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Großsanierung der Jehmlich-Orgel in Coswig ist fast beendet

Großsanierung der Jehmlich-Orgel in Coswig ist fast beendet

Nach fünf Jahren ist es fast geschafft: Die Orgel in der neuen Peter-Pauls-Kirche in Coswig wird Anfang November nach ihrer Sanierung geweiht.

Coswig.

2010 hatte sich ein Verein mit dem Ziel gegründet, die Überarbeitung des 1903 von den Dresdner Orgelbauern Jehmlich gebauten Instruments zu finanzieren. Inzwischen fehlten nur noch etwa 20 000 Euro, um die Gesamtrechnung über etwas mehr als 200 000 Euro zu begleichen, sagt Kantorin Erdmute Trepte. Was vor fünf Jahren durchaus als Wagnis begann, steht nun vor dem glücklichen Ende.

Um diesen Anlass zu feiern und auch der Vielzahl von Unterstützern zu danken, die Patenschaften für einzelne Pfeifen erworben oder verschenkt haben, haben sich die Coswiger etwas besonderes überlegt. Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag laden sie zum "Orgelpilgern" ein. Dabei wird den vier Orgeln, die sich auf Coswiger Stadtgebiet befinden, ein Besuch abgestattet. Das beginnt 10 Uhr mit einem Orgelgottesdienst in der Alten Kirche, wo Professor Martin Strohäcker die Renaissance-Orgel erklingen lässt. 11.30 Uhr stellen die Orgel-Freunde die Jehmlich-Orgel in der neuen Kirche vor, wobei das Instrument wegen der derzeit laufenden Stimmarbeiten freilich nicht erklingen wird. Besonders interessant ist der darauffolgende Besuch in der Katholischen Kirche Heilig Kreuz (14.30 Uhr), wo Ekkehard Lissner die von ihm selbst erbaute kleine Orgel vorstellen wird. Dazu wird Erdmute Trepte auf dem Instrument spielen. Im Anschluss werden Besucher ab 15.45 Uhr mit Sonderbussen nach Brockwitz gebracht, wo es im Pfarrgarten erst ein Stehcafé gibt und im Pfarrhaus ein Film über den Neubau der "Großorgel" für die Brockwitzer Kirche läuft. Ab 17 Uhr wird dann Gottfried Trepte, Kantor der Radebeuler Lutherkirche, bei einer Orgelvesper auf diesem Instrument spielen. Anschließend fahren wieder Sonderbusse ins Coswiger Stadtzentrum zurück. Die Teilnahme ist kostenfrei und ohne Anmeldung möglich. Um Spenden wird gebeten. Diese kommen der jeweiligen Orgel zugute.

Seit Anfang diesen Jahres arbeiten Restauratoren aus dem Dresdner Unternehmen Jehmlich an der Orgel in der neuen Kirche. Nachdem 2013 in einem ersten Bauabschnitt das in einem Turm untergebrachte Schwellwerk gereinigt und überarbeitet wurde, ging es in diesem Jahr um den im Kirchenschiff untergebrachten Hauptteil des Instruments. Das war trotz einer Sanierung zu DDR-Zeiten zuletzt nur noch ein Schatten des Instruments, das nach seiner Weihe 1903 wegen seines vollen Tons und seiner romantischen Stimmung gelobt wurde. "Manche Register fehlten völlig", sagt Kantorin Trepte. Außerdem mangelte es an Volumen und auch von der eigentlichen Stimmung der Orgel hatte man sich entfernt.

In mühevoller Kleinarbeit haben die Orgelbauern in den letzten Monaten das Instrument gereinigt und alle technischen Defizite behoben. Derzeit sind sie damit beschäftigt, jede der etwa 2700 Pfeifen, für die teilweise noch Patenschaften zwischen 20 und 1500 Euro erworben werden können, neu zu stimmen. Besucher werden entsprechend dem Stand der Arbeiten einen Blick in den Raum hinter den Prospektpfeifen werfen können, wo sich die Masse der Pfeifen und die elektropneumatische Steuerung befindet. Es lohnt auch der Blick in einen Raum dahinter, wo noch der Wassermotor zu sehen ist, der das Blaswerk in den Anfangszeiten antrieb. Da die Stromversorgung bis in die 1920er Jahre hinein unzuverlässig war, beließ die Kirchgemeinde auch nach dem Einbau eines elektrischen Blaswerks den Wassermotor im Balgraum. Heute ist er ein technisches Denkmal - passend zu den Themen des diesjährigen Denkmaltags, der mit "Handwerk, Technik, Industrie" überschrieben ist.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.09.2015

Uwe Hofmann

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