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Umland Hohe Waldbrandgefahr nördlich von Dresden
Region Umland Hohe Waldbrandgefahr nördlich von Dresden
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19:03 14.05.2018
Bei dem Brand nahe der Kiesgrube in Ottendorf-Okrilla mussten Feuerwehrmänner den Waldboden mit dem Wasserstrahl umwühlen, um ein Wiederaufflammen zu verhindern. Quelle: Roland Halkasch
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meissen/Dresden

Sommerliche Hitze und böiger Wind lassen die Waldbrandgefahr steigen. In Dresden sowie nördlich der Landeshauptstadt gilt derzeit die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe 4, im Norden der Landkreise Meißen und Bautzen sogar die höchste Stufe 5, wie Konstantin Schanze, Sprecher des Forstbezirkes Dresden informiert.

Stufe 4 besagt hohe und Stufe 5 sehr hohe Waldbrandgefahr. Wenn die zweithöchste Warnstufe gilt, sollten Wälder nicht mehr betreten werden. Führt eine Wanderung dennoch durch dichte Baumbestände, dürfen Wege aller Art nicht verlassen werden. „Bei Warnstufe 5 ist das Betreten der Wälder verboten“, klärt Ingo Nestler, Kreisbrandmeister im Landkreis Meißen, auf. Offene Feuer, wozu auch klimmende Zigaretten zählen, seien im Wald generell tabu.

Ausschlaggebend für die Ausrufung der Warnstufen ist der Zustand der Waldböden. „Je trockner die Böden, um so höher die Stufe“, sagt Schanze vom Dresdner Forstbezirk. Das höchste Waldbrand-Risiko in Deutschland besitzen Wälder in Sachsens Norden und in Brandenburg. Dort dominieren Kiefern, die auf Sandböden stehen. Diese Böden trocknen einerseits bei Sonne und Wind schnell aus, vor allem wenn die Streu am Boden, nicht weiter in Humus verwandelt ist. Eine dicke und gut zersetzte Humusschicht kann Wasser und Feuchtigkeit besser speichern.

Am Sonntagnachmittag brannte der Waldboden auf einer Fläche von etwa 2500 Quadratmetern nahe der Kiesgrube in Ottendorf-Okrilla. Durch den starken Wind breitete sich das Feuer schnell großflächig aus. Neun Freiwillige Feuerwehren rückten mit fast 80 Kameraden und zwölf Fahrzeugen zum Löscheinsatz aus. Sie konnten ein Übergreifen der Flammen auf den Baumbestand verhindern. Mit dem Löschwasser aus ihren Strahlrohren wühlten sie den Boden regelrecht auf, um so ein Wiederaufflammen zu verhindern. Knapp drei Stunden dauerte der Einsatz. Die Kriminalpolizei hat Ermittlungen wegen fahrlässiger Brandstiftung aufgenommen.

„Gott sei Dank hatten wir dieses Jahr noch keinen Waldbrand“, berichtet Nestler für den Landkreis Meißen. Er hofft, dass es auch so bleibt. Denn schon vier Mal loderten seit Jahresbeginn in seinem Zuständigkeitsbereich an Straßenrändern in Wäldern Flammen, die schnell gelöscht werden konnten. „Die Feuer wurden entweder mutwillig gelegt oder wurden durch aus Fahrzeugen achtlos herausgeworfenen Zigarettenkippen entfacht“, meint Nestler. Bis eine auf dem Waldboden liegende Glasscheibe als Brandursache in Frage komme, müssten seines Erachtens schon viele ungünstige Faktoren zusammenspielen. Im vorigen Jahr gab es einen Waldbrand im Landkreis Meißen.

Ein Feuer in Forstbeständen mehr zählte im Vorjahr Dresdens Feuerwehrsprecher Ralf Schröder. Wie Nestler zeigt er sich erleichtert, dass es in Wäldern und Parks im Dresdner Stadtgebiet noch nicht großflächig rauchte und qualmte. „Die Böden sind furztrocken“, so Schröder, weshalb er angesichts Warnstufe 4 jeden zur Sorgfalt im Umgang mit Feuer warnt und zur Einhaltung von Brandschutzregelen mahnt. Hier hat er beispielsweise auch Gartenbesitzer im Blick. Die Kameraden der Dresdner Wehr mussten bereits brennende Lauben löschen.

In Sachsen-Anhalt hat am Sonntag ein 40 Jahre alter Mann versehentlich zwei Hektar Wald abgebrannt. Er wollte mit einem Gasbrenner Unkraut vom Gehweg an seinem Grundstück entfernen. Dabei entzündete er zunächst eine kleine Grasfläche, die Flammen sprangen aber rasch auf das Unterholz des nahen Waldes über.

Forstleute und Feuerwehren hoffen, dass die Vorhersagen der Meteorologen stimmen und es im Laufe des Dienstages zu regnen beginnt. Nur mit reichlich Nass von oben kann die Waldbrandgefahr wieder gebannt werden.

Von Silvio Kuhnert

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