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Hahnemannzentrum plant großes Festprogramm zu 800 Jahren Heilig Kreuz

Klosterruine baulich weitestgehend gesichert Hahnemannzentrum plant großes Festprogramm zu 800 Jahren Heilig Kreuz

Vor 800 Jahren, genau am 14. September 1217, fand die Benediktinerinnen des Kloster Heilig Kreuz auf dem Gelände der heute so genannten Klosterruine ihre Heimstatt. Der seit 1994 auf dem etwa 1,5 Kilometer von der Meißner Altstadt entfernten Gelände beheimatete Verein Hahnemannzentrum nimmt das zum Anlass für eine große Feier.

Das Hahnemannzentrum hält die Ruinen der mittelalterlichen Klosternlage inzwischen für weitestgehend gesichert.

Quelle: Uwe Hofmann

Meissen.  Vor 800 Jahren, genau am 14. September 1217, fand die Benediktinerinnen des Kloster Heilig Kreuz auf dem Gelände der heute so genannten Klosterruine ihre Heimstatt. Der seit 1994 auf dem etwa 1,5 Kilometer von der Meißner Altstadt entfernten Gelände beheimatete Verein Hahnemannzentrum nimmt das zum Anlass für eine große Feier. Vom 14. bis 21. September sei eine Festwoche mit zahlreichen Höhepunkten geplant, wie Helge Landmann vom Verein informiert.

Unter anderem ist die Uraufführung eines dem mittelalterlichen Dichter Heinrich Frauenlob zu Meißen (nach 1250-1318) zugeschriebenen Kreuzleichs in einer Rekomposition von Karsten Gundermann unter freiem Himmel vorgesehen (16./17. September). Dazu gibt es vom 15. bis 17. September ein gemeinsam mit der Evangelischen Akademie ausgerichtetes Kolloquium zum Werk, zu dem auch die US-amerikanische Wissenschaftlerin Barbara Newman anreisen wird. Außerdem ist ein Vortrag des Leipziger Historikers Enno Bünz zu Georg dem Bärtigen geplant (19. September), dessen gutkatholische Sorge um die Klöster in Zeiten der Reformation auch Heilig Kreuz zugute gekommen sei, wie Landmann sagt. Am 14. September wird zudem ein Baldachin in der Form eines metallenen Weinstocks über den 1996 im Obergeschoss der Kirchruine entdeckten Überresten des Heilig-Kreuz-Altars eingeweiht und damit ein Endpunkt unter eine lange Geschichte gesetzt.

Das ist nur ein Beispiel dafür, wie sich in diesem Jahr vieles von dem verdichtet, was die vom Hahnemannzentrum vor 23 Jahren angestoßene Entwicklung ausmacht. Das gilt in positiver Weise nicht nur für den Altar sondern auch für den Museumsraum, den das Hahnemannzentrum in Zusammenarbeit mit der Landesstelle für Museumswesen und dem Landesamt für Archäologie im alten Vestarium eröffnen will. Endlich sei dann ein Raum gegeben, die Archäologie und Standortgeschichte des Ortes angemessen zu behandeln, sagt Landmann. Die Arbeiten an den Räumlichkeiten haben schon begonnen, die Eröffnung ist ebenfalls in der Festwoche geplant (21. September). Man kann das auch als eine Art Schlussstrich verstehen, da nach Meinung des Vereins die Konservierung der Ruine inzwischen weitestgehend abgeschlossen ist.

Die Schwierigkeiten der letzten Jahre spiegeln sich allerdings auch im Festjahr wieder. Von den prekären finanziellen Verhältnissen des Vereins, der neben der Sorge um die Ruine mit einer Klosterwerkstatt unter sozialen Gesichtspunkten und einer homöopathische Ausbildung im Sinne des Meißner Homöopathie-Erfinders Samuel Hahnemann beschäftigt ist, will Helge Landmann gar nicht groß reden. Was ihn vor allem umtreibt, ist dass der Versuch, den Verein zu einer stabilen Einkommenslage zu verhelfen, stecken geblieben ist. Dafür sollte eigentlich der Neubau eines Seminar- und Festgebäudes sorgen, für das der Verein im vergangenen Jahr knapp 27 000 Euro über die Schwarmfinanzierung eingeworben hat.

Das Gebäude steht noch nicht, weil es zunächst Streit über seine Gestaltung gab, obwohl seit fünf, sechs Jahre eine positiv beschiedene Bauvoranfrage vorliegt, wie Landmann betont. Nachdem man das Projekt komplett umgestrickt hatte, ist nun die Finanzierung fraglich, weil sich Erbpachtgeber Meißen weder für die Eintragung einer Grundschuld noch für eine Bürgschaft einsetzen will, die von der Bank gefordert wird.

Dennoch gibt Landmann den Glauben nicht auf, dass das Vorhaben in diesem Jahr Fortschritte macht. Die Seminarräume sollen inzwischen in das Dachgeschoss des Haupthauses eingebaut werden. Landmann hofft auf eine Verdopplung bis Verdreifachung der Teilnehmerzahl an Seminaren – mit entsprechenden Auswirkungen auf die Finanzen.

Abgespeckt ist dagegen der Neubau. Geplant ist nur noch ein Flachbau, der zunächst als eine Art großer Carport in Holzständerbauweise mit einem begrünten Dach entstehen soll. Die Wände könne man später einfügen, meint Landmann. Gedacht ist der Bau als Raum für Festgesellschaften – bis zur Festwoche soll er stehen.

Von Uwe Hofmann

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