Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Umland In Radeberger Klink erkranken besonders wenige Patienten an Krankenhauskeimen
Region Umland In Radeberger Klink erkranken besonders wenige Patienten an Krankenhauskeimen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:38 25.10.2017
Der Chirurg Michael Pippig zeigt, wie aufwendig die Waschroutine vor jeder Operation ist. Quelle: Uwe Hofmann
Anzeige
Radeberg

„Hygiene ist, wenn sie fehlt, eine Katastrophe“, sagt Michael Pippig. Der Chirurg ist an der Radeberger Asklepios-Klinik als einer von zwei ärztlichen Hygienebeauftragten besonders darum bemüht, jegliche Hygienemängel in den Klinikabläufen aufzudecken und abzustellen. Ein Bemühen, das offenbar Früchte trägt. Das Radeberger Krankenhaus konnte sein Qualitätsmanagement, zu dem auch die Hygiene gehört, in diesem Jahr das erste Mal nach DIN-ISO-Norm zertifizieren. „Wir waren schon 2002 eines der ersten Häuser, die ihr Qualitätsmanagement nach dem System KTQ zertifizieren konnte, jetzt wollten wir mit einem internationalen Zertifikat den nächsten Schritt gehen“, sagt Qualitätsmanager Heiko Schubert.

Was sich sehr sperrig anhört, hat für die Patienten konkrete Auswirkungen. Beispiel multiresistente Keime: Bei 53 Patienten haben die Radeberger 2016 die sogenannten Krankenhauskeime durch Routinetests bei Risikogruppen entdeckt. In nur fünf Fällen trat auch wirklich eine Infizierung auf – bei allen anderen Patienten konnte das durch straffe Hygieneregeln mit Isolierung, speziellen Waschungen und getrennten Systemen für Wäsche und Speisen vermieden werden. Gemessen an den 250 000 Patiententagen – das ist die Summe aller Tage, die Patienten im Krankenhaus Radeberg verbracht haben – spreche das für ein extrem geringes Erkrankungsrisiko unterhalb des Promillebereichs, sagt Geschäftsführer Sebastian Eckert, der erst seit Monatsbeginn als Nachfolger für den aus privaten Gründen ausgeschiedenen Tim Richwien im Amt ist. „Wir bewegen uns auf dem Niveau der Luftfahrt“, sagt er mit Verweis auf das statistisch sicherste Fortbewegungsmittel.

Für den 30-jährigen Eckert, der seit vier Jahren in wechselnden Aufgaben für den Asklepioskonzern arbeitet und dabei ein Programm für Nachwuchsführungskräfte absolviert hat, bedeutet das: Er ist in Sachen Qualitätsmanagement bei Überfliegern angekommen. Im Vergleich mit anderen Kliniken des Unternehmens schneiden die Radeberger regelmäßig über Durchschnitt ab, haben auch schon mehrere Preise gewinnen können, wie Qualitätsmanager Schubert sagt. Außerdem gehören sie nun zu dem nicht einmal einem Drittel Asklepios-Kliniken, das bisher die DIN-ISO-Norm geschafft hat. Für den gebürtigen Berliner Eckert kann das vor allem in Zukunft die Arbeit erleichtern. Qualität gewinne sowohl in der Politik als auch unter den Patienten immer mehr an Bedeutung, sagt Eckert. „Das wird künftig bei der Vergütung eine Rolle spielen“, meint er.

Der Chirurg Pippig braucht diesen finanziellen Anreiz nicht. „Auf meinem Gebiet, der Endoprothetik, bedeutet fehlenden Hygiene Schmerzen für den Patienten“, sagt er. Eine infizierte Knieprothese bewirken für den Träger in aller Regel mehrere Nachoperationen, bis die Entzündung aus dem Körper ist. In manchen Fällen sei es nicht möglich, die Patienten je wieder schmerzfrei zu bekommen. Ein Szenario, das Pippig vermeiden will. Für ihn sei deswegen die Wirkung einer Zertifizierung nach innen viel wichtiger als die nach außen. „Da muss man alles durchkämmen“, sagt er. „Und allein der Aspekt der Beobachtung bewirkt eine Verbesserung bei den Infektionszahlen“, fügt er an. So gebe es inzwischen eine OP-Checkliste, die zwingend vor jedem Eingriff durchgegangen werden muss. Damit wird etwa sichergestellt, dass der Patient auf dem richtigen OP-Tisch gelandet ist und das Messer auch an das richtige Bein gelegt wird. Ziel sei es, im komplexen System Krankenhaus alle „Störungen“ zu umgehen, sagt Pippig.

Von Uwe Hofmann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In Altenberg soll eine moderne Leistungssportanlage entstehen. Die Kosten belaufen sich auf über 12 Millionen Euro. Nach einer Kostenexplosion im August hofft die Kreisverwaltung, dass der Bau nicht noch teurer wird.

24.10.2017

Im Schlosspark Großharthau findet vom 27. bis zum 29. Oktober zum dritten Mal die LebensArt „Herbstzauber“ statt. Es handelt sich um eine Verkaufsausstellung mit besonderem Flair, die sich den Themen Garten, Wohnen und Lifestyle widmet. Rund 140 Aussteller haben ihre Teilnahme zugesagt. Der Veranstalter erwartet wieder um die 20 000 Besucher.

24.10.2017

Eine Gruppe Radebeuler Christen hat vergangenen Sonnabend in Wittenberg drei der 95 neu gezüchteten Apfelbäume der Sorte „Martin Luther“ für die drei Radebeuler Kirchgemeinden anlässlich des 500. Reformationsjubiläums entgegen genommen. Sie werden am Sonntag gepflanzt.

24.10.2017
Anzeige