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Umland In Sachsen beginnt die Apfelsaison
Region Umland In Sachsen beginnt die Apfelsaison
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18:47 24.08.2018
Die Sächsische Blütenkönigin Laura I. beißt genüsslich in den selbst gepflückten Apfel. Silvio Kuhnert
Pirna

Die langanhaltende Trockenheit in diesem Jahr sowie die Hitze im Sommer macht auch den Sächsischen Obstbauern zu schaffen. Zwar werde die Apfelernte rund 16 Prozent besser ausfallen als 2017, als Frost während der Blüte den Ertrag stark reduzierte. Im Vergleich zu einem Normaljahr sei sie allerdings 15 Prozent schlechter. „Wir erwarten eine Erntemenge von circa 80810 Tonnen Äpfeln“, sagte Gerd Kalbitz, Vorsitzender des Landesverbandes „Sächsisches Obst“ zur Eröffnung der Apfelsaison 2018. In Jahren ohne Wetterkapriolen können Sachsens Obstbauern gewöhnlich rund 90000 Tonnen dieser gesunden Früchte von den Bäumen pflücken.

Den gewerblichen Obstanbau stemmen im Freistaat hauptsächlich 44 größere Betriebe. Die Apfelplantagen nehmen knapp 2500 Hektar Fläche ein, wobei auf die Hauptanbaugebiete linkselbisch zwischen Dresden und Pirna im Borthener Anbaugebiet und das Obstland zwischen Döbeln, Leisnig sowie Oschatz jeweils über 1000 Hektar entfallen. Im vergangenen Jahr wurden nur knapp 70000 Tonnen Äpfel geerntet. „Nach dieser durchwachsenen Ernte hat jeder gedacht, jetzt kommt der Knüller“, so Kalbitz. Durch viel Sonne und Wärme im Sommer sind die Äpfel dieses Mal zwar besonders süß, wegen des fehlenden Niederschlags aber kleiner im Vergleich zu anderen Jahren. „Die geringere Größe wirkt sich auf die Tonnenzahl aus“, ergänzte Obstbauer Thomas Beck, in dessen Obstscheune im Pirnaer Ortsteil Krietzschwitz der offizielle Startschuss zur Apfelernte erfolgte.

Für ganz Deutschland wird ein unterdurchschnittlicher Ernteertrag erwartet. Mit circa 934000 Tonnen beträgt sie nur 90 Prozent einer Normalernte. Zum Vergleich: Die Erntemenge vor zwei Jahren betrug über eine Million Tonnen.

In Europa dagegen wird es 2018 vermutlich die beste Apfelsaison der zurückliegenden zehn Jahre geben. Rund 12,55 Millionen Tonnen Äpfel und damit ein Anstieg von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr werden prognostiziert. „Polen könnte zum zweitgrößten Apfelproduzent der Welt aufsteigen“, informierte Kalbitz. Für unser Nachbarland wird eine Erntemenge von 4,5 Millionen Tonnen vorhergesagt, was der Landesobstbauverband durchaus mit Sorgen beobachtet. Denn Polen orientierte sich bei seinen Exporten früher vor allem nach Osten. Seit der Verhängung des Handelsembargos gegen Russland aufgrund des Ukraine-Konflikts drängen polnische Obstbauern jedoch immer stärker mit ihren Früchten auf westliche Märkte, was vor allem auf dem Industriemarkt, worunter beispielsweise die Produktion von Säften zählt, die Preise drückt. Aus Sicht der Obstbauern sei das Russlandembargo nicht zu vertreten, so Kalbitz.

Aufgrund der hohen europäischen Ernte und der besseren Ernte in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr geht der Verbandschef von einer Preisreduzierung gegenüber dem überdurchschnittlichen Preisniveau 2017 aus. Da aber die Lagerhallen leer sind sowie die Saft- und Konzentratvorräte zur Neige gehen, erwartet er keine totalen Tiefstpreise, sondern ein Einpegeln der Preise auf einem normalen Niveau.

Apfel-Selbstpflücke 2018

Beck’s Obsthof GbR Lockwitzer Straße 15 01809 Dohna-Borthen Internet: www.becks-obstscheune.de Termine: ab dem 2. Septemberwochenende geöffnet Freitag bis Sonntag von 10-17 Uhr

Gut Pesterwitz An der Winzerei 1b 01705 Pesterwitz Internet: www.weingut-pesterwitz.de Termine: 7.-9., 14., 21.-23. sowie 28.-30. September jeweils von 8-16 Uhr

Obstbau Ebenheit GbR Grießbach/Wedler Dorfplatz 2 Dohna-Borthen Telefon: 0351/2848587

Obstgut Dreßler Am Rundling 13 01731 Kreischa, OT Sobrigau E-Mail: obstgut.dressler@web.de Termine: ab 17. September täglich von 8-18 Uhr bis 31. Oktober oder bis alle Äpfel geerntet sind

Meissner Obstgarten Geisler Reichenbach Nr. 7 01665 Klipphausen Internet: www.meissner-obstgarten-geisler.de Termine: ab Ende August bis 15. Oktober immer Freitag, Sonnabend, Sonntag, Montag von 8-16 Uhr

Obstbau Robert Rüdiger Pillnitzer Landstraße 301 01326 Dresden Internet: www.obstbau-ruediger.de Termine: ab 1. September Montag-Sonnabend von 9-18 Uhr bis Ende Oktober bzw. alle Äpfel geerntet sind

Von Silvio Kuhnert

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