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In Großröhrsdorf siedelt sich die Schweizer Leichtbau-Firma Connova mit einem Tochterbetrieb an

Leichte Teile für Luft- und Raumfahrt In Großröhrsdorf siedelt sich die Schweizer Leichtbau-Firma Connova mit einem Tochterbetrieb an

In einer weiteren Halle auf dem ehemaligen Sunfilm-Geländes in Großröhrsdorf zieht neues Leben ein. Die Connova Deutschland GmbH, das Tochterunternehmen einer Schweizer Leichtbau-Firma, baut derzeit einen neuen Produktionsstandort auf. Die dort hergestellten Kunststoff-Bauteile werden nicht nur in der Luft, sondern auch durch das Weltall schweben.

Connova-Chef Jon Andri Jörg (l.) und Wirtschaftsminister Martin Dulig halten ein Hitzeschutzschild für den Porsche Spyder 918 in der Hand.

Quelle: Silvio Kuhnert

Großröhrsdorf. In einem Teil der früheren Produktionshallen von Sunfilm im Großröhrsdorfer Gewerbegebiet zieht ein auf innovative Kunststoffe spezialisiertes Unternehmen ein. Die Connova Deutschland GmbH möchte im Juli die Produktion aufnehmen. Sie ist eine Tochter der Schweizer Leichtbau-Firma Connova, die einen Großauftrag an Land ziehen konnte. Vor einigen Tagen unterzeichnete Geschäftsleiter Jon Andri Jörg einen mehrjährigen Vertrag mit Marenco Swisshelicopter mit einem Volumen von 35 Millionen Schweizer Franken. „Die gesamte Grundzelle des Helikopters kommt aus unserem Haus“, sagte Jörg. Das Grundgerüst für rund 100 Hubschrauber wird seine Firma in den nächsten vier Jahren herstellen. Einige Bauteile dafür entstehen in Großröhrsdorf.

Seit über 20 Jahren existiert das Schweizer Unternehmen. Seine Anfänge hatte es im Modellbau. In den vergangenen Jahren intensivierte Connova die Entwicklung und Fertigung von Leichtbauteilen. Dafür kommen spezielle Kunststofffasern ins Spiel. Ihr Querschnitt betrage nur ein 100tel des menschlichen Haares, so Jörg. „Composites“ nennt das Unternehmen seine Faserverbundwerkstoffe. Je nach Faserverlauf lassen sich steife oder elastische Bauteile daraus formen. Sie weisen eine hohe Festigkeit auf und sind dennoch ultraleicht. „Überall dort, wo es bewegte Massen gibt, wird das Gewicht sehr wichtig“, so der Geschäftsführer. Die Carbon-, Glas- und Aramidfaserkunststoffe aus seinem Haus kommen beispielsweise in der Luft- und Raumfahrtindustrie, in der Medizintechnik und im Automobilbau zum Einsatz.

So wurde beispielsweise aus Connova-Bauteilen das Solarflugzeug zusammengesetzt, dass derzeit in mehreren Etappen die Welt umrundet und vor wenigen Tagen nach erfolgreicher Überquerung des Atlantiks in Sevilla gelandet ist. Auch im Porsche Spyder 918 steckt ein Leichtbauteil von Connova. Für den Sportwagen stellt der Hightech-Carbon-Produzent einen Hitzeschutzschild her. Und auch im Weltall werden Connova-Bauteile schweben. Sie befinden sich in den Satelliten, die das europäische Navigationssystem beherbergen werden.

60 Mitarbeiter zählt das Unternehmen derzeit am Schweizer Stammsitz in Villmergen. Der Jahresumsatz liegt aktuell bei rund elf Millionen Euro. Um die Produktionskapazitäten zu erweitern und weil es am Stammsitz zu eng wurde, schaute sich der Firmenchef nach einem weiteren Standort um – auch außerhalb der Eidgenossenschaft. Die Wahl fiel auf Großröhrsdorf. Gründe waren die Nähe zu Dresden mit seinem Flughafen, die TU und die Forschungseinrichtungen mit ihren Ingenieuren sowie der in der Region lebenden Menschen. „Wir suchen Leute, mit denen man arbeiten und denen man vertrauen kann“, erläuterte Jörg. Und dieses Personal sei hier vorhanden. Der Faserverbund-Anbieter fertigt keine Serienprodukte, sondern entwickelt und produziert Teile entsprechend der Kundenwünsche. Dafür sei es wichtig, dass ein Mitarbeiter, die Bauteile selbstständig herstellen kann, ohne dass ihm ständig einer über die Schultern schauen müsse, so Jörg.

Fünf Beschäftigte stehen derzeit in Großröhrsdorf bei Connova in Lohn und Brot. Sie bauen die Produktionsanlagen auf. Wenn die Fertigung losgeht, möchte Jörg in der ersten Phase 20 Mitarbeiter beschäftigten. In den kommenden zwei bis drei Jahren soll ihre Zahl auf 100 wachsen. Ziel sei es, in Großröhrsdorf einmal ein eigenes Produkt zu entwickeln.

Die Investition des Schweizers wertete Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD), der dem Betrieb auf seiner Innovationstour einen Besuch abstatte, als ein starkes Zeichen für die Region.

Von Silvio Kuhnert

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