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Umland Großer Speise– und Veranstaltungssaal der Kabi wird in Kamenz geschlossen
Region Umland Großer Speise– und Veranstaltungssaal der Kabi wird in Kamenz geschlossen
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17:02 30.07.2018
Das markante rote Rathaus prägt die Silhouette des Kamenzer Marktplatzes. Quelle: Foto: Bernd Lichtenberger
Kamenz

Seit 20 Jahre finden sich Sammler aus Ostsachsen zweimal im Jahr zu einer Messe in Kamenz ein. Treffpunkt war bislang der Saal der Kamenzer Bildungsgesellschaft (Kabi) im Gebäude Macherstraße 142 – zuletzt im Frühjahr dieses Jahres. Für die Herbstausgabe müssen sich die Messeorganisatoren sowie andere Veranstalter, die viel überdachten Platz benötigen, nach einem neuen Ort umschauen. Denn die Lessingsstadt hat einen ihrer selten so großen Veranstaltungssäle verloren. Der Kabi-Saal ist ab heute baupolizeilich gesperrt.

„Aufgrund umfangreicher baulicher Mängel werden Teile des Hauses am 31. Juli 2018 geschlossen“, teilte das Landratsamt in Bautzen am Montag mit. Von der Sperrung betroffen ist jener Längsteil des T-förmigen Gebäudes mit dem Saal. Das Objekt wurde 1955 erbaut und von der Offiziershochschule der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung „Franz Mehring“ als Kantine genutzt. Vielleicht hat dort auch Sigmund Jähn, der erste Deutsche im Weltall, gespeist – schließlich machte er von 1956 bis 1958 als Offiziersschüler seine Ausbildung als Jagdflieger in Kamenz und Bautzen.

Das Haus ist in die Jahre gekommen. Und so bereiten dem Landratsamt Bautzen als Eigentümer eine Vielzahl baulicher Mängel große Sorgen. „Ausschlaggebend für die notwendig gewordene Schließung waren Sicherheitsaspekte in Bezug auf den Brandschutz. Dieser ist nicht mehr ausreichend gewährleistet“, so Stange. Vor allem die Elektrik erfüllt nicht mehr heutige Sicherheitsstandards.

Von der Schließung des Gebäudeteils sind nicht nur die Organisatoren der Sammlermesse oder die Tanzschule Herrmann-Nebl, sondern vor allem auch der Hauptnutzer, die Kabi – eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des Landkreises –, selbst betroffen. „Der Mietvertrag über das gesamte Längsgebäude wurde beendet“, informierte Stange. Die Kabi muss sich ab 1. August 2018 für ihre Angebote auf den Anbau beschränken.

Die Kamenzer Bildungsgesellschaft ist seit 1992 insbesondere im sozialen Bereich der Bildung aktiv. Neben der Erwachsenenbildung, der Beratung, Betreuung und Integration sozial benachteiligter Menschen einschließlich der Betreuung Asylsuchender stellt auch die Grundversorgung von Schulen und Kitas mit Mittagessen eine tragende Säule dar. „Der Küchenbetrieb im Anbau kann nahtlos fortgesetzt werden“, so Stange. Somit ist die Schulspeisung im Gymnasium und der Schule zur Lernförderung abgesichert. Für die Tagesgäste werden noch Alternativen geprüft. Das Lehrhotel der KaBi wird geschlossen. Die Ausstellungsräume ihres sozialen Möbelkaufhauses werden im Behördenzentrum Garnisonsplatz 4 in Kamenz direkt neben dem Fair-Kauf-Zentrum eingerichtet. Für die Unterrichtsangebote werden bei Bedarf Räume in der Nähe angemietet.

Derzeit haben in der Kreisverwaltung die Aufstellung eines Nutzungskonzeptes für den Anbau sowie die Planung sich daraus ergebender Umbauten Priorität. Danach möchte man sich auch der weiteren Zukunft des gesperrten Gebäudeteils widmen. Derzeit ist von Sanierungskosten von mehr als 500000 Euro die Rede.

Von Silvio Kuhnert

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