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Umland Im Gänsemarsch auf naturbelassenen Pfaden
Region Umland Im Gänsemarsch auf naturbelassenen Pfaden
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09:03 30.04.2018
Ulrich Franz (vorn, rechts unten) aus Dresden hat sich ein Stück des Bandes gesichert, was bei der Eröffnung des „Forststeiges Elbsandstein“ bei Pfaffendorf durchschnitten wurde. Quelle: Foto: Marko Förster
Sächsische Schweiz

 Die Felsenwelt der Sächsisch-Böhmischen Schweiz ist um einen Wanderweg reicher. Es ist die erste Trekkingroute überhaupt, die es Wanderern ermöglicht, die Region grenzüberschreitend und auf siedlungsfernen Pfaden zu erkunden. Auf rund 100 Kilometer Länge verbindet der „Forststeig Elbsandstein“ 13 Tafelberge und 17 Aussichtspunkte. Die anspruchsvolle Route beginnt bei Schöna an der Elbe, führt über Ostrov auf tschechischer Seite und endet in der sächsischen Kurstadt Bad Schandau. Am Sonnabend wurde sie offiziell eingeweiht.

„Der Forststeig ist über Sachsen hinaus ein ganz neues und innovatives Angebot für unsere Waldbesucher“, sagte der sächsische Umwelt- und Landwirtschaftsminister, Thomas Schmidt (CDU), bei der feierlichen Eröffnung vor rund 180 Gästen. Er hob hervor, dass dieser Trekkingsteig der erste außerhalb des alpinen Raumes in Deutschland sei. Auch Uwe Borrmeister, Leiter des Forstbezirks Neustadt, ist eine vergleichbare Route nicht bekannt, die auf mehreren Etappen – sieben an der Zahl – markiert über schmale Naturpfaden und forstwirtschaftlichen Arbeitsgassen führt, auf deutschem und tschechischem Gebiet verläuft und acht Übernachtungsmöglichkeiten – fünf Trekkinghüten und drei Biwakplätzen – mitten im Wald bietet. Er muss es wissen, schließlich hat er die Idee vor sechs Jahren mitentwickelt und an der Umsetzung als Verantwortlicher tatkräftig mitgewirkt.

Spartanisch eingerichtet: Die Übernachtungshütten

„Ziel des neuen Wanderangebotes ist es, das Landschaftsschutzgebiet im linkselbischen Teil mit Leben zu erfüllen“, berichtete Borrmeister. Der Forststeig ist eine Alternative zu den überlaufenen Top-Ausflugszielen der Region, wie Bastei, Krinitzschtal und Prebischtor im Nationalpark. „Mit der Trekkingroute möchten wir zudem das Natur- und Walderlebnis fördern“, so Borrmeister weiter.

Trekking bedeutet übersetzt „anstrengender Marsch“. Deshalb erwartet die Besucher auf dem Forststeig kein gut ausgebauter Wanderweg, sondern sie sind auf einem siedlungsfernen Pfad unterwegs. Rund 140 Gäste der Eröffnungsveranstaltung nahmen das Angebot wahr und konnten sich nach dem offiziellen Teil mit Reden, Band durchschneiden und Enthüllung einer Informationstafel auf neun geführten Wanderungen selbst überzeugen, was Trekking bedeutet.

Auf der Strecke vom Taubenteich zum Großen Zschirnstein ging es beispielsweise im Gänsemarsch entlang der deutsch-tschechischen Grenze. Dabei mussten die Wanderer Steine und Baumstämme übersteigen und über Bachläufe springen. An steilen Hängen ging es nur mäandernden Schrittes, einem Balanceakt gleichend, bergauf und bergab, um nicht den Halt zu verlieren und ein Stück des Weges rutschend auf dem Hosenboden zu absolvieren. Kein Verkehrslärm oder anderer Zivilisationskrach war zu vernehmen. Nur Vogelzwitschern drang zu den Ohren.

Die Übernachtungshütten sind sehr spartanisch eingerichtet. Es gibt kein Strom und kein fließendes Wasser. Dennoch wächst die Zahl, die sie nutzen. 2015 nahm der Forstbezirk Neustadt die ersten beiden Trekkinghütten in Betrieb, 144 Tickets (zehn Euro pro Erwachsener je Nacht) wurden im Laufe des Jahres verkauft. Im Jahr darauf folgten eine weitere Hütte und zwei Biwakplätze – 2016 gab es 591 Ticketverkäufe, 2017 waren es bereits 1127. Die erste offizielle Saison ist eröffnet. Sie geht bis Oktober dieses Jahres.

www.forststeig.de

Von Silvio Kuhnert

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