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Umland Im Streit um die Friedensburg bahnen sich Friedensgepräche an
Region Umland Im Streit um die Friedensburg bahnen sich Friedensgepräche an
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20:00 26.06.2018
Rund zehn Jahre dauert der Konflikt über die Friedensburg an, ob sie wie einst als Ausflugsgaststätte oder als Luxuswohnobjekt genutzt werden darf. Quelle: Foto: Silvio Kuhnert
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Radebeul

Wird nach Jahren der juristischen Ausneinandersetzung die Friedensburg ihrem Namen gerecht und kehrt auf der Hangkante oberhalb von Niederlößnitz Frieden ein? Auf jeden Fall unternehmen die Stadt Radebeul und der Eigentümer den Versuch, den Streit um die Nutzung des einstigen Berggasthauses außergerichtlich beizulegen. „Der Stadtrat hat den Oberbürgermeister ermächtigt, Vergleichsverhandlungen aufzunehmen“, informierte Stadtoberhaupt Bert Wendsche (parteilos) auf der jüngsten Stadtratssitzung über einen in nicht öffentlich gefassten Beschluss.

Moment einmal? – wird sich jetzt sicher der mit der Materie Friedensburg vertraute Leser fragen. Ein ähnlich lautender Beschluss wurde bereits Anfang November vergangenen Jahres gefasst. Damals wurde der OB von den Stadträten sozusagen dazu verdonnert, mit Friedensburg-Eigentümer Oliver Kreider das direkte Gespräch zu suchen. Bis dahin hatten sich beide noch nie persönlich getroffen.

Wie OB Wendsche berichtete, habe es im Vorfeld der jüngsten Stadtratsentscheidung in Sachen Friedensburg ein erstes Treffen zwischen ihm und Kreider gegeben. Dies diente jedoch erst einmal lediglich der „Klimapflege“. Auf der Grundlage des jetzigen Stadtratsbeschlusses „kann nunmehr zeitnah ein erster Termin zum Ausloten inhaltlicher Vergleichsmöglichkeiten mit der Gegenseite abgestimmt werden“, so Wendsche.

Bislang schienen die Positionen in dem Streit unversöhnlich zu sein. Während Kreider die in den Jahren 1870/71 errichtete einstige Ausflugsgaststätte ausschließlich für Wohnzwecke nutzen will, pocht die Kommune auf eine gastronomische Nutzung. Im Juli vergangenen Jahres musste die Lößnitzstadt jedoch vor dem sächsischen Oberverwaltungsgericht einen Rückschlag im Rechtsstreit einstecken. Die Richter erklärten den Bebauungsplan, mit dem Radebeul die Einrichtung einer Gastronomie durchsetzen will, für nichtig und versagten den weiteren Rechtsweg bis vors Bundesverwaltungsgericht (BVG). Gegen die Nichtzulassung der Revision hat die Stadt Beschwerde eingereicht. Die Entscheidung steht noch aus, wird aber in der nächsten Zeit erwartet.

Derweil liegt der Stadt ein Angebot des Eigentümers vor. Kreider, der für das Gebäude Wohnrecht begehrt, ist bereit, der Stadt ein Wegerecht an der Ostseite seines Grundstückes einzuräumen, damit Wanderer zu dem Weinberg am Steilhang zu Füssen seiner Terrasse gelangen können oder von dort aus zur Oberen Burgstraße. „Ich öffne dafür meinen Zaun und setze meine Einfahrt 20 Meter zurück“, so Kreider. Mehr möchte er im Vorfeld der Verhandlungsgespräche nicht sagen.

Auch OB Wendsche hält sich sehr bedeckt. Auf der nicht öffentlichen Stadtratssitzung hatten die Räte auch die Verhandlungstaktik besprochen. Und wie Kreider möchte auch der Rathauschef nicht vorher preisgeben, welche der bisher vertretenen Positionen er eventuell bereit wäre, für einen Kompromiss zu opfern. Nur eines ließ er sich zu Kreiders Angebot, den Wanderweg über das Friedensburg-Areal zu öffnen, entlocken. „Diese Thematik wird Bestandteil der angesprochenen Vergleichsverhandlungen sein“, teilte Wendsche mit.

Von Silvio Kuhnert

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