von großen Räumen mit warmen Farben mit Fellendorfs Planungsansätzen, gleiches gilt für Helenas erhoffte Turnhalle.

400 Besucher beim Richtfest

So wie die vier Mädchen, die derzeit mit 55 weiteren Schülern im Gebäude der ehemaligen Kleinnaundorfer Grundschule in Freital ihr fünftes Schuljahr begonnen haben, freuten sich ganz offensichtlich auch die rund 400 Besucher, die zum Richtfest gekommen waren, über das dreizügige Gymnasium, das künftig neben der Grund- und Oberschule den Schulstandort bereichern soll.

Sie alle hatten im Anschluss an den offiziellen Teil des Richtfestes die Möglichkeit, das S-förmig angelegte Areal in Augenschein zu nehmen. Wilsdruffs Bürgermeister Ralf Rother führte Wilsdruffer Bürger in dem aus seiner Sicht interessantesten Teil, der künftig der Sekundarstufe I vorbehalten sein wird.

Schräge Wände und viel Licht

Auf diesem, von einem Höhenunterschied über viereinhalb Meter geprägten Areal gibt es kaum rechte Winkel, dafür aber schräge Wände, viel Lichteinfall durch versetzte so genannte Jetdächer und jede Menge Kommunikationsecken. So bestimmt beispielsweise eine riesige, aber von der Stufenhöhe unterschiedlich angelegte Freitreppe, die gleichzeitig zum Sitzen einlädt, die Raumsituation zwischen Erdgeschoss und Souterrain.

Theadron im terrassenförmig angelegten Außenbereich

Im unteren Bereich sind neben einer Turnhalle, Zweifeldturnhalle und Umkleidekabinen, die Mensa samt einer großen Küche, in der ein Koch für das leibliche Wohl der Schüler sorgen soll, sowie eine Aula geplant. Der ebenfalls terrassenförmig angelegte Außenbereich, der zugleich an die Aula angrenzt, soll ein Theadron beherbergen, so dass sich bei Bedarf beide Bereiche - beispielsweise bei Theateraufführungen - nutzen lassen.

Gymnasium soll zum Schuljahr 2019/20 in Betrieb gehen

Verläuft alles planmäßig, kann das für rund 600 Schüler ausgelegte, dreizügig geführte Gymnasium ab dem Schuljahr 2019/20 in Betrieb gehen. Das 22 Millionen Euro teure Projekt, das im Vorfeld eine kontroverse Diskussion bis hin zu einem Rechtsstreit zwischen Freistaat und dem Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ausgelöst hatte, führt zu einer deutlichen Entlastung der Schulstandorte Freital, Nossen und Freiberg.

Auch Freibergs Oberbürgermeister beim Richtfest dabei

Aus diesem Grund war auch Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger Freitagnachmittag unter den Gästen. „Wir haben in Freiberg ein sechszügig geführtes Gymnasium, das auf zwei denkmalgeschützte Gebäude verteilt ist“, beschreibt der OB die Situation. Bei den prognostizierten Schülerzahlen und der Überschneidung der Einzugsgebiete sei Wilsdruff nicht nur ein zusätzliches Angebot für die Schüler, sondern führe auch zu einer zahlenmäßigen Entlastung der einzelnen Standorte. Ähnlich verhält es sich auch beim benachbarten Geschwister-Scholl-Gymnasium in Nossen, das die Wilsdruffer bisher am meisten favorisierten.

Allein in Wilsdruff verlassen jährlich rund 130 Jungen und Mädchen die Grundschule. Dazu kommen die Abgänger aus Hartha/Tharandt, Pesterwitz und Wurgwitz, die ebenfalls in den Wilsdruffer Einzugsbereich fallen. Geht man davon aus, dass 50 Prozent das Gymnasium besuchen, ist die Schulhausgröße mehr als gerechtfertigt, argumentiert Bürgermeister Rother.

Schulneubau mit viel kreativem Spielraum

Für die Schulleiterin Katja Laetsch und ihre derzeit neunköpfige Lehrerschaft ist es, ebenso wie für ihre Schüler, eine aufregende Zeit. Schon jetzt kann sie sich über eine sehr engagierte Elternschaft freuen. „Das Kuchenbuffet heute zum Richtfest“, war deren Idee.

Für Katja Laetsch, die bisher drei Jahre als Vize-Schulleiterin tätig war, birgt der Schulneubau viel kreativen Spielraum. „Wir können uns ganz konkret bei der Ausstattung mit einbringen“, betont Laetsch. Aktuell sitze die Lehrerschaft über dem künftigen Konzept, das vorzugsweise naturwissenschaftlich geprägt sein soll. Angestrebt sei neben einer politischen Prägung vorzugsweise eine enge Verbindung von Wirtschaft und Schule.

Gründung von Orchester und Chor geplant

Aber auch die Musik werde nicht zu kurz kommen. So sei perspektivisch die Gründung eines Orchesters und eines Chors geplant – verrät die pädagogische Frontfrau. Im neuen Haus, von dem zunächst zwei Drittel von den Pennälern genutzt werden, wird es ein 50-köpfiges Kollegium geben. Das eine Drittel bliebe zunächst den Grundschülern vorbehalten.

Von Kerstin Ardelt-Klügel

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