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Umland Immer mehr Touristen entdecken die Sächsische Schweiz im Winter
Region Umland Immer mehr Touristen entdecken die Sächsische Schweiz im Winter
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18:11 19.04.2018
Die Sächsische Schweiz hat auch im Winter ihren besonderen Reiz – nicht nur wegen des Sandsteins. Auch mit Wellness und Kultur will die Region künftig in den kalten Monaten punkten. Quelle: PR/Tourismusverband Sächsische Schweiz/Frank Exß
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Dresden

Endlich ist der Frühling eingekehrt – und trotzdem blicken die Verantwortlichen vom Tourismusverband mit Freude auf die kalten Monate zurück: Das Geschäft mit den Gästen hat diesen Winter extrem stark zugelegt, bescherte vielen Gastwirten und Hoteliers in der Sächsischen Schweiz gute Einnahmen. Bei den Übernachtungen steht für die Zeit zwischen November und Februar ein Plus von fast 20 Prozent zu Buche. Eine erfreuliche Entwicklung, hinter der auch ein wirtschaftspolitisches Kalkül steckt.

Die Sächsische Schweiz wird auch im Winter bei den Touristen immer beliebter. Gerade an kalten Tagen werden die Gäste mit atemberaubenden Aus- und Ansichten belohnt.

Traditionell lebte der Fremdenverkehr im Sandstein seit jeher vom Saisongeschäft, verirrten sich bisher im Winter nur wenige Touristen in die Landschaft mit ihren markanten Felstürmen. Ostern gehen die Fensterläden auf, im Oktober werden die Bordsteine wieder hochgeklappt, beschreibt Klaus Brähmig, Vorsitzender des Tourismusverbandes, die Situation.

Neue Strategie trägt erste Früchte

Doch seit einigen Jahren strickt der Verband an einer neuen Strategie, die jetzt offenbar erste Früchte trägt. „Diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache“, sagt Klaus Brähmig.

Zwischen November und Februar zählte der Verband insgesamt mehr als 70 000 Gäste und fast 170 000 Übernachtungen. Werden dann noch die Zahlen aus den Rehakliniken addiert, bringt es die Region gar auf mehr als 280 000 Übernachtungen.

Noch gar nicht mit gezählt sind die Gäste in Fremdenzimmern und kleinen Pensionen. Denn die Tourismusstatistik erfasst ausschließlich die Übernachtungen in Betrieben mit zehn Betten und mehr.

Januar und Februar besonders erfolgreich

Vor allem im Januar und Februar gingen die Zahlen steil nach oben, liegen die Zuwachsraten bei über 30 Prozent. „Das zeigt uns, dass die Sächsische Schweiz das Potenzial zum Ganzjahresreiseziel hat – und dass es möglich ist, dieses Potenzial zu nutzen, wenn der unternehmerische Wille dazu da ist“, erklärt Klaus Brähmig.

Im vergangenen Jahr verzeichnete die Region mit insgesamt 1,6 Millionen Übernachtungen zwar ein Rekordergebnis. Die Zahl zeigt aber auch die Diskrepanz zwischen Winter einerseits, Frühling, Sommer und Herbst anderseits.

Und die saisonalen Schwankungen sind durchaus ein Problem für die Branche. Denn wenn kein Umsatz gemacht wird, können die Kneipiers und Gastronomen auch ihre Mitarbeiter nicht mehr bezahlen.

Wettbewerb mit der Industrie

„Viele werden dann weggeschickt und im Frühjahr wieder eingestellt“, erklärt Klaus Brähmig. Besonders attraktiv ist das für Arbeitnehmer nicht – was dann wiederum zum Problem für eine Branche wird, die ohnehin schon heftig damit zu kämpfen hat, überhaupt noch Leute zu finden

„Wir stehen zudem im Wettbewerb mit der Industrie. Dort läuft es gerade richtig gut“, sagt Klaus Brähmig, der bis zum Herbst 2017 als Abgeordneter der Region für die CDU im Bundestag saß und dort lange Zeit den Tourismusausschuss leitete.

Auch deshalb will der Tourismusverband mit seiner Winterinitiative gegensteuern. Dazu bemühen die Verantwortlichen keineswegs nur den sehr sehenswerten Kontrast aus schwarzem Sandstein und weißem Schnee.

Angebote im Bereich Wellness oder Kultur

In breit angelegten Werbekampagnen und auf Messen betonen die Macher auch Angebote im Bereich Wellness oder Kultur. Das Festival Sandstein und Musik, dass auch im November noch Höhepunkte bietet, sei da eines der Beispiele, sagt der Verbandschef.

Die Tourismusvermarkter setzen inzwischen darauf, gezielt in den einzelnen Gemeinden Winterangebote zu entwickeln. Inzwischen gibt es eine Projektmanagerin für die Nebensaison. Unterstützt werden diese Maßnahmen vom Freistaat, Geld gibt es aber auch aus Brüssel aus den Töpfen für die regionale Entwicklung.

Positive Überraschung

Die losgetretene Winter-Offensive wurde jetzt zum ersten Mal umgesetzt. Der Geschäftsführer des Tourismusverbandes, Tino Richter, hatte die jetzt präsentierten Zahlen deshalb mit Spannung erwartet. „Das tatsächliche Wachstum hat uns dann doch positiv überrascht“, sagt Tino Richter.

Die Kampagne wird nun weitergeführt, bereits Ende Juni soll eine neue Broschüre erscheinen, die viele Angebote für Touristen in der auch im Winter malerischen Sächsischen Schweiz enthält. Im Herbst werde noch einmal die Werbetrommel gerührt. Schwerpunkte dafür seien Berlin, Leipzig und Thüringen.

Von Sebastian Kositz

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