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Im einstigen AWD-Klubhaus in Radebeul-Ost entstehen 33 Wohnungen

Umbau und Sanierung Im einstigen AWD-Klubhaus in Radebeul-Ost entstehen 33 Wohnungen

Am ehemaligen AWD-Klubhaus in Radebeul rücken Bauarbeiter dem Schornstein zu Leibe. Sie tragen den 40 Meter hohen Riesen nach und nach ab. Der Abriss ist Bestandteil des Umbaus und der Sanierung des Hauptgebäudes. Dieses wird künftig Wohnzwecken dienen.

Das ehemalige AWD-Klubhaus ist derzeit eine Großbaustelle.

Quelle: Silvio Kuhnert

Radebeul. Am früheren AWD-Klubhaus recken Passanten derzeit automatisch den Kopf nach oben. Denn in luftiger Höhe dröhnt der Presslufthammer. Zwei Arbeiter stecken in einer am Kranseil hängenden Kabine und rücken dem Schornstein zu Leibe. „Wir reisen ihn ab“, berichtet Bauleiter Uwe Hähnel. Genau 40 Meter hat das Ziegelbauwerk, das wohl um 1900 herum errichtet wurde, einmal gemessen. Die Betonung liegt auf einmal, denn Hähnels Bauleute leisten ganze Arbeit und der Schornstein verliert sichtbar an Metern.

In einer am Kranseil hängenden Kabine tragen Bauleute den Schornstein ab

In einer am Kranseil hängenden Kabine tragen Bauleute den Schornstein ab.

Quelle: Silvio Kuhnert

In Kreisbewegung bewegt sich die Arbeitskabine um den Riesen. Die mit dem Presslufthammer gelösten Steine lassen die Arbeiter im Schacht nach unten fallen. Durch ein großes Loch am Boden rutschen sie ins Freie und werden abtransportiert. Wann seine Bauleute am Boden angekommen sein werden, kann Hähnel noch nicht sagen. „Das hängt davon ab, wie der Kran frei ist und von der Kranfirma uns zur Verfügung gestellt wird“, sagt der Bauleiter und ergänzt, dass er und sein Team nicht unter Zeitdruck stehen. Der Schornstein ist nicht das einzige Objekt, was auf dem Areal verschwindet.

Seit mehreren Wochen ist Hähnel mit seiner Mannschaft auf dem Grundstück an der Ecke Gartenstraße/Turnerweg bereits zugange. Alte Baracken und Werkstätten haben sie schon abgetragen. Auch im Hauptgebäude haben sie sich von oben nach unten durchgearbeitet. Das Haus war in einem schlechten Zustand. „Rund 15 Jahre hat es reingeregnet“, informiert Hähnel, dass hat den Zwischendecken mächtig zugesetzt. „An einigen Stellen konnte man vom Dach bis in den Keller schauen“, führt der Bauleiter weiter aus. Alles Morsche und Marode haben sie herausgerissen. Im Wesentlichen bleiben die Außenwände erhalten. „Sie stehen unter Denkmalschutz“, so Hähnel und bilden die Hülle für die neue Zukunft des einstigen Tanzschuppens.

So soll das Klubhaus nach Umbau und Sanierung aussehen

So soll das Klubhaus nach Umbau und Sanierung aussehen.

Quelle: Ventar Immobilien AG

Unter dem neuen Namen „Palais Bel Etage II“ baut die Ventar Immobilien AG das Klubhaus für 11,5 Millionen Euro zu einem Wohnhaus um. Ende Januar oder Anfang Februar werden die neuen Fundamente gesetzt. Danach ziehen die Bauarbeiter neue Innenwände und Decken hoch. Auf drei bzw. vier Etagen entstehen in den zwei Gebäudeteilen 33 Wohnungen. Sie haben zwei bis vier Zimmer und sind zwischen 46 und 109 Quadratmeter groß. Viele Wohnungen sind mit Balkonen, Terrassen und Dachterrassen ausgestattet. „Über Laubengänge im Atrium werden der Großteil von ihnen erreichbar sein“, sagt Uwe Herrmann, Aufsichtsratsvorsitzender der Ventar Immobilien AG. Der mit Glas überdachte Innenhof bildet das Herzstück des neuen Wohnhauses und entsteht im früheren Tanzsaal. Alle Wohneinheiten wurden als Eigentumswohnungen verkauft. Es handelt sich hierbei um Kapitalanlagen. Sie werden zur Miete angeboten. Die Kaltmietpreise liegen zwischen acht und neun Euro je Quadratmeter. Ende dieses Jahres sollen die ersten Mieter einziehen.

Bei dem Objekt handelt es sich um Radebeuls erstes Gasthaus. Ab 1862 fanden dort regelmäßig Tanzveranstaltungen statt. Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gebäude abgerissen und als Gasthof „Zur Goldenen Krone“ neu aufgebaut. Es diente laut Radebeuls Stadtlexikon als Streiklokal der Arbeiter, Kulturstätte und Kriegsküche. 1941 übernahmen es die Madauswerke und nutzten es als Kantine. Zu DDR-Zeiten war es das Betriebskulturhaus des Arzneimittelwerkes Dresden (AWD).

Von Silvio Kuhnert

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