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"Ich habe da einen Knacks weg" - 31-Jähriger wegen räuberischen Diebstahls vor Gericht

"Ich habe da einen Knacks weg" - 31-Jähriger wegen räuberischen Diebstahls vor Gericht

"Heute Morgen zwei Flaschen Bier. Ich war ja bis gestern zur Entgiftung", antwortete Daniel N. auf die Frage der Staatsanwältin, wann er das letzte Mal Alkohol getrunken hätte.

Eine Woche war er in der Elblandklinik, wie so oft umsonst, er schafft es einfach nicht. Das ganze Leben des 31-Jährigen dreht sich um Alkohol und Drogen. Das Geld dafür besorgt er sich nach eigenen Angaben durch Beschaffungskriminalität, sprich durch Klauen. Wegen schweren räuberischen Diebstahls stand er gestern vor dem Dresdner Amtsgericht.

Er soll am 18. Juni vergangenen Jahres im Aldi auf der Talstraße in Meißen geklaut und dann den Filialleiter, als der ihn im Kassenbereich darauf ansprach, mit einem Messer bedroht haben. "Meine Kollegin hatte mir ein Zeichen gegeben, dass er gestohlen hatte, worauf ich ihn ansprach", sagte der 45-Jährige. "Ich habe zwar bemerkt, dass er in seine Gürteltasche griff, aber das Messer erst gar nicht bemerkt." Erst als die Kassiererin schrie: "Der hat ein Messer", drehte er sich schnell weg. "Er fuchtelte mit dem Messer vor mir rum, machte mehrere Stechbewegungen in meine Richtung und haute dann ab. Was passiert wäre, wenn ich nicht ausgewichen wäre, weiß ich nicht." Er habe damals zwar Angst gehabt, aber den Vorfall weggesteckt. Die Kassiererin, die bemerkte hatte, wie sich Daniel N. Sportbekleidung unter das T-Shirt steckte und die Attacke auf ihren Chef mit erlebte, hat da mehr Probleme. "Es ist nicht spurlos an mir vorbei gegangen, das lauft immer mal wieder wie ein Film ab", sagte die 38-Jährige.

Daniel N. kann sich an gar nicht erinnern. "Ich weiß davon nichts", stammelte er. Seinen erheblichen Gedächtnisschwund erklärte er durch seinen erheblichen Drogen- und Alkoholkonsum. "Unter eineinhalb Kasten Bier pro Tag und Schnaps dazu geht gar nichts", gab der 31-Jährige zu. An Drogen nehme er alles, die ganze Palette. "Alkohol und Drogen sind meine Grundnahrungsmittel. Essen tue ich selten oder gar nicht."

Schnaps trinkt er seit frühester Jugend, mit sieben begann er zu rauchen, dann zu kiffen, mit zwölf nahm er Ecstacy, dann härteren Drogen. Man merkt ihm seinen jahrelangen Missbrauch an. Daniel N. kann vielem gar nicht folgen, zieht Grimassen und bricht dann in Tränen aus. "Ich habe da einen Knacks weg", sagt er von sich selbst.

Richter Frank Ponsold unterbrach deshalb die Verhandlung und ordnete die Begutachtung des Angeklagten in der psychiatrischen Klinik in Arnsdorf an. Dabei soll zunächst geklärt werden, ob Daniel N. zur Tatzeit überhaupt schuldfähig war und ob möglicherweise eine Unterbringung im Maßregelvollzug nötig ist. Am 22. April könnte ein Urteil gesprochen werden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.03.2015

Monika Löffler

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