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Im Raum Meißen ist ein zweiter Friedwald entstanden

Oberau Im Raum Meißen ist ein zweiter Friedwald entstanden

Im Raum Meißen besteht eine weitere Möglichkeit, die letzte Ruhe unter einem Baum zu finden. Rund fünf Kilometer vom bereits bestehenden Bestattungswald „Naturruhe Friedewald“ in Coswig wurde im Niederauer Ortsteil Oberau ein weiterer Friedwald eröffnet.

Georg Prinz zur Lippe stellte seinen Wald bei Oberau für Bestattungen zur Verfügung. Um einen Baum können bis zu zehn Urnen liegen

Quelle: Kuhnert

Niederau. Im Raum Meißen besteht eine weitere Möglichkeit, die letzte Ruhe unter einem Baum zu finden. Rund fünf Kilometer vom bereits bestehenden Bestattungswald „Naturruhe Friedewald“ in Coswig wurde im Niederauer Ortsteil Oberau ein weiterer Friedwald eröffnet. 77 Hektar ist das Waldstück in der Nähe des Waldbades groß. Die Flächen gehören Georg Prinz zur Lippe. „Ich hoffe, dass dies hier für viele Menschen ein Zuhause wird“, sagte er zur feierlichen Eröffnung.

Die Idee zu einem Bestattungswald kam dem Winzer in einem Gespräch mit einem Mitarbeiter im Jahr 2009. Wo sollen Menschen, deren Kinder weit weg wohnen und deshalb ein Grab auf einem Friedhof nicht pflegen können, ihre letzte Ruhe finden? – dies ist eine Frage, die sich nicht nur der Prinz stellte. „Dies sollte doch ein Ort in der Heimat sein, der stimmungsvoll ist“, meint zur Lippe, „warum nicht einer, den man für Spaziergänge liebte“, führte er weiter aus. Also schob er das Projekt eines Bestattungswaldes als Ideengeber und Initiator an.

Wichtig war ihm von vornherein der kirchliche Segen. „Solange der Bischof nicht zustimmt, mache ich keinen Friedwald“, so Prinz zur Lippe. Die Zustimmung kam. Auf die christliche Symbolik legt der Adelsspross Wert. Im Blickfeld der Andachtsstelle als zentraler Ort des Gedenkens und Erinnerns steht mitten auf einer Waldlichtung ein Kreuz. „Das Kreuz auf der langen Wiese, ist ein Zeichen dafür, dass das Leben weitergeht“, so der Prinz – zum einen für den Verstorbenen im Jenseits sowie zum anderen für die Hinterbliebenen im Diesseits.

Betrieben wird der Bestattungswald durch die FriedWald GmbH mit Sitz im hessischen Griesheim bei Darmstadt. Sie bietet seit 2001 Baumbestattungen in Zusammenarbeit mit Ländern, Kommunen, Kirchen und Forstverwaltungen in ausgewiesenen Bestattungswäldern an. Das Waldstück in Oberau ist der 61. Standort der FriedWald GmbH und neben dem Planitzwald bei Leipzig der zweite in Sachsen.

278 Bäume wurden In Oberau als Grabstelle ausgewiesen. Um jeden sind bis zu zehn Urnenbeisetzungen möglich, so dass es insgesamt 2780 Bestattungsplätze gibt. Die ersten zwei Beisetzungen sollen in den kommenden vierzehn Tagen erfolgen, informierte FriedWald-Sprecherin Julia Anderson. Das Interesse an einer Waldbestattung sei groß, für die beiden am heutigen Sonnabend geplanten Führungen gebe es über 100 Anmeldungen, informierte Anderson.

Service

Einäscherung ist Voraussetzung für eine Beisetzung in einem Friedwald.

Welche Rituale die Beisetzung in einem Friedwald begleiten, ist den Wünschen der Verstorbenen und ihrer Angehörigen weitgehend überlassen. Christliche Beisetzungen sind ebenso üblich wie Bestattungen ohne geistlichen Beistand.

Bei der Auswahl eines Baumes besteht die Möglichkeit, sich für einen Gemeinschaftsbaumplatz, einen Familien- oder Freundschaftsbaum oder einen Partnerbaum zu entscheiden. An einem Baum können maximal zehn Urnen bestattet werden.

Die Preise für Gemeinschaftsbaumplätze beginnen bei 770 Euro, für Familien- und Freundschaftsbäume bei 3350 Euro, ein Partnerbaum kann ab 2700 Euro erworben werden. Ein Basisplatz kostet 490 Euro.

Als Konkurrenz sieht sie den nicht weit entfernten Bestattungswald in Coswig nicht. „Beide Angebote ergänzen sich“, sagte Anderson. Und Prinz zur Lippe ergänzte, dass es zwei unterschiedliche Waldformen seien. Der Bestattungswald „Naturruhe Friedewald“ wird von Daniel Prinz von Sachsen Herzog zu Sachsen seit gut einem Jahr betrieben.

Der Trend zur Verbrennung von Leichnamen nimmt zu. Rund 90 Prozent der Ostdeutschen lassen sich laut Niederaus Bürgermeister Steffen Sang (parteilos) einäschern. „Für Urnenbeisetzungen eröffnen sich neue Möglichkeiten“, sagte das Oberhaupt der Projektgemeinde und betonte: „Friedhöfe sind Bestandteil unserer Gemeinde und sie werden es auch bleiben.“ Mit dem Angebot eines Friedwaldes entspreche Niederau dem Wunsch vieler Menschen.

Die FriedWald GmbH betreibt 2935 Hektar Bestattungswald. In den zurückliegenden 16 Jahren gab es über 87950 Bestattungen. Noch zu Lebzeiten haben sich bislang circa 182000 Menschen für einen Bestattungsplatz entschieden.

S.K.

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