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Umland Großes Theater im Marmorbruch
Region Umland Großes Theater im Marmorbruch
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12:00 14.07.2018
Der Vereinsvorsitzende Andreas Rülke ist stolz auf die Naturbühne Maxen – und hofft auf mehr junge Helfer im Verein. Quelle: Junes Semmoudi
Maxen

Vom Parkplatz am Ortseingang führt ein unscheinbarer Weg an einer Gartensparte und am alten Kalkofen vorbei. Der Pfad endet an einer Lichtung im Wald. „Viele rechnen gar nicht damit, dass hier überhaupt etwas ist“, sagt Andreas Rülke, Vorsitzender des hiesigen Heimatvereins. Tatsächlich vermutet man hier keine Freilichtbühne, umringt von schroffen Felshängen und beschattet von hohen Laubbäumen. Doch die Naturbühne Maxen hat sich etabliert, ist sie doch mittlerweile auch in Dresden ein Begriff. Die Kulturstätte feiert in diesem Jahr ihr 15. Jubiläum.

Schon 1952 fiel im ehemaligen Marmor- und Kalksteinbruch Maxen erstmals der Vorhang, erzählt Rülke, damals wurden auf der Waldlichtung auch Boxwettkämpfe ausgetragen. Ab 1961 verfiel die Bühne jedoch in einen 50-jährigen Dornröschenschlaf, verwilderte und wurde zur Müllkippe. Im Jahr 2003 hob der Heimatverein gemeinsam mit dem Jugendclub Maxen die Naturbühne erneut aus der Taufe. Man schuf ein Kleinod für Kulturveranstaltungen mit 550 Sitzplätzen, einem Gastronomiebereich und Sanitäranlagen. Bis heute kümmern sich Vereinsmitglieder um den Bühnenbetrieb.

Zwar fanden auch schon Musik- und Kinoevents auf der Bühne statt, aber der Heimatverein setzt vorwiegend auf Theater und Schauspielerei. So kommen Kinder bei Märchenvorführungen auf ihre Kosten, die Älteren bei Kabarett-Einlagen. Olaf Schubert, Tom Pauls, Uwe Steimle – alle standen sie schon auf der Naturbühne Maxen. „Die Location ist nicht weit von Dresden entfernt. Lokale Künstler sprechen also ihr eigenes Publikum an“, sagt Rülke. In diesem Jahr gab sich Steimle erneut die Ehre, ebenso der Radiomoderator Thomas Böttcher und die Kabarettist-Ensemble der Herkuleskeule Dresden. Alf Mahlo, Breschke & Schuch, die Bierhähne und Peter Flache stehen weiterhin auf dem Programm der aktuellen Saison.

Weil nirgendwo anders gesichtet, suchen Breschke & Schuch nun in Maxen nach den Powerfrauen. Quelle: Elisabeth Schuch-Wiens

Die namhaften Gäste scheinen zu fruchten: Die Kulturstätte in Maxen erfreut sich Jahr für Jahr wachsender Beliebtheit. 2017 nahmen 6 333 Zuschauer auf den Holzbänken Platz – neun Prozent mehr als noch im Vorjahr. „Es ist nicht so, dass wir übermäßig viel Werbung machen. In Dresden hängen wir keine großen Banner und Plakate auf“, so Rülke. Aber durch Mundpropaganda habe sich die Naturbühne bis in die Landeshauptstadt herumgesprochen. Und auch wenn der Bus aus der Landeshauptstadt nur dreimal am Tag in Maxen hält, kommen viele Dresdner zu den Veranstaltungen. „Hier können sie den Kopf freikriegen, ihren Alltag und ihre Probleme hinter sich lassen“, erklärt Andreas Rülke. „Hier lachen sie sich kaputt.“

Zumindest bei Sonnenschein werden die Ränge des Öfteren rappelvoll. Wie gut die Vorstellungen besucht sind, hängt letztlich stark von der Wetterlage ab. Bei Starkregen und Gewitter werden die Veranstaltungen in das Kulturzentrum Parksäle Dippoldiswalde verlagert oder nachgeholt. Ausfallen lässt der Heimatverein die Veranstaltungen nicht. Das war immer so, und das soll künftig auch so bleiben.

Doch nicht alles rund um die Naturbühne Maxen ist derart beständig. In 15 Jahren hat sich einiges verändert: Seit 2010 schmückt ein Dutzend neuer, langer Bänke aus Bangkirai-Holz den Waldboden vor der Bühne. Die Sitzmöglichkeiten wurden im Rahmen einer Bankpatenschaft von Bürgern und Unternehmen mitfinanziert. Inzwischen ist die Naturbühne außerdem barrierefrei. In den Wintermonaten wurden zwei Stellplätze mit rollstuhlgerechten Zugängen gebaut. Für die Requisiten steht seit diesem Jahr ein neuer Schutzraum aus Holz am Bühnenrand, der Heimatverein erweitert zudem jährlich die Technik und die Beleuchtung.

Die Investitionen werden zwar mithilfe von Fördergeldern getätigt, „ohne die Hilfe von Sponsoren und Spendern sähen wir aber sehr alt aus“, weiß Rülke. Selbiges gilt für die ehrenamtlichen Unterstützer, die Laienschauspieler der regionalen Theatergruppen etwa, oder die Mitarbeiter in der Gastronomie. Sie helfen für die gute Sache, der Heimatverein Maxen dankt.

Über 100 Mitglieder zählt der Verein mittlerweile, etwa 50 davon gehören der „Arbeitsgruppe Naturbühne“ an. Die kümmert sich um den Betrieb der Bühne. Einziges Manko: Der Heimatverein tut sich schwer, Nachwuchs zu mobilisieren. „Viele Mitglieder sind Rentner, einige gehen auf die 80 zu. Es gibt zwar Vergünstigungen für die Vereinsmitglieder, aber so richtig funktioniert’s noch nicht“, räumt Rülke ein. Dass es bei anderen Heimatvereinen auf dem Land ähnlich aussieht, ist nur ein schwacher Trost für den Vorsitzenden. „Man möchte nun mal gerne den Staffelstab weitergeben.“

Für Freunde des deutschen Kabaretts und von Märchentheater bleibt also nur zu hoffen, dass sich der eine oder andere Jungspund findet – damit das Kulturangebot auf der Naturbühne noch weitere 15 Jahre besteht. Wenn es nach Andreas Rülke ginge, dürften es sogar noch ein paar Jährchen mehr werden.

Auf naturbuehne-maxen.de ist das Saisonprogramm zu finden. Dort gibt es auch Tickets für die Veranstaltungen.

Von Junes Semmoudi

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