Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Umland Im Pirnaer Jobcenter sind Papierakten abgeschafft
Region Umland Im Pirnaer Jobcenter sind Papierakten abgeschafft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:20 24.07.2017
Gerlinde Hildebrand, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Pirna. Quelle: PR
Anzeige
Pirna

Vom Arbeitslosengeld bis zur Arbeitsbeschaffungsmaßnahme: Etwa 100 Meter Regale mit Papierakten, jeweils sechs Stangen übereinander, lagern in der Arbeitsagentur und im Jobcenter an der Seminarstraße in Pirna. „Auf einer Stange hängen Pi mal Daumen zwischen 50 und 70 ruhende Akteien“, erklärt Gerlinde Hildebrand, seit zwei Jahren Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Pirna. Die Akten sind Geschichte. Bereits 2012 hat die Arbeitsagentur von Papier auf Pixel umgestellt, und auch das Pirnaer Jobcenter arbeitet jetzt mit der elektronischen Akte. „Im Vergleich zu früher sind wir nun bestimmt drei, vier Tage schneller“, schätzt die Arbeitsamtschefin.

Von der Agentur für Arbeit werden bekanntlich diejenigen betreut, die Arbeitslosenversicherung gezahlt, ihre Arbeit verloren und nun einen Rechtsanspruch auf Arbeitslosengeld I haben. Hartz-IV-Empfänger hingegen bekommen aus Steuern finanzierte Gelder vom Jobcenter. 96 Mitarbeiter sind in der Arbeitsagentur Pirna beschäftigt. 266 arbeiten im Jobcenter. Sie sind zunächst einmal für knapp 7000 Arbeitslose, davon 4500 Hartz-IV-Empfänger zuständig. „Im Jobcenter werden aber auch Bedarfsgemeinschaften betreut, das sind dann insgesamt 11 800 Kunden und deren Familien“, berichtet Gerlinde Hildebrand.

„Wir haben alles digitalisiert, was den Kunden angeht – Widerspruchsakten, Eingliederungszuschüsse, Kurzarbeits- und Insolvenzgeld“, sagt Gerlinde Hildebrand. Vorteil der elektronischen Akte: Der Sachbearbeiter muss keine Akte mehr anfordern, sondern hat sie ad hoc vollständig vor sich auf dem Bildschirm. Und anders als zu Papierzeiten können mehrere Mitarbeiter auf eine Akte zugreifen. Wissen muss man, dass jeder Vorgang binnen 24 Stunden im Scanzentrum der Deutschen Post in Halle eingescannt und automatisch einer Kundenakte zugeordnet wird. „Der Kunde kann seinen Antrag elektronisch stellen, muss es aber nicht“, sagt Gerlinde Hildebrand. Wenn er es mache, gehe es natürlich noch schneller.

Und wie schützt man sich vor Hackerangriffen? „Datenschutz wird wegen der sensiblen Kundendaten ganz groß geschrieben bei uns, wir arbeiten in einem geschlossenen System, haben zum Beispiel passwortgeschützte Festplatten“, so die Arbeitsamtschefin. Ihr sei nicht bekannt, dass es bislang einen erfolgreichen Häckerangriff auf die Bundesagentur gegeben hat.

Die alten Akten übrigens müssen fünf bis sieben Jahre, im Extremfall sogar bis zu 15 Jahre im Archiv aufbewahrt werden. „Das sind dann zum Beispiel Förderleistungen, die der Europäische Sozialfonds mitfinanziert hat“, erklärt die Arbeitsamtschefin. Die Papierakten werden von Jahr zu Jahr weniger: „Wir sondern natürlich jedes Jahr die Akten aus, die die Aufbewahrungsfrist überschritten haben, und vernichten sie“, so Gerlinde Hildebrand.

Kleiner Blick noch in die Statistik: Die Arbeitslosigkeit im Arbeitsagenturbezirk Pirna ist weiter zurückgegangen. 6723 Frauen und Männer waren im Juni arbeitslos gemeldet, 279 Personen weniger als im Mai. Die Quote liegt nun bei 5,3 Prozent. Im Juni 2016 gab es noch 1083 Arbeitslose mehr. „Wir nähern uns sehr charmanten Zeiten“, resümiert die Arbeitsamtschefin.

Kontakt: Postanschrift: Agentur für Arbeit Pirna, 01793 Pirna; Adresse: Seminarstraße 9, 01796 Pirna; Tel.: 0800/4555500 (Arbeitnehmer), 0800/4555520 (Arbeitgeber)

Von Katrin Richter

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Team „Keine Ahnung“ mit Volleyballspielern aus Dippoldiswalde und Dresden hat zum fünften Mal seit 2012 den Beach Cup von Fun-Teams im Geibeltbad Pirna gewonnen. Und das diesmal obwohl die Mannschaft personell geschwächt war und mit einem Spieler weniger an den Start gegangen war, als alle anderen Teams.

24.07.2017

Das neue Wohngebiet „Zu der Kohlegrube“ am Ortsrand des Ottendorf-Okrillaer Ortsteils Hermsdorf sorgt für juristische Streitereien, die die Gemeindekasse eine ordentliche Stange Geld kosten könnten. Mit der neuen Wohnsiedlung ist das Fahrzeugaufkommen gewachsen. Sehr eng wird es, falls zwei größere Fahrzeuge sich begegnen.

24.07.2017

Am 22. Mai musste der beliebte Durchgang zwischen Obergasse und Neumarkt wegen baulicher Mängel gesperrt werden. Nun, vier Wochen später, sind die Poststufen saniert und können wieder von den Passanten genutzt werden.

23.07.2017
Anzeige