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"Herzschlag" für eine Ruine: Altes Kloster bei Meißen wird wieder zu Leben erweckt

"Herzschlag" für eine Ruine: Altes Kloster bei Meißen wird wieder zu Leben erweckt

Feiern, wo einst Nonnen lebten - in der Klosterruine "Zum Heiligen Kreuz" in Meißen ist das möglich. "Wir haben so viele Anfragen, etwa Hochzeiten, Geburtstage oder Einschulungen, die wir gar nicht alle erfüllen können", erzählt Helge Landmann, der Vorsitzende des Meißner Hahnemannzentrum e.

V. Ihm und seinen Mitstreitern ist es zu verdanken, dass in die Anlage an der B6 wieder Leben eingekehrt ist. Wurde das Kloster bis 1945 noch von der Landesschule Meißen genutzt, verfiel es in den folgenden Jahrzehnten zusehends. Vor 20 Jahren beschäftigte sich Restaurator Landmann mit der denkmalpflegerischen Konzeption für die Anlage. Dabei wurde schnell klar, dass "das Kloster stärker ins Blickfeld gerückt werden musste." Da Rufe an die Stadt nach Unterstützung ungehört verhallten, gründete sich 1994 der Verein Meißner Hahnemannzentrum.

Warum dieser Name? Diese Frage hört der 57-Jährige oft, hat aber die passende Antwort parat. Christian Friedrich Samuel Hahnemann, Begründer der Homöopathie, wurde 1755 in Meißen geboren. Er besuchte die Fürstliche Landesschule St. Afra, die das Klosterareal ebenfalls nutzte, wandelte also auf den gleichen Pfaden, die jetzt revitalisiert werden. "Dieser Mann hat weltweit Bekanntheit erlangt, dass kann an der Stadt doch nicht vorbeigehen", findet Landmann. Seiner Lehre hat sich der Verein verschrieben, ist unter anderem Ausbildungsstätte für klassische Homöopathie. Nachdem auf dem Gelände 2010 bereits ein Fachwerkhaus errichtet wurde, ist jetzt ein Bildungs- und Therapiezentrum geplant. Dort sollen neben Seminar- und Veranstaltungsräumen auch eine homöopathische Tagesklinik und Unterkunftsmöglichkeiten geschaffen werden. Im zweiten Ausbauschritt soll ein Wohnprojekt folgen.

Für die Finanzierung werden noch Unterstützer und Beteiligungen gesucht. Die Meißner Stadtwerke gehören aktuell zu den Helfern. Erst vor wenigen Tagen hat der Verein ein Blockheizkraftwerk erhalten. Damit lässt sich eine so genannte Temperierungsheizung betreiben, die am alten Mauerwerk entlang geführt werden soll. "Denn Kälte ist für eine alte Mauer genauso schädlich wie für einen alten Menschen", erklärt Landmann.

Die Ruine soll aber nicht nur konserviert, sondern auch revitalisiert werden, "ihren Herzschlag zurückbekommen", wie Landmann sagt. Das soll mit der Wiedererrichtung des 1996 gefundenen Heilig-Kreuz-Altars geschehen, der dem Ort seinen Namen gab. Einen Zeitplan dafür gibt es bereits: 2017 wird die Klosteranlage 800 Jahre alt, dann möchte der Verein seine Pläne umgesetzt sehen. "Die Idee ist da, jetzt muss nur noch die materielle Kraft gefunden werden", macht Landmann die Suche nach Sponsoren deutlich.

iHahnemannzentrum e.V., Leipziger Str. 94, Meißen, Tel.: 03521/400234, info@hahnemannzentrum-meissen.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.09.2013

Grödel, Christin

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