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Umland Im Herbst Brückenbau-Start für neue S 177
Region Umland Im Herbst Brückenbau-Start für neue S 177
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10:18 03.07.2017
Hier endet die 2008 übergebene und nun schon wieder zu sanierende Schnellstraße am Rande von Radeberg. Aber jenseits der Brücke ist im Getreidefeld bereits der weitere Trassenverlauf erkennbar.   Quelle: Bernd Lichtenberger
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Dresden/Radeberg

 Seit die Ortumfahrung zwischen Großerkmannsdorf und Radeberg als Teil der neuen S 177 dem Verkehr übergeben wurden, sind noch keine zehn Jahre vergangen. Trotzdem muss auf einem reichlich 2,5 Kilometer langen Abschnitt bereits der Fahrbahnbelag erneuert werden. Die Staatsstraße ist deshalb dort seit einigen Tagen in Richtung Pirna bis Ende August gesperrt. Dahinter rollt die Blechlawine wie eh und je entweder über Feldschlösschen und Seifersdorf oder Leppersdorf in Richtung A 4. Aber die Veränderung der für die drei Wachauer Ortsteile unzumutbaren Verhältnisse ist jetzt greifbar. „Die Hauptbauleistungen für den Streckenbau sollen 2018 losgehen“, teilt Isabel Siebert, Pressesprecherin des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr, kurz LASuV, auf DNN-Anfrage mit. An der neuen S 177-Brücke über die Bundesautobahn sowie an zwei Fledermausbrücken könnten sogar noch im Herbst dieses Jahres die Bauarbeiten beginnen. Die Kosten für die knapp 6,7 Kilometer lange Strecke zwischen Radeberg und der A4 belaufen sich auf rund 50 Millionen Euro. Aber Aussagen zur Fertigstellung dieses Abschnittes seien belastbar erst mit der Vergabe der Hauptbauleistungen möglich, erklärt die Pressesprecherin.

Angesichts dieser Situation ist den S 177-Anwohnern in Seifersdorf und Feldschlösschen längst der Geduldsfaden gerissen. Sie haben kürzlich eine Bürgerinitiative gegen den Verkehrslärm gegründet und drängen unter anderem darauf, dass ihre Orte von den täglich etwa 8000 Fahrzeugen nur noch mit 30 Stundenkilometern durchfahren würden dürfen. Und wenn die neue Trasse bei Leppersdorf fertig ist, soll der Lkw-Verkehr ganz aus ihren Orten verbannt werden.

Aber dass sich an der künftigen Trasse etwas tut, ist auch für den Laien erkennbar. Ende des Winters wurden dort 3000 Bäume gefällt, um die erforderliche Baufreiheit zu erhalten. Außerdem markierten zahlreiche farbige Holzpflöcke den Trassenverlauf. Im Mai begannen zudem Archäologen damit, das Trassengelände nach historischen Spuren alter Siedlungen zu suchen. Bislang sei aber bei diesen Such- und Rettungsgrabungen noch nichts Spektakuläres gefunden worden, weiß Siebert. Bauvorbereitende Arbeiten gibt es auch im Bereich der ehemaligen Deponie Kamenzer Straße. Als Vorleistung für weitere Baugrunduntersuchungen werden im Deponieteich Schüttarbeiten entlang zur Staatsstraße S 95 stattfinden, hieß es aus dem LASuV. Auf der Steinschüttung sollen Bohrgeräte aufgestellt werden, mit deren Hilfe der Baugrund für die dort im kommenden Jahr zu errichtende Brücke über das Areal des Deponieteichs untersucht wird.

Schaut man zurück, dann mutet der Bau neuen S 177, die als Ostumfahrung Dresdens und als kurze Verbindung von A 17 und A4 dienen soll, inzwischen wie eine unendliche Geschichte an. Schon Anfang der 1990er Jahr begann die Diskussion darüber. Mit der Sachsenbrücke über die Elbe, der mit reichlich 1000 Metern längsten Straßenbrücke Sachsens, und der Verlängerung bis Graupa wurde 1999 der erste Abschnitt fertig. 2003 kam nördlich von Pirna ein 3,7 Kilometer langes Stück hinzu. Ende 2008 folgte der reichlich sechs Kilometer lange Abschnitt zwischen Großerkmannsdorf und Radeberg, sechs Jahre später die östliche Umfahrung des Pirnaer Ortsteiles Bonnewitz. Nun fehlen außer dem Abschnitt nördlich von Radeberg zur A4 noch die Ortsumgehungen von Wünschendorf und Eschdorf und die Ortsumgehung von Rossendorf mit der Kreuzung der B6. Aber auch da kommen inzwischen die Planungen voran. „Für den 5,6 Kilometer langen Abschnitt ,S 177 Ortsumfahrung Wünschendorf/ Eschdorf‘ läuft aktuell das Planfeststellungsverfahren bei der Landesdirektion Sachsen, auch für den Abschnitt ,S 177, Verlegung südlich Großerkmannsdorf‘ haben wir ebenfalls bereits den Antrag auf Planfeststellung gestellt“, so Siebert. Letzterer werde 3,2 Kilometer lang sein.

„ Unsere Planungen sehen hier vor, dass die B 6 mit einer Brücke über die S 177 überführt wird; die Verknüpfung der beiden Straßen erfolgt über Verbindungsrampen. Diese Lösung ermöglicht einen vergleichsweise geringen Flächenverbrauch und einen flüssigen und sicheren Verkehr auf beiden Straßen“, erklärt die LASuV-Sprecherin.

In den Bau der insgesamt rund 33 km langen Verbindung von A17 und A4 investiert der Freistaat Sachsen, unterstützt von der EU, rund 228 Millionen Euro.

Von Bernd Lichtenberger

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